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28.08.2011

20:24 Uhr

"Irene" in New York

Noch mal davongekommen

VonNils Rüdel

In New York füllen sich die Straßen, in Washington putzt sich das Weiße Haus heraus, in Ocean City geht bald die Party wieder los: Die US-Ostküste räumt hinter dem Wirbelsturm Irene auf. Doch Entwarnung wollen die Behörden noch nicht geben. 

Wirbelsturm

Tote durch Hurrikan „Irene”

Wirbelsturm: Tote durch Hurrikan „Irene”

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WashingtonWar’s das? „Das war’s“, sagt der Mann im braunen Arbeitskittel. „Wenigstens kann ich jetzt früher nach Hause.“ Er grinst, wirft sein tragbares Laubgebläse wieder an, das umgehend ein paar abgebrochene Zweige vom Bordstein brüllt. Der Wiesenrand vor dem Weißen Haus muss wieder ordentlich aussehen. Die Sonne knallt vom Himmel, Windböen bringen frische, kühle Luft.

Herumliegende Äste, hier und da ein Stromausfall, ein paar vollgelaufene Keller – das ist Washington am Sonntagmittag nach dem großen Sturm. Der Hurrikan Irene, inzwischen zum Tropensturm herabgestuft, hat die Hauptstadt verschont. Während der Sturm weiter nordöstlich auf Long Island immer noch wütet und Neuengland noch vor sich hat, beginnen die Menschen hinter seinem Rücken damit aufzuräumen.

Die schlimmsten Hurrikane seit 1980

Katrina

Katrina verwüstete 2005 die Region um New Orleans. 1322 Menschen starben, auch später in den überfluteten Straßen. Die Schäden beliefen sich, laut Münchener Rück, auf 125 Milliarden US-Dollar, wovon 62,2 Milliarden versichert waren.

Ike

2008 fegte Hurrikan Ike über Kuba, Haiti und die USA. 170 Personen kamen ums Leben, Schäden von 38,3 Milliarden Dollar entstanden. Davon versichert: 18,5 Milliarden.

Andrew

Hurrikan Andrew suchte im Jahr 1992 den US-Bundesstaat Florida heim. Es gab 62 Tote und Schäden in Höhe von 26,5 Milliarden Dollar. Versichert waren davon 17 Milliarden.

Ivan

Im Jahr 2004 tobte Hurrikan Ivan durch die Karibik und über den USA. Schreckensbilanz: 125 Tote, 23 Milliarden Dollar Schaden, 13,8 Milliarden davon rückversichert.

Wilma

Ebenfalls die Karibik und die USA traf Wilma 2005. 42 Tote waren zu beklagen, Schäden von 22 Milliarden Dollar entstanden. 12,5 Milliarden hiervor waren rückversichert.

Rita

Auch im Jahr 2005 wütete Hurrikan Rita, allerdings über Florida. Zehn Tote, 16 Milliarden Dollar Schaden, 12,1 davon abgesichert.

Charley

Ebenfalls Florida traf Wirbelsturm Charley im Jahr 2004. 36 Menschen kamen ums Leben, die Sachschäden bezifferten sich auf 18 Milliarden Dollar. Acht Milliarden gingen zu Lasten der Versicherungen. 

Frances

Hurrikan Frances verschlug es 2004 bis nach Kanada und den Norden der USA. Es starben 50 Menschen, zwölf Milliarden Dollar Schaden wurden verursacht. Gedeckt waren 5,5 Milliarden.

Hugo

Bereits 1989 zog Hurrikan Hugo über die Karibik und Teile der USA. 116 Menschen kamen ums Leben, 9,6 Milliarden Schäden standen 5,1 Milliarden Versicherungssumme gegenüber.

Jeanne

2000 Todesopfer forderte Jeanne im Jahr 2004 und verursachte dabei Sachschäden in Höhe von 9,2 Milliarden Dollar. Fünf Milliarden waren rückversichert.

Auch in New York, wo Irene noch dichter dran war als in Washington, trauen sich die Leute wieder auf die Straße. Es ist ungewöhnlich ruhig in der Stadt, viele Geschäfte haben geschlossen, U-Bahnen und Busse stehen im Depot. Die Menschen führen ihren Hund aus, gehen joggen oder spazieren und schauen sich an, was Irene ihnen hinterlassen hat.

Am Morgen noch war der Sturm durch die Straßen gepeitscht, im Battery Park an der Südspitze Manhattans hatte knöchelhoch das Wasser gestanden, Sandsäcke lagen schützend vor der Baustelle am Ground Zero. Zwar steht noch immer hier und da das Wasser, viele Menschen sind ohne Strom. Doch das Schlimmste sei jetzt überstanden, sagte Bürgermeister Michael Bloomberg am Nachmittag. Die Evakuierungen würden nun aufgehoben.

Auch überall dort an der US-Ostküste, wo sich Irene seit Samstagmorgen auf ihrem Weg nach Norden bislang vorbeigewalzt hatte, räumen die Menschen auf. In North Carolina nehmen sie die Bretter von den Fenstern, in Virginia sägen sie umgestürzte Bäume klein, in Pennsylvania legen sie ihre Keller trocken. Im Touristenort Ocean City soll die Party bald wieder weitergehen. Auf jeden Fall haben die Menschen die nächsten Tagen viel zu essen und zu trinken, weil sie angehalten wurden, für den schlimmsten Fall vorzusorgen.

Kommentare (2)

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rolfnighthawk

28.08.2011, 22:50 Uhr

da hat amerika mal wieder weiltweit um aufmerksamkeit geheischt - und dann kam mal wieder die blase,
dabei ...
wie schön wäre amerika ohne die amerikaner ...

rolfnighthawk

28.08.2011, 22:54 Uhr

die amis glauben doch so kräftig an gott
"DAS IST DIE STRAFE GOTTES NUN FÜR ALLES BÖSE..."

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