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25.08.2015

12:46 Uhr

Internationale Raumstation ISS

Japanischer Whisky soll im All reifen

Die Besatzung der Internationalen Raumstation ISS hat ein Paket aus Japan bekommen: Der Getränkehersteller Suntory hat Whisky-Proben ins All geschickt. Trinken dürfen die Astronauten das gute Tröpfchen allerdings nicht.

Whisky der japanischen Firma Suntory ist unter Kennern ein echter Genuss. AFP

Suntory Whisky

Whisky der japanischen Firma Suntory ist unter Kennern ein echter Genuss.

TokioUm herauszufinden, wie Whisky in der Schwerelosigkeit reift, hat der japanische Getränkehersteller Suntory Proben zur Internationalen Raumstation (ISS) geschickt. Sie trafen am Dienstag zusammen mit anderen Gütern in einer unbemannten japanischen Transportkapsel dort ein, wie die Raumfahrtbehörde Jaxa mitteilte.

Die 5,5 Tonnen schwere Kapsel war am Mittwoch vom Süden Japans aus mit einer H-IIB-Rakete auf den Weg gebracht worden. Zu ihrer Ladung gehörten auch Lebensmittel, Wasser, Kleidung und wissenschaftliche Instrumente.

Die Raumfahrer auf der ISS müssen allerdings die Finger von dem Whisky lassen. Die zehn, 18 und 21 Jahre alten Whiskyproben sollen lediglich im japanischen Labor der Raumstation für mindestens ein Jahr gelagert werden. Forscher von Suntory vermuten, dass eine Lagerung bei geringer Temperaturschwankung und begrenzter Bewegung zu einem milderen Geschmack führt.

Wissenswertes über Whisky

Alter

Lagerzeit in Holzfässern. Drei Jahre beträgt das gesetzliche Mindestalter für jeden Scotch. Die meisten Malts sind aber erst nach acht bis zwölf Jahren ausgereift. Als Alter gilt der Zeitpunkt der Abfüllung in die Flasche, wobei bei einer Mischung aus Fässern mehrerer Jahrgänge, das jüngste Fass maßgebend ist. Nur wenigen Whiskys trauen Kenner eine längere Lagerzeit als 21 Jahre zu, ohne dass der Geschmack leidet.

Blended Whisky

Ein Whisky, der aus Malt- und Grain-Whisky hergestellt wird. Ausschlaggebend für eine gute Qualität sind das Alter, der Anteil und die Qualität der verwendeten Malts. Auf diesen schottischen Whisky entfallen 95 Prozent des schottischen Whisky-Umsatzes.

Der „Master Blender“ ist wohl der wichtigste Mann einer Whisky-Destillerie. Er allein entscheidet, welcher Whisky mit einem anderen verschnitten werden kann, damit die verschiedenen Sorten wirklich harmonieren. Das gilt übrigens auch für den „Malt“, denn auch hier wird ja verschnitten.

Destillerie

Brennerei in der Whisky herstellt wird. In Schottland gibt es noch etwa 100 Destillerien, die aber nicht alle eine eigene Marke auf den Markt bringen. Einige liefern an unabhängige Abfüller oder Handelshäuser, die den Whisky unter ihrem Namen verkaufen oder zur Herstellung von Blended Whisky verwenden. 

Fässer

Ein Fass (Barrel) der schottischen Whiskyindustrie besitzt in der Regel ein Fassungsvolumen von 180 bis 200 Litern. Meist handelt es sich dabei um Bourbon Fässer. Sie wurden aus amerikanischer Eiche gefertigt und bereits zur Reifung von Bourbon Whiskey verwendet. Heutzutage werden zur Lagerung von Scotch Whisky vermehrt auch andere Fässer verwendet. Diese geben dem Whisky seine charakteristischen Eigenschaften (Sherry, Portwein, Madeira, Bordeaux).

