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14.05.2011

16:06 Uhr

Iran

"Auge-um-Auge“-Vergeltung verschoben

Bald sollte es soweit sein: Die mit Säure verunstaltete Iranerin hätte sich rächen und ihren Peiniger blenden dürfen. Doch die iranische Justiz verschiebt die Vollstreckung. Einen neuen Termin gibt es vorerst nicht.

Die Iranerin Ameneh Bahrami zeigt auf Fotos, wie sie ausssah, bevor sie das Opfer eines Säureanschlags wurde. Quelle: dpa

Die Iranerin Ameneh Bahrami zeigt auf Fotos, wie sie ausssah, bevor sie das Opfer eines Säureanschlags wurde.

TeheranDie iranische Justiz hat kurzfristig eine Vergeltungsaktion verschoben, mit der eine mit Säure verunstaltete Frau an ihrem Peiniger Rache üben wollte. Das berichtete die iranische Nachrichtenagentur ISNA. Ameneh Bahrami hatten ihrem Peiniger am Samstag in einem Krankenhaus in Teheran Säure in die Augen träufeln wollen, damit er - wie sie - erblindet.

Bahrami war nach Angaben ihres deutschen Verlages "wütend und traurig" über die Verschiebung. Die Blendung sei "aus fadenscheinigen Gründen" abgesagt worden, zitierte der mvg-Verlag in München die Frau in einer Mitteilung. "Angeblich war kein Arzt da. Das stimmte aber nicht. Bei uns stand ein Arzt, der sagte, dass er extra für die Vollstreckung gekommen ist." Später habe es geheißen, es sei versehentlich das falsche Krankenhaus gewählt worden.

Die 32-jährige Iranerin hatte 2008 vor Gericht erstritten, dass sie den Attentäter nach dem Prinzip "Auge um Auge" strafen kann. Der Mann hatte Bahrami vor etwa sechseinhalb Jahren Schwefelsäure ins Gesicht geschüttet, weil sie seine Heiratsanträge abgelehnt hatte.

Seitdem ist sie trotz mehrerer Operationen blind, ihr Gesicht ist entstellt.

Warum die Vergeltung verschoben wurde und wann sie nun stattfindet, wurde zunächst nicht bekannt. "Mir wurde gesagt, dass die Vollstreckung nur verschoben ist und diese Woche nachgeholt wird", zitierte der Verlag Bahrami. Sie müsse spätestens am 24. Mai wieder nach Spanien zurück, um ihre Aufenthaltsgenehmigung dort verlängern zu lassen. Bahrami lebt in Spanien und war für die Racheaktion nach Teheran gereist.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

14.05.2011, 18:06 Uhr

"Bahrami sei am kommenden Dienstag zur RTL-Sendung "Stern TV" eingeladen gewesen, teilte Verlagssprecherin Julia Loschelder mit.

Der Auftritt sei nun erstmal auf Eis gelegt."

Ist klar: man will für die Sendung auf den Bericht zur Blendung eines Straftätersr as erster Hand bauen, sonst fehlt der Kick, da verschiebt man lieber.

Wie pervers das TV geworden ist.

RalphFischer

15.05.2011, 14:05 Uhr

Ich begrüsse dieses Urteil ausdrücklich und hoffe das es vollstreckt wird.

Nicht weil ich besonders rachsüchtig bin, sondern weil es den ganzen Gutmenschen und Kuschelpolitikern ins Bewusstsein ruft, das die Sharia untrennbar mit dem Islam verbunden ist und enfach nicht mehr in die heutige Zeit gehört.

Selbst Mullahs finden diesen Fall unangenehm und denken das erste mal über diese Gesetze nach.

Und man kann es gar nicht oft und laut genug herausschreien: Taliban und AlKaida kämpfen für genau diese Rechtssprechung.
Sharia für alle.

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