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28.08.2011

22:15 Uhr

„Irene“ in New York

Big Apple atmet ganz vorsichtig auf

VonNils Rüdel

Gebannt haben die New Yorker von ihren Wohnungen und Notunterkünften aus den Sturm Irene verfolgt. Wie es aussieht, haben sie das Schlimmste überstanden. Auf Long Island haben die Menschen weniger Glück.

Wirbelsturm

Tote durch Hurrikan „Irene”

Wirbelsturm: Tote durch Hurrikan „Irene”

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Washington/New YorkWährend sich Irene auf Long Island austobt und weiter Richtung Neuengland zieht, atmen die New Yorker vorerst auf.  „Die Dinge liegen besser, als wir erwartet haben“, sagte Christopher Gilbride, Sprecher des städtischen Katastrophenschutzes, am Morgen der „New York Times“. „Der Sturm bewegt sich schneller als gedacht“. Und je rascher er weiterziehe, desto weniger Schäden könne er an einem Ort anrichten.

Die schlimmsten Hurrikane seit 1980

Katrina

Katrina verwüstete 2005 die Region um New Orleans. 1322 Menschen starben, auch später in den überfluteten Straßen. Die Schäden beliefen sich, laut Münchener Rück, auf 125 Milliarden US-Dollar, wovon 62,2 Milliarden versichert waren.

Ike

2008 fegte Hurrikan Ike über Kuba, Haiti und die USA. 170 Personen kamen ums Leben, Schäden von 38,3 Milliarden Dollar entstanden. Davon versichert: 18,5 Milliarden.

Andrew

Hurrikan Andrew suchte im Jahr 1992 den US-Bundesstaat Florida heim. Es gab 62 Tote und Schäden in Höhe von 26,5 Milliarden Dollar. Versichert waren davon 17 Milliarden.

Ivan

Im Jahr 2004 tobte Hurrikan Ivan durch die Karibik und über den USA. Schreckensbilanz: 125 Tote, 23 Milliarden Dollar Schaden, 13,8 Milliarden davon rückversichert.

Wilma

Ebenfalls die Karibik und die USA traf Wilma 2005. 42 Tote waren zu beklagen, Schäden von 22 Milliarden Dollar entstanden. 12,5 Milliarden hiervor waren rückversichert.

Rita

Auch im Jahr 2005 wütete Hurrikan Rita, allerdings über Florida. Zehn Tote, 16 Milliarden Dollar Schaden, 12,1 davon abgesichert.

Charley

Ebenfalls Florida traf Wirbelsturm Charley im Jahr 2004. 36 Menschen kamen ums Leben, die Sachschäden bezifferten sich auf 18 Milliarden Dollar. Acht Milliarden gingen zu Lasten der Versicherungen. 

Frances

Hurrikan Frances verschlug es 2004 bis nach Kanada und den Norden der USA. Es starben 50 Menschen, zwölf Milliarden Dollar Schaden wurden verursacht. Gedeckt waren 5,5 Milliarden.

Hugo

Bereits 1989 zog Hurrikan Hugo über die Karibik und Teile der USA. 116 Menschen kamen ums Leben, 9,6 Milliarden Schäden standen 5,1 Milliarden Versicherungssumme gegenüber.

Jeanne

2000 Todesopfer forderte Jeanne im Jahr 2004 und verursachte dabei Sachschäden in Höhe von 9,2 Milliarden Dollar. Fünf Milliarden waren rückversichert.

Unmittelbar zuvor hatte das National Hurricane Center Irene herabgestuft, von einem Hurrikan der Kategorie eins auf einen Tropischen Sturm. Zunächst seien die Auswirkungen aber unverändert, sagte Behördenchef Bill Read.

Das heißt für New York: Teile Manhattans liegen unter Wasser, am Morgen waren Hudson und East River am Battery Park in Südmanhattan über die Ufer getreten. Zusätzlich zur normalen Flut drückte Irene Meerwasser in die Bucht und ließ den Pegel ansteigen. Für Brooklyn und Queens gaben die Behörden Tornadowarnungen aus, vereinzelt gab es Stromausfälle. Irene zeigt sich ansonsten vor allem als Dauerregen.

Zunächst blieb es aber in der Stadt, anders als befürchtet, bei einzelnen Überschwemmungen. Trotzdem sperrte die Polizei, die großflächig im Einsatz ist, den Holland Tunnel nach New Jersey und den normalerweise viel befahrenen West Side Highway.

Menschen waren ohnehin kaum auf den Straßen zu sehen, die meisten hatten auf den Rat von Bürgermeister Michael Bloomberg gehört, zu Hause zu bleiben. Weit könnten sie sich ohnehin nicht bewegen: Seit Samstagmittag fährt keine U-Bahn und kein Bus mehr, viele Straßen sind gesperrt. Bewohner in niedrig gelegenen Stadtgebieten hatten sich zuvor in Sicherheit gebracht, nachdem Bloomberg die Evakuierung von 370.000 Menschen angeordnet hatte. „Man kann sich nicht auf den besten Fall vorbereiten, man muss sich auf den schlimmsten Fall vorbereiten“, hatte Bloomberg am Freitag gesagt.

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