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02.01.2007

15:54 Uhr

Informationschaos

Suche nach indonesischem Flugzeug geht weiter

Das Schicksal des seit Montag in Indonesien vermissten Verkehrsflugzeuges ist weiter ungewiss. Klar ist, dass sich 102 Menschen an Bord befanden, doch ansonsten herrscht vor allem Informationschaos.

HB JAKARTA. Der indonesische Transportminister Hatta Radjasa konnte am Dienstag nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Antara örtliche Berichte nicht bestätigen, wonach das Wrack gefunden sei und es zwölf Überlebende gebe. Der Leiter der Nationalen Such- und Rettungsagentur, Bambang Karnoyudho, kündigte im indonesischen Fernsehen an, dass die Suche nach dem Flugzeug fortgesetzt werde.

An Bord der Maschine mit der Flugnummer KI-574 befanden sich 96 Passagiere, darunter sieben Kinder und vier Babys, sowie sechs Crew-Mitglieder. Das Informationschaos verschlimmerte noch die Angst der Angehörigen, die sich an den örtlichen Flughäfen einfanden. Beamte in West-Sulawesi sowie die örtliche Polizei hatten zuvor erklärt, dass das Wrack des Flugzeuges in einer abgelegenen Bergregion nahe der Stadt Polewali, rund 1600 Kilometer nordöstlich der indonesischen Hauptstadt Jakarta, entdeckt worden sei. Sie wurden von lokalen Medien zudem mit der Aussage zitiert, zwölf Menschen hätten das Unglück überlebt.

Auch der Kommandant des Luftwaffenstützpunktes in Makassar hatte im Radio gesagt, dass das Flugzeug gefunden worden sei. Er entschuldigte sich später bei der Öffentlichkeit für seine Aussagen. Ein Vertreter der betroffenen privaten indonesischen Fluglinie Adam Air erklärte, dass man keine Zahlen zu Opfern bestätigen könne. Der Kontakt zu der Boeing 737-400 war am Montag bei starkem Regen und Winden auf dem Flug von der Insel Java nach Sulawesi abgebrochen. Örtlichen Berichten zufolge wollen die Rettungskräfte ihre Suche nach dem Flugzeug an diesem Mittwoch bei Tagesanbruch fortsetzen.

„Wir haben uns darauf gefasst gemacht, das Schlimmste zu hören“, sagte Wibowo Laksono, ein Bruder des Co-Piloten, am Dienstag laut japanischen Medien der nationalen indonesischen Nachrichtenagentur Antara. Die US-Botschaft in Jakarta bestätigte unterdessen, dass sich auch drei ihrer Landsleute an Bord der Unglücksmaschine befanden. Es deutete nichts darauf, dass deutsche Staatsangehörige an Bord waren. Im Kontakt mit den örtlichen Behörden werde dies aber noch weiter geklärt, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin.

Die Maschine war am Montag in Surabaya, der Regionalhauptstadt von Ost-Java, um 13.00 Uhr Ortszeit (7.00 Uhr MEZ) gestartet und sollte drei Stunden später in Manado landen, der Provinzhauptstadt von Nord-Sulawesi. Nach vorläufigen Daten eines Satelliten sowie anderen Flugzeugen hatte das Flugzeug noch ein Notsignal gesendet, wie Ichsan Tatang, für Luftverkehr-Kommunikation zuständiger Generaldirektor beim Transportministerium, Reportern mitteilte. Danach verschwand die Maschine von den Radarschirmen.

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