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17.01.2012

09:48 Uhr

In freier Wildbahn

Wölfe breiten sich in Deutschland aus

Die Wölfe breiten sich in Deutschland weiter aus - ungeachtet der Bedenken von Bauern und Tierhaltern. Ihre Zahl hat sich 2011 beinah verdoppelt und Experten rechnen mit neuen Rudeln nördlich von Berlin.

Ungeachtet der Bedenken von Bauern und Tierhaltern breiten sich die Wölfe in Deutschland in freier Wildbahn weiter aus. dpa

Ungeachtet der Bedenken von Bauern und Tierhaltern breiten sich die Wölfe in Deutschland in freier Wildbahn weiter aus.

Waren/WittstockRehe, Hirsche, Frischlinge - Nahrung für Wölfe gibt es in Deutschland anscheinend genug. „Hier leben derzeit 100 bis 120 Tiere, das wären annähernd doppelt so viele wie 2010“, sagt Norman Stier, Wildbiologe an der TU Dresden. Das gehe aus aktuellen Erhebungen hervor.

Fast immer siedeln sich die Raubtiere auf noch genutzten oder ehemaligen Truppenübungsplätzen an. Seit Ende 2011 lebten zwei der Raubtiere in Niedersachsen bei Munster, erklärt Stier. Mit der Bildung neuer Rudel in Nordbrandenburg und Mecklenburg-Vorpommern werde in Kürze gerechnet.

Die meisten Wölfe gibt es derzeit in Ostsachsen und im Süden Brandenburgs. 2011 gab es mit zwölf Würfen doppelt so viel Wolfsnachwuchs wie im Jahr davor. Erstmals hatten Wolfspaare bei Lehnitz und Jüterbog südwestlich Berlins jeweils vier bis fünf Welpen. Hinzu kamen Junge in Altengrabow in Sachsen-Anhalt. „Der Nachwuchs von dort wird frühestens Mitte 2012 abwandern“, vermutet Stier. Für Wolfsweibchen seien die Strecken zu den Rüden jetzt kürzer.

„Da könnten Wölfe in der Kyritz-Ruppiner und der Ueckermünder Heide sowie bei Lübtheen bald weibliche Begleitung haben.“ Vor einem Jahr hatte ein Wolf nördlich von Berlin zwischen Wittstock und Waren mehr als 30 Schafe und Rentiere gerissen - was bundesweit für Schlagzeilen und bei Tierhaltern für Angst sorgte.

Hans Fehrmann aus Schwarz verlor mehrere Rentiere, als ein Wolf ins Gehege drang. „Ich gehe immer mit einem mulmigen Gefühl morgens raus“, sagt er. Kurz nach der ersten Attacke wurde im nahe gelegenen Kieve eine Herde Schafe gerissen - was dem Raubtier das Attribut „Problem-Wolf“ einbrachte.

„Bei der ganzen Diskussion wird am wenigsten die Bedrohung der landwirtschaftlichen Tierhaltung beachtet“, ärgert sich Landwirt Horst Hildebrandt aus Meyenburg bei Wittstock, der 100 Damhirsche, 50 Mufflons und 20 schottische Fleischrinder hält.

Kommentare (11)

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Umweltkenner

17.01.2012, 08:58 Uhr

Wenn die ersten Todesfälle wie in Norwegen (Spaziergänger) und Finnland (Kinder) durch Wölfe bei uns auch vorkommen, wird die Stimmung kippen und die Verantwortlichen werden sich verantworten müssen.

del

17.01.2012, 09:19 Uhr

... dann fangen wir wieder an die Tiere abzuschlachten wie wir es schon im Mittelalter aus vollkommen ueberzogener Panik getan haben und bald gehoert die Welt nur noch uns Menschen und unseren verniedlichten verzogenen Haustieren! (Nur mal so als Randanmerkung... es werden mehr Menschen durch Haustiere verletzt und getoetet als durch Wildtiere... Mal ganz abgesehen von der natuerlichen Scheu der Woelfe vor Menschen)

Luzifer

17.01.2012, 10:08 Uhr


@Umweltkenner Das von den Menschen gezüchtete Raubtier "Automobil" hat so viele Menschen gefressen und wird sie weiter fressen, da kommt kein Wolf mit.

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