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10.12.2013

16:52 Uhr

Indien

Deutsche wurde Opfer einer Vergewaltigung

Ein Yoga-Trainer im indischen Goa soll eine deutsche Kundin vergewaltigt haben. Knapp ein Jahr nach der Vergewaltigung einer indischen Studentin und den folgenden Protesten bleibt die Lage für Frauen im Land gefährlich.

Indische Frauen trauen sich immer häufiger, gegen sexuelle Übergriffe zu protestieren – etwa hier gegen einen Journalisten, der Frauen belästigt haben soll. Doch die Lage bleibt gefährlich, wie die jüngste Vergewaltigung zeigt. ap

Indische Frauen trauen sich immer häufiger, gegen sexuelle Übergriffe zu protestieren – etwa hier gegen einen Journalisten, der Frauen belästigt haben soll. Doch die Lage bleibt gefährlich, wie die jüngste Vergewaltigung zeigt.

Neu DehliEine 28 Jahre alte deutsche Touristin soll im indischen Badeort Goa von ihrem Yogalehrer vergewaltigt worden sein. Der mutmaßliche Täter sei am Flughafen auf dem Weg in die Hauptstadt Neu Delhi festgenommen worden, sagte der Polizeichef von Goa, Kishan Kumar, am Dienstag.
Die Touristin, die am beliebten Strand Arambol im Norden Goas wohnte, nahm nach Angaben der indischen Nachrichtenagentur IANS seit Oktober Yogastunden bei dem Mann. Die beiden seien am Montagabend zusammen auf einer Party gewesen. Von dort habe sie der Täter zu ihrem Zimmer begleitet und dann vergewaltigt. Der Mann stammt demnach aus Ghaziabad in Uttar Pradesh, nicht weit von der indischen Hauptstadt Neu Delhi entfernt.
Vor fast genau einem Jahr wurde in Neu Delhi eine Studentin vergewaltigt und so schwer gefoltert, dass sie zwei Wochen später an ihren inneren Verletzungen starb. Seitdem diskutiert das Land wie nie zuvor über Diskriminierung und Gewalt gegen Frauen. Immer mehr Inderinnen trauen sich, sexuelle Übergriffe anzuzeigen.

Chronologie zur tödlichen Vergewaltigung in Indien

16.12.2012

Eine 23 Jahre alte Physiotherapie-Studentin wird in einem privaten Bus in Neu Delhi von sechs Männern vergewaltigt. Die Täter schlagen die Frau und einen Freund, der sie begleitet, und misshandeln sie mit zwei Eisenstangen.

17.12.

Die Polizei nimmt vier Verdächtige fest, später noch zwei weitere. Das Opfer schwebt in Lebensgefahr.

18.12.

Demonstranten gehen in mehreren Städten auf die Straße und fordern die Todesstrafe für Vergewaltiger. Die Opposition fordert im Parlament schärfere Gesetze, um Vergewaltigungen zu stoppen.

22.12.

Nach kleineren Studentenprotesten gehen in Neu Delhi Tausende auf die Straße. Die Polizei setzt Schlagstöcke, Tränengas und Wasserwerfer gegen die Menge ein.

23.12.

Die Proteste schlagen in Gewalt um - laut Polizei, weil sich Krawallmacher unter die Protestierenden mischen. Es gibt mehr als 100 Verletzte auf beiden Seiten.

25.12.

Ein Polizist, der bei den Demonstrationen verletzt worden war, stirbt im Krankenhaus.

26.12.

Die indische Regierung ordnet eine Untersuchung des Falls an. Die Kommission soll mögliche Versäumnisse der Polizei und anderer staatlicher Stellen herausfinden. Sie soll auch Maßnahmen für mehr Schutz und Sicherheit von Frauen vorschlagen.

27.12.

Der Gesundheitszustand der 23-Jährigen verschlechtert sich rapide, sie erleidet Hirnschäden und wird nach Singapur in eine Klinik für Organtransplantationen ausgeflogen.

29.12.

Die junge Frau stirbt an Organversagen. Tausende demonstrieren erneut gegen sexuelle Gewalt und für mehr Frauenrechte.

30.12.

Die Leiche der vergewaltigten Inderin wird in Neu Delhi nach traditionellen Riten verbrannt. Zwischen Demonstranten und Polizei kommt es erneut zu Auseinandersetzungen.

3.1.2013

Die Justiz erhebt Anklage wegen Mordes, Vergewaltigung und Entführung gegen fünf Beschuldigte. Ihnen droht die Todesstrafe. Das Alter des sechsten Beschuldigten wird noch geprüft.

4.1.

Indiens Innenminister kündigt an, die Regierung werde Gewalt gegen Frauen künftig „mit eiserner Hand“ bekämpfen.

5.1.

In einem Interview erhebt der Begleiter des Opfers schwere Vorwürfe. Passanten hätten zunächst nicht geholfen, die Polizisten überdies wertvolle Zeit verschwendet. Die Polizei weist dies zurück.

9.1.

Der Anwalt eines Beschuldigten behauptet, sein Mandant sei von Polizisten misshandelt worden, um ein Geständnis zu erzwingen.

14.1.

Mit mehreren Anträgen versuchen die drei Anwälte der Angeklagten, den Prozessbeginn hinauszuzögern.

16.1.

Eines der neuen Schnellgerichte, die nach dem Tod der Studentin eingesetzt wurden, fällt sein erstes Urteil und verhängt die Todesstrafe. Ein Mann hatte ein Kind missbraucht und ermordet.

13.03.2014

Der Fall der 23-Jährigen wurde von einer Richterin im Januar 2013 an ein Schnellgericht in Neu Delhi übergeben, landesweit sollen 2000 neue Richter für solche Schnellgerichte eingestellt werden. Im September 2013 sprach das Schnellgericht bereits Todesurteile gegen die meisten der Angeklagten aus. Nun bestätigte ein normaler Gerichtshof in Neu Delhi die Entscheidung, welche die Verteidigung angefochten hatte.


Die breite Berichterstattung im Land und weltweit lässt viele Touristinnen von einer Indien-Reise zurückschrecken. Bei einer Branchenumfrage einige Monate nach der tödlichen Vergewaltigung kam heraus, dass ein Viertel weniger Besucher nach Indien reisten.
Im März machte der Fall einer Schweizer Touristin Schlagzeilen, die bei einer Fahrradtour mit ihrem Freund von sechs Männern überfallen wurde. Im Juni zeigte ein US-Amerikanerin eine Gruppenvergewaltigung an. Das Auswärtige Amt rät nach wie vor: „Reisende, vor allem Frauen, sollten sich – insbesondere vor dem Hintergrund zuletzt vermehrt berichteter sexueller Übergriffe – stets von Vorsicht leiten lassen.“

Von

dpa

Kommentare (3)

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karma

10.12.2013, 17:27 Uhr

Schön, dass die protestieren. Aber die Ursache liegt darin begründet, dass oft idische Mädchen gleich nach der Geburt getötet werden. Die Folge ist, dass es extrem deutlich mehr Jungs gibt, als Mädchen.

Es handelt sich hier eindeutig um ein Kollektiv Problem und wird sich bestimmt nicht ändern, wenn sich nicht auch die Denke des Volkes ändert.

Account gelöscht!

11.12.2013, 07:55 Uhr

So, so... die "Denke"... Da habe ich aber eine "Staune"...

zombie1969

11.12.2013, 15:36 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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