Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

26.05.2011

04:18 Uhr

Island

Keine Flugausfälle wegen Aschewolke erwartet

Während Europa buchstäblich aufatmen kann, hat die Vulkanasche des Grímsvötn Island fest im Griff. Wie ein Leichentuch liegt der Staub auf manchen Regionen - mit unvorhersehbaren Folgen gerade für die Landwirtschaft.

Vulkanasche

Grimsvötn hat vorerst ausgespu(c)kt

Vulkanasche: Grimsvötn spuckt keine Asche mehr

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

ReykjavikNach dem Vulkanausbruch auf Island werden am Donnerstag keine Einschränkungen des Flugverkehrs in Europa erwartet. Starts und Landungen in ganz Europa dürften wieder reibungslos ablaufen, hatte die Europäische Flugsicherheitsbehörde Eurocontrol am Mittwochabend in Brüssel mitgeteilt.

„Da die Aschewolke sich über Nacht voraussichtlich verteilen wird, erwarten wir morgen keine nennenswerten Auswirkungen auf den Europäischen Luftraum.“ Der Vulkan Grímsvötn spuckt seit Mittwoch keine Asche mehr in große Höhen.

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) forderte einheitliche Richtlinien in Europa zum Umgang mit Vulkanasche im Flugverkehr. Nach Informationen der „Passauer Neuen Presse“ hat der Minister dies in einem Brief an die ungarische Ratspräsidentschaft unterstrichen. Er habe darin seinen ungarischen Amtskollegen Pál Völner gebeten, das Thema beim Verkehrsministerrat am 16. Juni ganz oben auf die Tagesordnung zu setzen, schreibt die Zeitung. Am Mittwoch waren rund 450 Flüge wegen der Aschewolke im deutschen Luftraum ausgefallen, betroffen war vor allem der Norden Deutschlands. Flughäfen in Berlin, Hamburg und Bremen mussten am Mittwoch vorübergehend schließen. Wegen der Schließungen im Norden blieben zudem in ganz Deutschland zahlreiche Maschinen am Boden, darunter in Frankfurt/Main, Stuttgart, Düsseldorf, Hannover, München und Nürnberg. Anders als bei dem Flugchaos vor einem Jahr wurden die Flugverbote rasch wieder aufgehoben.

Für Island selbst sind das nur zum Teil gute Nachrichten. Flugverkehr, Tourismus, Landwirtschaft - die „Insel aus Feuer und Eis“ leidet unter der Aschewolke. Die wird sich zwar jetzt, wo der Vulkan aufgehört hat, Staub zu speien, allmählich auflösen. Doch die Folgen für Island sind noch nicht abzusehen. Ministerpräsidentin Jóhanna Sigurdardóttir versprach den Isländern Unterstützung. „Wir werden alles tun, was wir können, um den Menschen zu helfen, die wegen der Eruption Schwierigkeiten haben“, sagte die Politikerin.

Von der Aschewolke am stärksten betroffen ist das Gebiet südwestlich des Vulkans. Dort, wo sich die Asche Zentimeter dick auf den Boden legt. Wer längere Zeit draußenbleiben will, trägt Masken und Schutzbrillen. Ein Experte vom Meteorologischen Institut in Island hatte nach der Eruption von einem „Asche-Blizzard“ gesprochen.

Johannsson hat wie so viele andere Bauern auch besonders unter den Folgen zu leiden. Denn jetzt ist seine Saison - in dieser Zeit werden Lämmer geboren. „Ich habe etwa 300 Schafe. Und jetzt auch noch 480 Lämmer“, sagte er dem isländischen Rundfunksender RUV. 90 Prozent seiner Tiere seien weiter auf den Feldern.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×