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30.01.2007

16:08 Uhr

Insektizide

Nervengift in spanischer Paprika gefunden

Auch einen Monat nach einer Behördenwarnung vor Resten des Nervengiftes Isofenphosmethyl in spanischer Paprika hat Greenpeace an Gemüsetheken noch überhöhte Werte des Insektizids gefunden. Doch auch Obst und Gemüse aus deutschen Landen schlug sich im Test nicht viel besser.

Paprikaschoten werden für den Verkauf in Kisten sortiert. Foto: dpa Quelle: dpa

Paprikaschoten werden für den Verkauf in Kisten sortiert. Foto: dpa

HB HAMBURG. Nach Auskunft des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) besteht bei den festgestellten Dosen in dem spanischen Gemüse keine konkrete Gefahr für die Gesundheit. „Dennoch gehört solche Ware nicht in den Handel, weil die Rückstandshöchstmenge überschritten ist“, sagte BfR-Pflanzenschutzexperte Rudolf Pfeil der dpa. Isofenphosmethyl wird in China als Insektengift eingesetzt und ist in Deutschland nicht zugelassen. Im Dezember hatte das Landwirtschaftsministerium Baden- Württembergs vor dem Stoff gewarnt. Greenpeace kaufte in diesem Januar in Hamburg spanische Paprikas.

Bei acht Stichproben in Hamburger Märkten wurden dabei zwei Mal Werte von jeweils 0,02 Milligramm pro Kilo Ware entdeckt, hieß es am Dienstag. Das ist das Doppelte des Rückstands, der in Deutschland erlaubt ist. Nach Studien mit einem fast identischen Stoff ist diese Dosis aber für Menschen ungefährlich, sagte Pfeil. Im November hatte Greenpeace bei Stichproben noch das 20fache des Erlaubten gemessen.

Die Umweltschützer prangerten an, dass es trotz der Warnung des Stuttgarter Ministeriums noch immer Funde gab. „Hier haben nicht nur die Kontrollen in Spanien, sondern auch bei deutschen Supermärkten versagt“, sagte Greenpeace-Agrarexperte Martin Hofstetter. „Ihnen war es offensichtlich wichtiger, die belastete Ware loszuschlagen, als sie zum Schutz der Gesundheit der Kunden vom Markt zu nehmen.“

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