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04.05.2014

15:43 Uhr

In USA erschossener Schüler

Hunderte trauern um Diren

Bei einer Trauerfeier haben Hunderte Menschen des 17-Jährigen Diren gedacht. Er war in Missoula im US-Bundesstaat Montana erschossen worden. Dort hängen als Zeichen der Trauer Schleifen in Schwarz-Rot-Gold an Häusern.

Angehörige und Freunde des vor einer Woche in den USA erschossenen Gastschülers Diren aus Hamburg während der Trauerfeier. dpa

Angehörige und Freunde des vor einer Woche in den USA erschossenen Gastschülers Diren aus Hamburg während der Trauerfeier.

HamburgBewegender Abschied von Diren: Eine Woche nach dem Tod des Hamburger Gastschülers in den USA haben Freunde und Verwandte bei einer großen Trauerfeier in der Hansestadt des 17-Jährigen gedacht. Mehr als 500 Menschen versammelten sich vor einer Moschee im Stadtteil Altona um den Sarg, um an den erschossenen Diren zu erinnern. Der Schüler sollte am Montag in Bodrum im Südwesten der Türkei beigesetzt werden.

In einem Park an der Moschee stand ein rotes Plakat mit einem Bild des türkischstämmigen Jugendlichen aus Hamburg, davor ein Tisch mit der deutschen und der türkischen Fahne. Darauf war der Sarg aufgebahrt. Ein Freund der Familie erinnerte an das Leben des fußballbegeisterten jungen Mannes und überbrachte Beileidsbekundungen des Hamburger Regierungschefs Olaf Scholz und vom US-Konsulat in der Hansestadt. Unter den Medienvertretern waren auch türkische Kamerateams.

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Nach Angaben eines Freundes der Familie wollte der Vater noch am späten Sonntagabend mit dem Sarg in die Türkei fliegen. Dort solle Diren am Montag beerdigt werden. Der 17-Jährige war vor einer Woche, in der Nacht zum Sonntag, im amerikanischen Missoula im Bundesstaat Montana in der Garage eines Fremden erschossen worden. Der Hausbewohner hatte in der Garage eine Falle für mögliche Einbrecher aufgebaut.

Auch in Missoula hatten am Freitagabend Freunde, Mitschüler und Nachbarn bei einer Mahnwache des 17-Jährigen gedacht. Die Trauernden versammelten sich auf einem Fußballfeld, wie das Lokalblatt „Missoulian“ am Samstag berichtete. An vielen Häusern und Gartenzäunen im Viertel, in dem Diren wohnte, hingen als Zeichen der Anteilnahme Schleifen in den deutschen Nationalfarben Schwarz-Rot-Gold. Mitschüler hatten die Schleifen verteilt. „Wir dachten, dass das eine nette Geste ist, im Gedenken an ihn, denn er war wirklich ein prima Kerl, und er hat es nicht verdient, auf diese Weise zu sterben“, zitierte das Blatt die Mitschülerin Mari Koster.

Was der Hamburger Teenager in der Garage suchte, ist nach wie vor ein Rätsel. Der Schütze, ein 29-jähriger Mann, ist wegen vorsätzlicher Tötung angeklagt. Er ist aber gegen eine Kaution von 30 000 Dollar (22 000 Euro) auf freiem Fuß.
Die amerikanische Generalkonsulin in Hamburg, Nancy Corbett, äußerte sich ebenfalls betroffen. Sie habe die Nachricht vom Tod Direns mit tiefer Trauer aufgenommen, erklärte Corbett. Den Eltern und allen Familienangehörigen, Freunden und Mitschülern spreche sie ihr aufrichtiges Beileid aus, sagte die Diplomatin. Am Freitagabend waren etwa 600 Angehörige, Freunde und Mitschüler des getöteten 17-Jährigen durch Hamburg bis vor das US-Generalkonsulat gezogen.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

06.05.2014, 09:45 Uhr

"Was der Hamburger Teenager in der Garage suchte, ist nach wie vor ein Rätsel."
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Die Frage hätte ich auch gerne beantwortet. Nach Mitternacht in einer fremden Garage, die nicht mal am Nachhauseweg lag? Das war schlicht und ergreifend ein Einbruch!
Im übrigen hätte der junge Mann wissen müssen, daß so eine Aktion in den USA, speziell in Staaten wie Montana absolut keine gute Idee ist, denn dort pflegt man (im Gegensatz zu Deutschland, wo man Einbrechern einen roten Teppich auszurollen hat) sein Eigentum noch zu verteidigen, notfalls mit der Waffe in der Hand. Das ganze wäre bei Beachtung der einfachen Regel "Betrete *nie* ungeladen Haus und Hof eines Fremden." vermeidbar gewesen.
Ich hoffe sehr, daß die Sache richtig und vollständig aufgeklärt wird, auch dann, wenn das Ergebnis nach hiesigem Verständnis politisch unkorrekt/unangenehm sein sollte.

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