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26.08.2011

10:05 Uhr

Hurrikan Irene

Versicherer zittern vor Monstersturm

VonNils Rüdel

Unaufhaltsam nähert sich der gewaltige Hurrikan Irene der US-Küste vor New York. Experten fürchten Schäden von bis zu 20 Milliarden Dollar. Das träfe die ohnehin gebeutelte Versicherungsbranche mit voller Wucht.

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Wie sich Amerika gegen den Sturm wappnet

Video: Hurrikan „Irene”: Notstand in New York

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WashingtonEs ist früher Abend in New York, als der Atlantik über die Ufer tritt. Draußen in der Bucht schlagen Wellen gegen die Freiheitsstatue, während der Battery Park im Süden Manhattans mit Wasser vollläuft. Der Sturm peitscht Regen durch die Straßenschluchten, an den Wolkenkratzern gehen Fenster zu Bruch. Es ist menschenleer, denn die Behörden haben Hunderttausende evakuiert.

Was klingt wie aus einem Roland-Emmerich-Schinken, halten Experten für durchaus realistisch: Wenn der Hurrikan Irene am Sonntag direkt auf die Millionenmetropole treffen sollte. „Das ist der Sturm, den wir schon lange fürchten“, sagte ABC-Wetterexperte Sam Champion, der seit vielen Jahren aus New York berichtet, bei CNN.

Irene, die sich gerade draußen im Atlantik langsam, aber unaufhaltsam Richtung Norden walzt, hat nach Angaben des National Hurricane Centers im Moment die Kategorie drei von fünf, mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 185 Kilometern pro Stunde. Sie ist so groß, dass sie fast ganz Deutschland überdecken könnte. Bereits jetzt gilt Irene als bedrohlichster Wirbelsturm an der Atlantikküste seit dem Hurrikan Gloria 1985, bei dem elf Menschen ums Leben kamen. Damals blieb der Schaden noch knapp unter der Marke von einer Milliarde Dollar.

Diesmal jedoch rechnen Analysten mit deutlich höheren Schadenssummen. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, schätzt das Analyseunternehmen Kinetic Analysis Corp., dass Irene versicherte Schäden in Höhe
von 11 Mrd. Dollar verursachen wird. Hinzu kämen Kosten durch Stromausfälle, Unterbrechungen im Flug- und Schiffsverkehr und Arbeitsausfälle, wodurch die Gesamtkosten mit 20 Mrd. Dollar beziffert werden.

Besonders betroffen von derartigen Naturkatastrophen sind in der Regel Rückversicherer wie Munich Re und Zurich Re. Das sorgt an der Börse bereits für Unruhe: Die Aktien von Allianz und Munich Re verlieren im frühen Handel etwas stärker als der Dax und gehören zu den Flop 5 im Dax. Während der Dax um 1,4 Prozent nachgibt, verlieren die Papier von Allianz 2,1 Prozent auf 66,30 Euro. Munic Re sinken um 1,8 Prozent auf 86,50 Euro.

New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg will bis Samstagfrüh entscheiden, ob er Teile der Stadt evakuieren wird. „Noch haben wir nicht genügend Informationen“, sagte Bloomberg am Donnerstag nach einer Krisensitzung mit dem Katastrophenschutz. Bewohner niedrig liegender Stadtgebiete aber sollten bereits jetzt zu Freunden in weniger gefährdeten Gegenden zu ziehen. Dabei ist Eile geboten: Die Behörden erwägen, am Wochenende das gesamte öffentliche Nahverkehrssystem lahmzulegen. Das gab es noch nie in der 107-jährigen Geschichte der New Yorker U-Bahn.

Doch längst nicht nur die New Yorker zittern vor dem großen Sturm: Die halbe US-Ostküste liegt auf dem berechneten Weg des Hurrikans, der gerade über den Bahamas gewütet hat – von North Carolina bis hoch nach Neuengland. Mitten drin: die Hauptstadt Washington, die sich gerade erst von dem Erdbeben-Schock erholt. Bis zu 65 Millionen Menschen könnten von dem Hurrikan betroffen sein, das ist jeder sechste Amerikaner.

Seit Tagen gibt es in Zeitungen und Fernsehen kaum ein anderes Thema; ständig wird aktuell berichtet. Erinnerungen an den Hurrikan Katrina werden wach, der 2005 New Orleans überflutete. Minütlich berichten dieser Tage aufgeregte Moderatoren, wo sich Irene gerade befindet und welchen Weg sie einschlagen wird.

Kommentare (1)

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Naturgewalten_und_Weiteres

26.08.2011, 13:22 Uhr

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