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19.01.2016

07:36 Uhr

Initiative für Zivilcourage

„Facebook kommt aus diesem Versprechen nicht mehr raus“

VonTina Halberschmidt

Facebooks Engagement für Zivilcourage kommt gerade noch rechtzeitig, meint Peter Neumann, Leiter des „International Centre for the Study of Radicalisation and Political Violence“.

Der Professor für Sicherheitsstudien ist einer der wichtigsten Partner in Facebooks Initiative für mehr Zivilcourage.

Peter Neumann

Der Professor für Sicherheitsstudien ist einer der wichtigsten Partner in Facebooks Initiative für mehr Zivilcourage.

Prof. Dr. Peter Neumann ist Leiter des „International Centre for the Study of Radicalisation and Political Violence“ und Professor für Sicherheitsstudien am King’s College in London. 2014 war er Berater des Uno-Sicherheitsrates bei Resolutionen gegen terroristische Auslandskämpfer. Das Handelsblatt traf ihn zum Gespräch in Berlin.

Herr Neumann, Sie engagieren sich gemeinsam mit Facebook im Aktionsbündnis gegen Online-Extremismus, das gerade angekündigt wurde. Wie geht es denn jetzt weiter?
Ich denke, dass diese Initiative in den nächsten sechs Monaten tatsächlich entstehen wird. Ich bin da sehr optimistisch. Denn Facebook war hier bei der Ankündigung mit der zweitwichtigsten Person im ganzen Unternehmen vertreten, sie kommen jetzt aus diesem Versprechen nicht mehr raus.

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Extremismus und Rassismus im Internet bekämpfen, das will Facebook mit seiner „Initiative für Online-Zivilcourage“. Das Projekt wurde in Berlin vorgestellt – von Top-Managerin Sheryl Sandberg höchstpersönlich.

Wie wird das Bündnis aktiv?
Es wird drei Tätigkeitsbereiche geben. Erstens geht es darum, Organisationen zu unterstützen, die sich bereits gegen Online-Extremismus engagieren, sie effektiver zu machen und finanziell zu unterstützen, damit sie größere Verbreitung finden. Zweitens sollen Aktivisten miteinander vernetzt werden und dafür sorgen, dass Menschen, die gegen Nazis aktiv sind, beispielsweise von Leuten lernen, die gegen Salafisten aktiv sind. Und der dritte Bereich ist die Forschung. Genau da werden mein Institut und ich mithelfen.

Kommt Facebooks Engagement ein bisschen spät? Oder gerade noch rechtzeitig?
Es ist natürlich insofern ein bisschen spät als dass schon viel Hass im Internet besteht. Andererseits ist Facebook das erste Unternehmen, das eine solche Initiative gründet. Ich finde es toll, dass das in Deutschland geschieht. Die anderen Netzwerke haben so etwas noch nicht gemacht, und deswegen unterstütze ich das Projekt. Wenn es ein Erfolg wird, wird es sicher von anderen kopiert.

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