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29.08.2011

06:26 Uhr

„Irene“ und die Folgen

Waren wir alle bloß hysterisch?

VonNils Rüdel

Der Hurrikan Irene hat weitaus weniger Schaden angerichtet als angenommen. Waren die düsteren Warnungen, die Evakuierungen und die Hamsterkäufe also übertrieben? Politiker müssen sich nun rechtfertigen. Zu Unrecht.

Diese beiden Amerikaner hatten nicht so viel Glück mit "Irene". Ihr Haus wurde zerstört. AFP

Diese beiden Amerikaner hatten nicht so viel Glück mit "Irene". Ihr Haus wurde zerstört.

Es war einmal ein Hirtenjunge, dem war furchtbar langweilig. Also schrie er eines Tages vor dem Dorf laut „Wolf!“, nur so zum Spaß. Die alarmierten Dorfbewohner rannten dem Jungen zur Hilfe – und kehrten genervt wieder um. Als eines anderen Tages wirklich ein Wolf vor dem Jungen stand, waren seine Hilferufe vergebens. Niemand glaubte ihm mehr.

Die alte Fabel von Äsop, in Amerika als „The Boy Who Cried Wolf“ bekannt, wird gerade wieder oft erzählt. Der Hirtenjunge steht dabei für all die Politiker, die düster vor dem Hurrikan Irene warnten, die U-Bahnen dichtmachten und ganze Landstriche evakuierten. Für Leute wie New Jerseys Gouverneur Chris Christie, New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg oder gar US-Präsident Barack Obama, der vor einem „historischen Hurrikan“ gewarnt hatte.

Die schlimmsten Hurrikane seit 1980

Katrina

Katrina verwüstete 2005 die Region um New Orleans. 1322 Menschen starben, auch später in den überfluteten Straßen. Die Schäden beliefen sich, laut Münchener Rück, auf 125 Milliarden US-Dollar, wovon 62,2 Milliarden versichert waren.

Ike

2008 fegte Hurrikan Ike über Kuba, Haiti und die USA. 170 Personen kamen ums Leben, Schäden von 38,3 Milliarden Dollar entstanden. Davon versichert: 18,5 Milliarden.

Andrew

Hurrikan Andrew suchte im Jahr 1992 den US-Bundesstaat Florida heim. Es gab 62 Tote und Schäden in Höhe von 26,5 Milliarden Dollar. Versichert waren davon 17 Milliarden.

Ivan

Im Jahr 2004 tobte Hurrikan Ivan durch die Karibik und über den USA. Schreckensbilanz: 125 Tote, 23 Milliarden Dollar Schaden, 13,8 Milliarden davon rückversichert.

Wilma

Ebenfalls die Karibik und die USA traf Wilma 2005. 42 Tote waren zu beklagen, Schäden von 22 Milliarden Dollar entstanden. 12,5 Milliarden hiervor waren rückversichert.

Rita

Auch im Jahr 2005 wütete Hurrikan Rita, allerdings über Florida. Zehn Tote, 16 Milliarden Dollar Schaden, 12,1 davon abgesichert.

Charley

Ebenfalls Florida traf Wirbelsturm Charley im Jahr 2004. 36 Menschen kamen ums Leben, die Sachschäden bezifferten sich auf 18 Milliarden Dollar. Acht Milliarden gingen zu Lasten der Versicherungen. 

Frances

Hurrikan Frances verschlug es 2004 bis nach Kanada und den Norden der USA. Es starben 50 Menschen, zwölf Milliarden Dollar Schaden wurden verursacht. Gedeckt waren 5,5 Milliarden.

Hugo

Bereits 1989 zog Hurrikan Hugo über die Karibik und Teile der USA. 116 Menschen kamen ums Leben, 9,6 Milliarden Schäden standen 5,1 Milliarden Versicherungssumme gegenüber.

Jeanne

2000 Todesopfer forderte Jeanne im Jahr 2004 und verursachte dabei Sachschäden in Höhe von 9,2 Milliarden Dollar. Fünf Milliarden waren rückversichert.

Kritiker werfen ihnen nun vor, sie hätten unnötig Panik geschürt. Gemeinsam mit ihren Komplizen: den Meteorologen und den Medien, die aus dem Sturm in ein Rund-um-die-Uhr-Spektakel gemacht hätten (was stimmt). In Wahrheit habe sich Irene aber doch nur als ein Sturm im Wasserglas entpuppt.

Mal abgesehen davon, dass Irene 18 Todesopfer gefordert und Milliardenschäden verursacht hat: Die Kritiker machen es sich zu einfach. Man muss nicht erst den Hurrikan Katrina 2005 mit 1800 Toten bemühen, um zu wissen, was passieren kann, wenn die Bevölkerung nicht ausreichend auf ein solches Naturereignis vorbereitet ist.

Wirbelsturm

Tote durch Hurrikan „Irene”

Wirbelsturm: Tote durch Hurrikan „Irene”

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Kommentare (15)

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SeriousSam

29.08.2011, 07:21 Uhr

"Waren wir alle hysterisch? Vermutlich ja"

Wer "wir"? Die Medien, die das gewohnt alarmistisch zu einer Großbedrohung hochgeschrieben haben? Ja, in der Tat.

Diese Hysterie zieht sich zudem durch nahezu jede 'Berichterstattung', man muss sich nur das seit jahren anhaltende Geschrei um Staats- und Bankenfinanzen ansehen.

Wem ist damit gedient?

Account gelöscht!

29.08.2011, 07:55 Uhr

Nachdem wie in den letzten Wochen die Wirtschaftskrise aufgebauscht wurde, war doch von Irene nichts anderes zu erwarten. Das ganze ist ein altes Phaenomen und nennt sich Sensationsjournalismus. Bedauerlicherweise konnte man das Dummgeschwaetz um Irene nicht unendlich mit Expertenbeitraegen und Geruechten aus der Wetterkueche in die Laenge ziehen.

Kalle

29.08.2011, 08:05 Uhr

Weil die Klimakatastrophe ausbleibt müssen Extremwetterereignisse erfunden werden, damit der Klimawandel nicht ganz vergessen wird. Alles Schau, alles Trick von den CO2-Klimalügnern denen es nur um Ängstigung der Menschen geht damit die sich so verhalten wie gewünscht.
Wer den Kram durchschauen will soll mal nach EIKE googeln, da werden wir nicht belogen!

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