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19.02.2017

18:17 Uhr

Impflücke

Immer mehr Kinder an Masern erkrankt

2017 könnte ein Jahr mit relativ vielen Masernfällen werden, heißt es vom Robert Koch-Institut. Schuld ist auch, dass einige Eltern ihre Kinder partout nicht impfen wollen.

Wer sein Kind nicht impft, bringt es in Gefahr. Ärzte fordern daher mehr Aufklärung dpa

Impfung von Flüchtlingen

Wer sein Kind nicht impft, bringt es in Gefahr. Ärzte fordern daher mehr Aufklärung

Ein genauer Blick in den Impfpass gibt Gewissheit: Die zweite Masernimpfung verspricht Schutz vor der hochansteckenden Krankheit. Ob der Impfschutz reicht, haben Gesundheitsämter nun an hessischen Schulen überprüft, an denen das Virus kursierte. Wer nicht als immun galt, musste vorerst zu Hause bleiben.

2017 könnte ein Jahr mit relativ vielen Masernerkrankungen werden, sagt Dorothea Matysiak-Klose vom Robert Koch-Institut. Die Zahlen schwanken von Jahr zu Jahr stark: 2016 waren es 442 Fälle, im Jahr zuvor 2464 und 2014 lediglich 324. Zu viele sind es immer: Angestrebt wird die Eliminierung der Masern.

Zwei Frankfurter Schulen und eine Berufsschule in Hofheim schlossen Hunderte Schüler und Lehrer vom Unterricht aus, weil ihr Impfschutz nicht ausreichte oder ihr Immunstatus unklar war. Seit Mitte Januar hatten sich mehrere Menschen in Frankfurt und umliegenden Regionen mit Masern angesteckt. Am Wetzlarer Klinikum wurden Mitte der Woche zwei Masernfälle bekannt. Dem Sozialministerium liegen bisher 27 Fälle aus Hessen vor, wie ein Sprecher sagte.

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Die Weltgesundheitsorganisation WHO würde die Masern gern ausgerottet sehen. Als erstes hat das im Herbst der amerikanische Kontinent geschafft. Deutschland kommt beim Kampf gegen die Krankheit dagegen nicht voran.

Matysiak-Klose verweist auf mehrere Masernherde bundesweit seit Jahresbeginn. Mehr als 40 Masernfälle seien bereits gemeldet worden. Die Expertin für Impfprävention warnt „vor einem erhöhten Risiko, sich dieses Jahr mit Masern anzustecken“. Insgesamt seien die Impfquoten in den vergangenen Jahren zwar gestiegen, sagt sie. Besonders in Ballungsräumen hätten es die Viren aber immer noch recht leicht, weil auf eine hohe Bevölkerungsdichte eine potenziell höhere Zahl an Menschen komme, die keinen Schutz gegen Masern haben.

Ein unzureichender Impfschutz entsteht demnach unter anderem, wenn Kinder oder Erwachsene die zweite Masern-Impfung verpassen. Eine erste Impfung gegen Masern empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) bei Kindern ab dem 11. Monat. Zur Absicherung rate die Stiko zu einer zweiten Impfung, erläutert Matysiak-Klose. Auf die erste Impfung reagiere das Immunsystem nicht immer ausreichend.

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