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09.02.2014

18:46 Uhr

Inzest-Gefahr

Giraffen-Tötung löst Proteste aus

Damit hatte der Kopenhagener Zoo nicht gerechnet: Als angekündigt wurde, es werde eine junge Giraffe wegen Inzucht-Gefahr getötet, gab es Protest aus ganz Europa. Geholfen hat das dem Tier jedoch nicht.

Trotz Protesten

Kopenhagener Zoo tötet Giraffe

Trotz Protesten: Kopenhagener Zoo tötet Giraffe

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KopenhagenDas Töten einer Giraffe im Zoo der dänischen Hauptstadt Kopenhagen hat Proteste ausgelöst. Das junge, männliche Tier Marius wurde nach Angaben des Tierparks vom Sonntag getötet, weil der Bestand der Giraffen dort zu groß geworden war - Inzucht drohte.

Der Fall hatte unerwartet viel, auch internationale Aufmerksamkeit erregt. In einer Online-Petition waren Tausende Unterschriften für das Überleben des Tieres gesammelt worden. Der dänischen Nachrichtenagentur Ritzau zufolge hatten Unbekannte dem Zoodirektor auch gedroht. Vor dem Tierpark versammelte sich am Sonntag laut Ritzau eine Gruppe von mehr als einem Dutzend Tierschützern.

Der Zoo verteidigte sein Vorgehen. „Diese Situation kennen wir von anderen Tierarten, bei denen die Zucht gut läuft“, erklärte Zoo-Direktor Bengt Holst. Die Tötung solle gewährleisten, „dass wir auch in Zukunft eine gesunde Giraffenpopulation in Europas Zoos haben werden“.

In einen anderen passenden Zoo konnte Marius den Angaben nach nicht gebracht werden, weil auch dort die Gefahr der Inzucht zu groß gewesen wäre. Besucher des Tierparks konnten am Sonntag die Obduktion des Tieres mitverfolgen. Auf Fotos war zu sehen, dass Teile der Giraffe an Löwen verfüttert wurden.

Von

dpa

Kommentare (8)

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Earthtourist

10.02.2014, 13:54 Uhr

Zivilisiertes Dänemark ? War kastrieren keine Option? Dieses herrliche Tier hätte tausende Überlebenschancen erhalten mit einem wenig Geduld und 'Gefühl'. Reise nie mehr nach Dänemark, kaufe auch keine Produkte mehr aus Dänemark. Ekelhaftige, unwürdige Ausrede des Zoos !

Speiseberndchen

10.02.2014, 14:08 Uhr

Schnell hat man sich eines "Problems" entledigt. Ruhe in Frieden kleiner Marius:-(

Querdenker689

10.02.2014, 14:28 Uhr

Ich verstehe den medialen Aufschrei nicht.
Die Raubtiere müssen doch sowieso fressen. Warum Fleisch womöglich aus Massentierhaltung kaufen, wenn das natürlichste Futter vor Ort verfügbar ist aus kontrollierter Haltung. Irgendein Tier muss sowieso sterben, um Raubtiere satt zu machen. Warum nicht ein überzähliges Huftier aus dem Zoobestand, gesund, ohne Hormonbehandlung und ohne Tiertransport zum Schlachthof. Tierschutzgerechter kann man Raubtierfutter wohl nicht erzeugen.
Im übrigen macht der Zoo von Kopenhagen das schon lange so, mit Känguruhs, Antilopen, Rindern. Auch deutsche Zoos - mit Ziegen, Schafen, Hirschen. Bei Giraffen "traut" sich das selten jemand, aber warum? Warum sollte eine Zoogiraffe anders gesehen werden als andere Huftiere, als eine Zoo-Ziege, ein Gehege-Hirsch oder ein Schlachtrind?

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