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15.09.2013

21:34 Uhr

Internationale Fahndung

Bundespolizei stellt flüchtigen Schweizer Vergewaltiger in Polen

Der 39-Jährige, der eine Schweizer Gefängnistherapeutin erstochen haben soll, ist nach seiner Flucht quer durch Deutschland an der polnischen Grenze festgenommen worden. Nun wird eine Auslieferung an die Schweiz geprüft.

Die Flucht endete an der polnischen Grenze bei Szczecin: Der 39-Jährige, der eine Schweizer Gefängnistherapeutin erstochen haben soll, ist gefasst worden. dpa

Die Flucht endete an der polnischen Grenze bei Szczecin: Der 39-Jährige, der eine Schweizer Gefängnistherapeutin erstochen haben soll, ist gefasst worden.

Genf/Berlin/PasewalkDer mutmaßliche Mörder einer Schweizer Sozialtherapeutin ist am Sonntag nach einer Verfolgungsfahrt durch Mecklenburg-Vorpommern in Polen festgenommen worden. Die deutsche Bundespolizei habe den Mann bis auf polnisches Staatsgebiet verfolgt und dort der polnischen Polizei übergeben, sagte ein Sprecher der Bundespolizei am Abend der Nachrichtenagentur AFP. Die Frau war am Freitag nahe Genf tot aufgefunden worden, sie hatte am Vortag den verurteilten Vergewaltiger zu einer Reitstunde begleiten sollen.

Nach Angaben des Polizeisprechers sahen die deutschen Beamten das Fahrzeug des Mannes auf einer Autobahn in Mecklenburg-Vorpommern und nahmen die Verfolgung auf. Auf polnischem Staatsgebiet hätten sie ihn angehalten. Der Verdächtige, der mit einem internationalen Haftbefehl gesucht worden war, habe sich widerstandslos festnehmen lassen. Er sei der polnischen Polizei übergeben worden.

Die Fahndung war ausgelöst worden, nachdem der Mann und die Therapeutin am Donnerstag von einem begleiteten Freigang nicht in das Gefängnis Champ-Dollon in Genf zurückgekehrt waren. An der Suche beteiligten sich Polizisten aus der Schweiz, Frankreich und Deutschland, die Fahndung konzentrierte sich zunächst auf das Dreiländereck. Nach Angaben der Schweizer Staatsanwaltschaft hatte auch die polnische Polizei die Fahndung aufgenommen.

Der Präsident der Bundespolizei, Dieter Romann, hob am Sonntagabend die gute Zusammenarbeit mit den schweizerischen und polnischen Sicherheitsbehörden hervor. Diese sei neben der "Aufmerksamkeit" seiner Mitarbeiter "ursächlich für diesen wichtigen Erfolg" gewesen.

Ein Sprecher der polnischen Polizei sagte, die deutschen Kollegen hätten den Verdächtigen nahe der Stadt Police im Nordwesten des Landes gefasst. Er sei in einem Auto mit Schweizer Kennzeichen unterwegs gewesen, wahrscheinlich mit dem Auto des Opfers.

Der 39-jährige Fabrice A., der die Schweizer und französische Staatsbürgerschaft hat, war in Frankreich wegen Vergewaltigung verurteilt worden, wie die Schweizer Nachrichtenagentur SDA meldete. 2008 wurde der zu insgesamt 20 Jahren Gefängnis verurteilte A. nach Genf ausgeliefert, wo er die Strafe absitzen sollte. Nachdem er zwei Drittel verbüßt hatte, wurden ihm laut SDA aufgrund eines psychiatrischen Gutachtens begleitete Freigänge gestattet. Ein erstes Mal habe dies am 3. September stattgefunden.

Die Leiche der Psychologin war nach Polizeiangaben in Versoix bei Genf gefunden worden - unweit des Reitclubs, in dem sie mit dem Mann zu einer Therapiestunde erwartet worden waren. Ihr Handy dagegen wurde nahe Basel entdeckt.

Nach dem Fund der Leiche zeigte sich die Genfer Stadtverwaltung schockiert und suspendierte bis auf weiteres alle Freigänge in Genfer Haftanstalten. Der Vorfall löste in der Schweiz Forderungen nach schärferen Strafen für Sexualstraftäter aus.

Von

afp

Kommentare (9)

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Account gelöscht!

15.09.2013, 21:13 Uhr

Und was hat das im HB verloren?
Es gäbe Berichtenswerteres als das....

RDA

15.09.2013, 21:52 Uhr

Wir haben Wahlkampf und da muss man wieder zeigen, dass ein Überwachungs- und Polizeistaat "alternativlos" ist.

Wir_Europaeer_haben_ne_Meise

15.09.2013, 22:49 Uhr

Wie bescheuert muss man eigentlich sein, um einen verurteilten Sexualstraftäter ALLEINE mit einer Therapeutin auf einen "begleiteten" Freigang zu schicken.

Da fällt mir nichts mehr ein!!!

Wer so etwas entscheidet, begeht schlicht und ergreifend Beihilfe zu Mord.

Als Familienmitglied der Getöteten würde ich durchdrehen.

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