Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

15.05.2017

18:30 Uhr

Italien

Mafia verdiente Millionen mit Flüchtlingszentrum

Der italienischen Polizei ist wohl ein Schlag gegen die Mafia gelungen. Sie deckte einen Millionenbetrug in einem Flüchtlingszentrum auf: So sollen der Mafia 36 Millionen Euro Steuergeld zugeschanzt worden sein.

Ermittlern zufolge hatte die zur 'Ndrangheta gehörende Arena-Familie mit Hilfe eines Priesters und des in Italien bekannten Leiters der Hilfsorganisation Fraternita di Misericordia, Leonardo Sacco, Aufträge zur Versorgung eines Flüchtlingszentrums bekommen. dpa

Erfolg im Kampf gegen die Mafia

Ermittlern zufolge hatte die zur 'Ndrangheta gehörende Arena-Familie mit Hilfe eines Priesters und des in Italien bekannten Leiters der Hilfsorganisation Fraternita di Misericordia, Leonardo Sacco, Aufträge zur Versorgung eines Flüchtlingszentrums bekommen.

RomDie italienische Polizei hat einen mafiösen Millionenbetrug um ein Flüchtlingszentrum im kalabrischen Crotone aufgedeckt. 68 Personen wurden unter dem Vorwurf festgenommen, der 'Ndrangheta mit Dienstleistungsaufträgen für das Willkommenszentrum Isola di Capo Rizzi 36 Millionen Euro Steuergeld zugeschanzt zu haben. Darunter waren nach Angaben der Carabinieri vom Montag ein Priester und der in Italien bekannte Leiter der Hilfsorganisation Fraternita di Misericordia, Leonardo Sacco.

Carabinieri-General Giuseppe Governale sagte bei der Bekanntgabe der Festnahmen: „Das Willkommenszentrum und Fraternita di Misericordia waren die Geldautomaten der Mafia.“

Flüchtlingsroute Mittelmeer: NGOs von Schleppern finanziert?

Flüchtlingsroute Mittelmeer

NGOs von Schleppern finanziert?

Zahlreiche Hilfsorganisationen agieren auf dem Mittelmeer, um Menschenleben zu retten. Ein italienischer Staatsanwalt erhebt nun jedoch Vorwürfe. Demnach könnten einige NGOs von Schleppern finanziert sein.

Ermittlern zufolge hatte die zur 'Ndrangheta gehörende Arena-Familie mit Hilfe eines Priesters und Saccos Aufträge zur Versorgung des Flüchtlingszentrums bekommen. Die Hilfsorganisation habe von dem Arena-Klan kontrollierte Catering-Betriebe beauftragt. Diese hätten dann mehr Mahlzeiten in Rechnung gestellt, als sie tatsächlich lieferten. So seien etwa 36 Millionen der 103 Millionen Euro öffentliche Zuschüsse an den Arena-Klan gegangen. Mit dem Geld seien Immobilien, Luxusautos und Jachten gekauft worden, sagte Staatsanwalt Nicola Gratteri.

Die Polizei bezeichnete den Priester als Organisator des betrügerischen Abschöpfens öffentlicher Mittel für das Flüchtlingszentrum in den Jahren von 2006 bis 2015. Er habe 2007 überdies 132 000 Euro für seine seelsorgerischen Dienste für Flüchtlinge kassiert, heißt es in ihrer Erklärung.

Sacco ist ein Italiener mit vielen Verbindungen zur Politik bis hin zum Vatikan. Dokumentiert ist das auf vielen Fotos, die Sacco mit bekannten Persönlichkeiten zeigen - darunter auch Papst Franziskus.

Von

ap

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×