Grain Whisky

Bei diesem Whisky wird nicht nur gemälzte Gerste verwendet, sondern auch Korn, Mais und andere Getreide sind erlaubt. Er wird aus gemälzten und ungemälzten Getreidesorten hergestellt, die unter Dampfdruck gekocht werden. Dieser Whisky reift schneller als ein Malt, da er weniger Grundbestandteile beinhaltet und einen höheren Alkoholgehalt hat. Dieser Whisky ist fast geschmacklos. Er verdrängte somit den Malt und eignete sich bestens zum Verschneiden.

Investition

Whisky gilt als heißer Tipp für Anleger. Vor allem limitierte Abfüllungen berühmter Destillerien steigen über die Jahre stark im Wert. Bis zu 30.000 Euro haben Spitzenwhiskys bei Auktionen erzielt. Bei einigen Flaschen entspricht das einer Preissteigerung von bis zu 1000 Prozent in 50 Jahren. Besonders begehrt sind edle Single Malts.

Japan

Japan gehört zu den größten Whiskyproduzenten der Welt. Seit Mitte der 1920er wird dort zumeist Single Malt hergestellt.

Malz

Malz, das eigentliche Grundprodukt zum Destillieren eines jeden Whiskys. Die in Wasser eingeweichte Gerste wird zum Keimen gebracht. Dieser Vorgang wird dann jedoch, durch einen Trocknung oder das leichte „Rösten“ in einer Darre (klassischer Brennofen)  mittels des beigefügten Torfes, unterbrochen. Hieraus bestimmen sich die Farbe und der Geschmack des Malzes und damit auch des späteren Whisky.

Name

Das Wort Whisky, erstmals 1736 erwähnt, leitet sich vom Gälischen „uisge beatha“ ab und bedeutet Wasser des Lebens oder Lebenswasser.

Nosing

Nach der Produktion wird der Whisky sofort auf gewünschte und unerwünschte Aromen geprüft um ein Bild von der Qualität zu erhalten. Profis „erschnuppern“ oftmals schon vor dem ersten Schluck die Güte eines Whiskys. Eine Stunde der Wahrheit für jeden Whisky.

Scotch

Geschützte Herkunftsbezeichnung für einen in Schottland hergestellten Whisky. Dieser muss mindestens 3 Jahre gelagert sein (meist in Eichenfässern).

Single Malt

Als Single Malt bezeichnet man den Whisky, der aus einer einzigen Brennerei stammt. Dieser ist jedoch eine Mischung aus unterschiedlichen Jahrgängen und verschiedenen Fässern. Viele Destillerien haben durch eben solche Mischungen einen Malt entwickelt, der überwiegend einen gleichen charakteristischen Geschmack hat.

Vatted Malt

Ein Vatted Whisky besteht ausschließlich aus Malts unterschiedlicher Destillerien. Es kann sehr reizvoll sein, selber zu experimentieren und sich aus verschiedenen Malts einen eigenen „vatted“, ganz nach seinem eigenen Geschmack, zu kreieren. Diese Whiskys werden oftmals als „Pure Malt“ oder „Scotch Malt Whisky“ etikettiert. Sie spiegeln die Charakteristika der, in einer bestimmten Region gelegenen, Brennereien wieder.

Whiskey

„Whiskey“ ist die Schreibweise für Whisky in Irland und in den USA. Schotten, Kanadier und die deutschen Hersteller verzichten zumeist auf das zusätzliche „e“.

Nach seiner Rückkehr auf der Erde soll der ISS-Whisky von Experten verkostet und zudem wissenschaftlich untersucht werden.

Japanische Whiskys sind weltweit berühmt. Der Yamazaki Single Malt Sherry Cask 2013 von Suntory wurde dieses Jahr von der renommierten Jim Murray's Whisky Bible zum besten Whisky der Welt gewählt. Die Whiskyproduktion in dem ostasiatischen Inselstaat war in den 20er Jahren von einem japanischen Unternehmer und seiner schottischen Frau begründet worden.

Von

afp

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