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08.09.2014

13:06 Uhr

Irans oberster Führer

Chamenei unterzieht sich Prostata-Operation

Nur selten veröffentlicht der Iran Nachrichten über den Gesundheitszustand des geistlichen Führer des Landes. Nun ist Chamenei an der Prostata operiert worden. Die Staatsmedien stellen den Eingriff als Routine dar.

Der Oberste Führer des Iran, Ajatollah Ali Chamenei, ist an der Prostata operiert worden. dpa

Der Oberste Führer des Iran, Ajatollah Ali Chamenei, ist an der Prostata operiert worden.

TeheranIrans oberster Führer Ajatollah Ali Chamenei ist nach Angaben staatlicher Medien an der Prostata operiert worden. Es habe sich um einen Routineeingriff gehandelt, der erfolgreich verlaufen sei, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Irna am Montag. Was der Grund für die Operation war, wurde nicht bekannt. Der Iran gibt nur selten Informationen über den Gesundheitszustand des 75-Jährigen bekannt, der seit 1989 oberster Führer des Landes ist und in allen Staatsbelangen das letzte Wort hat.

Chefarzt Ali Resa Marandi sagte dem Staatsfernsehen, die Operation am Montagmorgen habe weniger als eine halbe Stunde gedauert und sei unter örtlicher Betäubung vorgenommen worden. Chamenei brauche nun drei bis vier Tage Ruhe. Er sei in „gutem Zustand“, hieß es. Präsident Hassan Ruhani besuchte den geistlichen Führer nach der Operation.

Das Staatsfernsehen hatte zuvor Aufnahmen von Chamenei veröffentlicht, in denen er die Iraner bat, für ihn zu beten. „Es gibt keinen Grund für Sorgen, aber das bedeutet nicht, dass sie - die Menschen - nicht beten sollten“, sagte Chamenei.

Chamenei war ein enger Vertrauter seines Vorgängers Ajatollah Ruhollah Chomeini, der die Islamische Revolution 1979 angeführt und bis zu seinem Tod 1989 oberste geistliche und weltliche Instanz war. Chamenei war acht Jahre lang Präsident des Irans, bevor er Chomeini 1989 nachfolgte.

Nach dem iranischen politischen System werden der Präsident und die Abgeordneten vom Volk gewählt. Doch die unumstrittene geistliche Hierarchie kontrolliert die Räte, die Gesetzentwürfe und Kandidaten billigen, die bei Wahlen antreten dürfen. Die Religionsgelehrten sind auch verantwortlich für die mächtige Justiz des Landes und sind eng verbunden mit den paramilitärischen Revolutionsgarden.

Chamenei gilt als Verfechter dieser Ordnung und eines strikt antiamerikanischen Kurses. 2009 ließ er Proteste für mehr demokratische Freiheiten niederschlagen. Gleichzeitig stellte er sich aber hinter den seit August 2013 regierenden Reformer Ruhani und unterstützte dessen Atomverhandlungen mit der Weltgemeinschaft, auch wenn er Zweifel an deren Erfolg anmeldete.

Von

ap

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