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23.06.2017

16:38 Uhr

Instagram-Star Rebecca Burger

Fitness-Model stirbt nach Explosion eines Sahnespenders

VonAlexander Möthe

Es gibt Unfälle, die sind zu tragisch und bizarr, um ausgedacht zu sein. So geschehen in Frankreich: Der Instagram-Star Rebecca Burger wurde bei einem Küchenunfall getötet – Schuld war ein explodierender Sahnespender.

Die Familie stellte dieses Bild des defekten Geräts online.

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Die Familie stellte dieses Bild des defekten Geräts online.

DüsseldorfHerzstillstand nach Schlag vor den Brustkorb: Die Todesursache des französischen Fitness-Models Rebecca Burger klingt nach einem tragischen Unfall. Genauer gesagt war es ein Haushaltsunfall. Schuld am Tod der 33-Jährigen, der auf Instagram mehr als 160.000 Menschen folgen, trägt ein einfacher Sahnespender.

Die Familie Burgers stellte entsprechende Details online, darunter ein Bild des Geräts, was zum Tod der jungen Frau geführt haben soll. Demnach hat sich der Kopf des von einer üblichen Druckluftkartusche betriebenen Siphons explosionsartig gelöst, schlug auf Höhe des Herzens vor die Brust Burgers. Medien zufolge konnten Ärzte nichts mehr tun und stellten den Tod fest.

Tatsächlich warnt die französische Verbraucherzentrale vor dem Gebrauch der Geräte der Marke „Ard’Time“, bei dem es sich auch in diesem Fall handelt. Kurios: Bereits 2013, nach ersten bekannt gewordenen Unglücksfällen, hat das Herstellerunternehmen FSJ Com einen umfassenden Rückruf gestartet, um die anfälligen Kunststoffköpfe der Siphons auszutauschen. Der winzige Konsumgüterhersteller aus Tassin-la-Demi-Lune erneuerte als direkte Reaktion auf den Todesfall diesen Rückruf mit der dringenden Bitte, die Geräte nicht mehr zu benutzen und drückte sein Bedauern aus.

Das Verbrauchermagazin „60 Millions de consommateur“ berichtet seit Jahren über Unfälle mit den Geräten. Darunter befinden sich Fälle von ausgeschlagenen Zähnen, Tinnitus und sogar der Verlust eines Auges. Das Herstellerunternehmen wirkt im firmeneigenen Blog auf der Produktseite Ard’Times beinahe verzweifelt. Unter Aufsicht der Behörden seien alle zurückgeschickten Siphons zerstört worden, über 100.000 Kunden seien angeschrieben worden. Es sei jedoch schwierig, über den Handel alle Endverbraucher zu erreichen.

Tatsächlich arbeitete das Unternehmen unter anderem mit dem Branchenverband der Importeure zusammen, schaltete Werbespots zur Aufklärung und stellte in den sozialen Netzwerken entsprechende Warnungen ein. Auch eine eigene Website für den Rückruf wurde eingerichtet.

Es ist nicht der einzige Fall, in dem derartige Siphons zu potenziellen Gefahrenquellen werden. Das österreichische Unternehmen Isi etwa rief vor einigen Jahren nach einem Fehler in der Gebrauchsanleitung das Zubehörteil „Rapid Infusion Tool“ für die Hauptproduktlinie „Thermo Whip“ zurück. Das Kappenteil war, entgegen der Angabe, nicht kompatibel, wodurch die Gefahr einer „explosionsartigen Separierung“ des Kopfteils gegeben war. Zu Schaden kam allerdings niemand. Der Fehler wurde nach Angaben des Unternehmens im Rahmen der Qualitätssicherung erkannt und umgehend behoben.

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