Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

12.04.2012

18:50 Uhr

Jahrhundertstreit

USA zahlen Indianern Milliarden-Entschädigung

Früher trugen Ureinwohner und Amerikaner ihren Streit mit Waffen aus, heute tun sie es vor Gericht. Eine milliardenschwere Entschädigung für entgangene Provisionen könnte das Kriegsbeil nun endlich begraben.

Die Ureinwohner dürfen sich über eine milliardenschwere Entschädigung für nicht geleistete Provisionen für die Nutzung ihres Landes freuen. ap

Die Ureinwohner dürfen sich über eine milliardenschwere Entschädigung für nicht geleistete Provisionen für die Nutzung ihres Landes freuen.

New YorkDie Ewigkeit hielt immer nur ein paar Jahre. Dutzende Verträge haben die Regierungen der USA in den letzten 236 Jahren mit den Indianern geschlossen, in fast allen wurde das übrig gelassene Land den Ureinwohnern „für immer“ versprochen. Doch schon bald richteten sich wieder die Augen von Spekulanten, Ölbohrern und Goldsuchern auf die verbliebenen Jagdgründe. Zwischen Washington und den Stämmen herrschte Kriegszustand - im 19. Jahrhundert militärisch, im 20. juristisch. Jetzt könnte ein Milliardenausgleich für Fälle, die schon ein Jahrhundert zurückliegen, die Ureinwohner besänftigen.

Gut eine Milliarde Dollar (rund 780 Millionen Euro) will die Regierung den Indianern zahlen. Das ist das Ergebnis eines jahrelangen Rechtsstreits, den Washington mit mehr als 100 Stämmen geführt hat. Dem Vergleich haben zwar nur 41 „Nations“ zugestimmt, aber auch mit den anderen Stämmen wird eine Einigung erwartet.

Es ist keine Wiedergutmachung für das Unrecht an den ursprünglichen Völkern Nordamerikas, nicht für Vertreibung, Massaker und Eliminierung ganzer Kulturen. Es geht um handfeste juristische Fragen, die Barack Obama zu Beginn seiner Amtszeit vor drei Jahren zu klären versprach.

Im Kern ging es um entgangene Provisionen. Denn für die Öl- und Gasförder-Provisionen, die Weide- und Fischereirechte, die Schürf- und Abbaugenehmigungen sind die Bundesbehörden zuständig - auch wenn es sich um Indianerland handelt. Dafür gebührt den Reservaten aber eine ordentliche Beteiligung an den Einnahmen. Und genau die habe es so nicht gegeben, klagen die Indianer. Oft sei zu wenig gezahlt worden oder gar nichts. War es gezielte Benachteiligung oder schlicht Misswirtschaft? Klar war nur: Washington ist verantwortlich - Washington muss zahlen.

Kommentare (5)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Holzauge

12.04.2012, 19:38 Uhr

Better late than never.

Es ist gut das die USA für ihren Holocaust Verantwortung nehmen, auch wenn die Summen im Vergleich zu denen die Deutschland gezahlt hat bescheiden sind.

Es wäre begrüssenswert wenn die Türken etwas ähnliches für die Armenier auf die Beine stellen würden.

Adi

12.04.2012, 21:41 Uhr

Yes wonderful,
na das lohnt sich ja.Für ne schlappe Milliarde selbstgedruckter
Papierschnipsel,die ja eh von der ganzen Welt mitfinanziert wird,
da der Dollar ja in Wahrheit die einzige Währung auf der Welt ist,
kann man also einen ganzen Kontinent stehlen und ein ganzes Volk
abschlachten.Bleibt nur zu hoffen,dass sich die Chinesen und Inder
nicht mal durchrechnen,ob Sie nicht 300 Millionen Europäer abschlachten könnten für 3€ pro Nase.
ALso,dann feiert mal schön weiter
Adi

Selbstversorger

12.04.2012, 22:33 Uhr

Ebenso die Briten für den Holocaust an den Iren um 1850, der Millionen Menschenleben forderte und bis heute weitgehend verschwiegen wird. Allenfalls wird er als Hungekatastophe durch Kartoffelfäule bezeichnet, war jedoch eine gezielte Ausrottung der Iren bei denen bis zu 6 Millionen umkamen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×