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25.06.2014

13:13 Uhr

Hooligan-Gewalt

Fußball-Fan nach Schießerei in Rom gestorben

Gut sieben Wochen nach der Pokal-Randale von Rom ist der Neapolitaner Fan Ciro Esposito gestorben. Er war von einem Hooligan niedergeschossen worden. Die Familie des Opfers erhebt schwere Vorwürfe.

Ultras in Italien: Ein polizeibekannter Hooligan schoss auf Esposito. SID

Ultras in Italien: Ein polizeibekannter Hooligan schoss auf Esposito.

RomDer Tod des Fußball-Fans Ciro Esposito schockt Italien und die rückt die Gewalt-Probleme rund um die Stadien wieder in den Fokus. Der Anhänger des SSC Neapel war am 3. Mai vor dem Pokal-Finale niedergeschossen worden. Am Mittwochmorgen erlag er auf der Intensivstation des Poliklinikums Gemelli von Rom seinen Verletzungen. Der 30-Jährige starb an Organversagen, wie ein Klinikleiter mitteilte. Esposito war Stunden zuvor ins Koma gefallen.

Angehörige und Freunde waren ins Krankenhaus gekommen, als sich der Zustand des jungen Mannes dramatisch verschlechtert hatte. In einer am Morgen verteilten Mitteilung erhob die Familie des Opfers schwere Vorwürfe gegen die Offiziellen rund um das Finale der Coppa Italia zwischen Neapel und dem AC Florenz. „Diejenigen, die verantwortlich waren für die Sicherheit, müssen bezahlen“, stand in einem Schreiben, aus dem die Nachrichtenagentur ANSA zitierte.

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Esposito sei am Nachmittag des 3. Mai eingeschritten, als ein Fan-Bus aus Neapel angegriffen wurde. Ein polizeibekannter Hooligan schoss auf Esposito und zwei weitere Anhänger. „Unser Ciro hat die Angstschreie der Kinder gehört, die zusammen mit ihren Familien ein Fußballspiel ansehen wollten; er ist gestorben, weil er anderen geholfen hat“, heißt es in dem Schreiben. „Niemand kann uns Ciro zurückgeben, aber in seinem Namen wollen wir Gerechtigkeit und keine Rache.“

Der Bürgermeister Neapels, Luigi de Magistris, rief via Twitter einen Trauertag für die Mittelmeerstadt aus, „für Ciro, seine Familie, für unsere Bürger, um Nein zu sagen zur Verbindung Fußball und Gewalt“.

Esposito wurde am späten Vormittag zur Autopsie in eine andere Klinik in Rom gebracht. Dem mutmaßlichen Todesschützen, der nach den Zusammenstößen am 3. Mai in der Via Tor di Quinto selbst verletzt in ein Krankenhaus gebracht worden war und inzwischen im Gefängnis sitzt, steht nun ein Prozess wegen Totschlags bevor. Der Ultra-Anhänger des AS Rom wird der rechtsradikalen Szene zugeordnet.

Von

dpa

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