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16.03.2017

20:58 Uhr

Italienischer Vulkan

Verletzte bei Explosion am Ätna

Der Vulkan Ätna auf der italienischen Insel Sizilien ist erneut aktiv. Bei einer Explosion auf 2700 Metern Höhe wurden vier Menschen verletzt. Sie hielten sich beruflich am Hang des Vulkans auf und waren keine Touristen.

Aus sicherer Entfernung betrachtet sind die Lavaströme des Ätna lediglich ein beeindruckendes Naturschauspiel. Vier Menschen kamen der Lava jetzt jedoch zu nahe – und wurden verletzt. dpa

Spektakuläres Naturschauspiel

Aus sicherer Entfernung betrachtet sind die Lavaströme des Ätna lediglich ein beeindruckendes Naturschauspiel. Vier Menschen kamen der Lava jetzt jedoch zu nahe – und wurden verletzt.

CataniaBei einer vulkanischen Explosion am Ätna sind mehrere Menschen auf Sizilien verletzt worden. Der höchste Vulkan Europas spuckt seit Dienstagabend wieder Asche und hat am Südostkrater einen Lavastrom gebildet. Kommt heiße Lava mit Wasser oder Schnee in Berührung, kann eine Explosion ausgelöst werden - wie am Donnerstag auf 2700 Metern geschehen. Das Nationale Institut für Geophysik und Vulkanologie (INGV) bestätigte der Deutschen Presse-Agentur, dass vier Menschen leicht verletzt wurden. Sie seien aus Arbeitsgründen am Vulkan unterwegs gewesen.

Einer der Verletzten sei ein Mitarbeiter des INGV, sagte der Wissenschaftler Marco Neri. „Sie waren dort oben aus Arbeitsgründen, nicht, weil sie leichtsinnig waren.“ Um die Eruption zu beobachten, müssten die Vulkanologen immer wieder zu Exkursionen aufbrechen. Dass dabei auch etwas passieren könne, sei leider nicht ungewöhnlich, sagte er.

Ein Team der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt Großbritanniens, BBC, war zum Zeitpunkt der Explosion vor Ort, wie die Journalistin Rebecca Morelle auf Twitter schrieb: „Eine Erinnerung daran, wie gefährlich & unvorhersehbar Vulkane sein können.“ Morelle setzte mehrere Tweets ab, während sie von einem Rettungsteam vom Berg hinuntergebracht wurde. „Über dem Ätna ist jetzt eine große Aschewolke.“ Das Erlebnis am Donnerstag sei eine Erfahrung gewesen, die sie nicht wiederholen wolle.

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Italienische Medien hatten berichtet, dass zehn Menschen verletzt wurden und dass es sich bei den Betroffenen um Ausflügler handelte. Keiner von ihnen sei in kritischem Zustand. Das INGV konnte diese Zahlen aber zunächst nicht bestätigen.

Zu einer „phreatischen Explosion“ wie am Ätna komme es, wenn Lava in Kontakt mit Wasser, Schnee oder Eis kommt, erklärte Eleonora Rivalta vom Deutschen Geoforschungszentrum in Postdam. „Der Grund dafür ist, dass im Lavagestein ganz viele Gase gelöst sind. Wenn die Lava zu rasch abkühlt, formen die Gase Blasen. Die Blasen werden schnell ganz groß und brechen das Gestein. Dann kommt es zur Explosion.“ Die Splitter, die ein Vulkan dann in die Luft schleudert, könnten durchaus heiß sein, sagte Rivalta.

Die jüngste Episode von Eruptionen am Ätna hatte vor gut zwei Wochen begonnen. Nachdem sich die Aktivität am Vulkan zeitweise verringert hatte, intensivierte sie sich laut dem Nationalen Institut für Geophysik und Vulkanologie (INGV) in den vergangenen Tagen wieder. Bislang ist der Luftverkehr am Flughafen im nahe gelegenen Catania nicht von dem Ausbruch betroffen.

Am Ätna kommt es immer wieder auch zu größeren Eruptionen, er gehört zu den aktivsten Vulkanen der Welt. Ende Mai findet ganz in der Nähe, in Taormina, der G7-Gipfel der führenden Industrienationen statt, zu dem auch US-Präsident Donald Trump erwartet wird.

Von

dpa

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