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13.08.2015

10:34 Uhr

Internationaler Tag der Linkshänder

„Yes, we can“

Ob Schere oder Computermaus - wer etwas „mit links“ machen möchte, hat in einer Welt der Rechtshänder oft Probleme. Zudem haben Linkshänder oft mit einer rechten Flut von Vorurteilen zu kämpfen.

Der Jahrestag wurde 1976 von dem US-Amerikaner Dean R. Campbell ins Leben gerufen. Ein Jahr zuvor hatte er die "Lefthanders International", weltweit die erste Vereinigung von Linkshändern, gegründet. Campbells wählte bewusst den 13. August, der vor 26 Jahren auf einen Freitag fiel. Denn wie um diesen rankt sich nach Meinung Campbells auch um die Linkshändigkeit so mancher Aberglaube. In Deutschland gibt es - anders als beispielsweise in den USA - am 13. August noch immer sehr wenige Veranstaltungen. ZBSP

Internationaler Tag des Linkshänders

Der Jahrestag wurde 1976 von dem US-Amerikaner Dean R. Campbell ins Leben gerufen. Ein Jahr zuvor hatte er die "Lefthanders International", weltweit die erste Vereinigung von Linkshändern, gegründet. Campbells wählte bewusst den 13. August, der vor 26 Jahren auf einen Freitag fiel. Denn wie um diesen rankt sich nach Meinung Campbells auch um die Linkshändigkeit so mancher Aberglaube. In Deutschland gibt es - anders als beispielsweise in den USA - am 13. August noch immer sehr wenige Veranstaltungen.

Berlin„Rechts“ und „links“ sind nicht einfach nur neutrale Seitenbezeichnungen, die Begriffe drücken traditionell auch eine Wertung aus. Rechtshänder gelten als normal, denn nur 10 bis 15 Prozent der Menschen sind nach Schätzungen Linkshänder. Auf ihre Probleme in einer für Rechtshänder ausgerichteten Welt soll jährlich am 13. August der Internationale Tag der Linkshänder aufmerksam machen.

Ganze Generationen kleiner Linkshänder wurden gedrillt, das „schöne Händchen“ rechts zu nutzen. Links gilt als schlecht und schwach, rechts dagegen als gut und stark. Schon der liebe Gott schien Rechtshänder gewesen zu sein. Verkündet doch Moses: „Deine Rechte, Herr, ist herrlich an Stärke.“ Christus sitzt der biblischen Überlieferung nach zur Rechten Gottes, der Teufel kam vom rechten Weg ab. Linkshänder - besonders Frauen - galten darum einst als vom Teufel besessen.

Der rechten Seite werden männliche Eigenschaften zugeschrieben, links gilt als weiblich. Dieser Aberglaube zeigte sich noch vor gar nicht so langer Zeit in der strengen Sitzordnung mancher Dorfkirchen: Rechts saßen die Männer, links die Frauen. Auch bei der Hochzeit haben die Geschlechter meist feste Seiten: der Bräutigam rechts vom Altar, die Braut links.

Solche Traditionen blieben nicht ohne Einfluss auf unsere Sprache. So geht etwas mit rechten Dingen zu, man hat das Herz am rechten Fleck, ist auf dem rechten Weg, bringt alles ins rechte Lot oder ist als eine rechte Hand die hilfreiche Stütze für einen Mitmenschen. Wenn man aber von einem linken Vogel mit linkischem Verhalten auf die linke Tour gelinkt wird, sollte man diese Person am besten links liegen lassen. Und wer mit dem linken Fuß aufgestanden ist oder gar zwei linke Hände hat, ist zu nichts Rechtem zu gebrauchen.

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