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21.03.2017

13:49 Uhr

Insider-Wissen

Woran man die wirklich Reichen in der Schweiz erkennt

Wer die wirklich Reichen in der Schweiz entdecken will, sollte nicht auf teure Uhren oder Schmuck achten, sondern auf KFZ-Nummernschilder. Diese können nämlich vererbt werden – oder werden zu Unsummen gehandelt.

Supersportwagen wie dieser Mercedes-AMG GT verkaufen sich auch in der Schweiz bestens – für die besondere Note fehlt allerdings noch ein Kennzeichen mit möglichst ausgefallener Nummer. AP

Fahrender Luxus

Supersportwagen wie dieser Mercedes-AMG GT verkaufen sich auch in der Schweiz bestens – für die besondere Note fehlt allerdings noch ein Kennzeichen mit möglichst ausgefallener Nummer.

ZürichDie Schweiz erlaubt keine Wunsch-Kennzeichen. Daher sind besondere Zahlen oder Glückszahlen besonders gefragt. Sie lassen sich für Tausende von Franken kaufen. Zwar können die Auktionen in der Schweiz nicht mit jenen in den Vereinigten Arabischen Emiraten mithalten – wo die Reichen Millionen von Dollar bezahlen, doch der Abstand ist nicht all zu groß.

In der vergangenen Woche war der Industrielle Otto Ruppen bereit, 160.100 Franken für „VS 1“ auf den Tisch zu legen, wobei die Buchstaben für den Kanton Wallis im Westen der Schweiz stehen. Auch andere drei- oder vierstellige Kombinationen stehen hoch im Kurs.

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„Das ist eine Frage des Prestiges”, sagt Stefan Cardinale, der in einem Autohaus für Ferraris und Maseratis in Zug arbeitet. Der Kanton ist bekannt für seinen Reichtum und niedrige Steuern. „Leute, die in auffällige Wagen investieren, wollen, dass die Welt sieht, wie großartig sie sind.“

Käufer von Luxus-Autos fragen seinen Worten zufolge oft nach niedrigen Ziffern und sind bereit, eine Menge Geld dafür zu bezahlen. Seinem Chef, Pierre Sudan, gehört das Nummer-1-Kennzeichen von Zug.

Das Schweizer System von zwei Buchstaben, die für den Kanton stehen, und einer Zahl im Anschluss gibt es seit 1933. Anders als in den meisten europäischen Ländern wird das Kennzeichen nicht für einen Wagen vergeben, sondern für eine Person. Die Fähigkeit, ein Kennzeichen an die Kinder zu vererben, macht Schilder mit niedrigen Zahlen zu einem Symbol für altes Geld.

„Das trägt vielleicht dazu bei, dass einige Leute so sehr an ihrem Kennzeichen hängen”, sagt Peter Kyburz, Chef des Straßenverkehrsamts in Zürich. „Es steht auch in Verbindung mit Prestige. Je niedriger die Zahl ist, desto länger waren eine Person oder die Familie in der Lage, ein Auto zu fahren.“

St. Gallen sammelte 2014 fast 1,7 Mio. Franken ein, indem spezielle Nummern, die zuvor zu Feuerwehrfahrzeugen, Streifenwagen oder Rettungsfahrzeugen gehörten, über Auktionen verkauft wurden.

Kyburz zufolge erlöst der Kanton Zürich über die Versteigerung von Nummernschildern pro Jahr zwischen 2,5 Mio. Franken und 3 Mio. Franken. Kurz vor Weihnachten spülte „ZH 888 888” 50.280 Franken in die Kasse.

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Zug ist der einzige Kanton, der es seinen Bürgern erlaubt, Nummernschilder privat zu handeln, ohne Gebühren an die Behörden zu bezahlen. In Zürich beginnen die Gebote für ein Nummernschild mit vier Ziffern bei 2000 Franken.

„Nachdem die beiden Nummernschilder ‘LU 100’ vom Auto meines Sohns gestohlen wurden – obwohl sie sicherer angebracht waren als vorgeschrieben – haben wir unser eigenes ‚LU 40‘-Schild sogar noch komplizierter befestigt“, sagt Vreni Häberli, die in Aesch im Kanton Luzern lebt. „Wir würden sie nie verkaufen. Sie sind jetzt Teil des Familien-Erbes.”

„Die Zahl 1 an unserem Auto zu haben, ist hauptsächlich ein Werbe- Instrument”, sagt Marcel Kunz. Sein Taxi-Unternehmen Nova Taxi hatte Glück, als der Kanton Bern die Nummer vor mehr als 50 Jahren neu vergab. Es ziert heute eines der Tesla-X-Fahrzeuge und wird regelmäßig von Leuten fotografiert.

„Der langfristige Werbe-Effekt geht deutlich über den Zugewinn aus einem Verkauf hinaus“, berichtet Kunz. „Wer sonst kann von sich behaupten, dass er nicht nur die Nummer 1 ist, sondern diese auch besitzt?“

Kommentare (2)

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22.03.2017, 10:20 Uhr


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22.03.2017, 15:51 Uhr


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