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08.01.2015

11:47 Uhr

Jan Böhmermann lästert

Helene Fischer – „singende Sagrotan-Flasche“

Moderator Jan Böhmermann hat Schlagerstar Helene Fischer „singende Sagrotan-Flasche“ genannt. Seine eigene Show, die bald im ZDF-Hauptprogramm läuft, soll hingegen den Rundfunkbeitrag wert sein.

Ab 6. Februar rückt Böhmermanns Personality-Show „Neo Magazin“ (bisher ZDFneo) ins Hauptprogramm des ZDF. dpa

Ab 6. Februar rückt Böhmermanns Personality-Show „Neo Magazin“ (bisher ZDFneo) ins Hauptprogramm des ZDF.

BerlinModerator Jan Böhmermann (33) rechtfertigt seine TV-Arbeit mit drastischen Worten über Schlagerstar Helene Fischer - die er mit einem Desinfektionsmittel vergleicht. Er wolle öffentlich-rechtliches Fernsehen machen, aber für seinen Rundfunkbeitrag „nicht nur folkloristische Lokalberichterstattung für Senioren“ oder „die singende Sagrotan-Flasche Helene Fischer“ sehen, zitiert ihn das „Zeit Magazin“.

Das Reinigungsmittel Sagrotan ist - gemäß Eigenwerbung - „seit über 100 Jahren Ihr Experte für den Schutz Ihrer Familie, jeden Tag“, wie es auf der Internetseite des Drogeriemarktes DM heißt. Von Reinigern bis zu Seifen mache Sagrotan das eigene Heim „mehr als nur oberflächlich sauber“, es werde „sogar sorglos sauber“.

Vor diesem Hintergrund müsse man zur Not das Programm, das man sich wünsche, selber machen, glaubt Böhmermann. Er bekommt bald eine eigene Show im ZDF-Hauptprogramm. „Der in der Sendung ist eine Version von mir, die ich mir ausgedacht habe - und diese Version ist das ganze Konzept“, zitierte das „Zeit Magazin“ Böhmermann zu seinem oft bitterbösen, stets präzisen Humor, der an Harald Schmidt erinnert.

Die Karriere von Helene Fischer

Herkunft

Helene Fischer wurde am fünften August 1984 im russischen Krasnojarsk in der ehemaligen Sowjetunion als Jelena Petrowna Fischer geboren. Sie ist die Tochter einer russlanddeutschen Familie.

Umzug in die Bundesrepublik

1988 siedelten ihre Eltern mit ihr und ihrer sechs Jahre älteren Schwester nach Wöllstein in Rheinland-Pfalz. Als Schülerin der Realschule nahm sie bereits in jungem Alter an Theater-AGs und Musicalworkshops teil.

Ausbildung

Nach ihrem Realschulabschluss absolvierte Fischer an der Stage & Musical School in Frankfurt am Main eine dreijährige Ausbildung, die sie als staatlich anerkannte Musicaldarstellerin abschloss. Während ihrer Ausbildung arbeitete sie bereits am Staatstheater Darmstadt und am Volkstheater Frankfurt in Musicals und Schlagervorführungen.

Anfänge

Fischers Mutter schickte eine Demo-CD an Künstlermanager und Produzenten. Wenig später erhielt Fischer ihren ersten Plattenvertrag und feierte am 14. Mai 2005 in der ARD im „Hochzeitsfest der Volksmusik“ ihre Fernsehpremiere. Am 3. Februar 2006 erschien ihr erstes Album „Von hier bis unendlich“.

Durchbruch

Am 6. Juli 2007 widmete der MDR ihr einen Musikfilm „So nah, so fern“ mit ihren neuesten Titeln aus dem gleichnamigen Album. Am 14. September 2007 wurde der Film auf DVD veröffentlicht.

Preise

Im Januar 2008 wurde sie mit der „Krone der Volksmusik“ in der Kategorie „Erfolgreichste Sängerin des Jahres 2007“ ausgezeichnet. Nach ihrem Auftritt erhielt sie Platin für das Album „Von hier bis unendlich“. Es folgten weitere „Kronen der Volksmusik“, zahlreiche „Echo-Preise“, ein „Bambi“ in der Kategorie „Musik national“, eine „Romi“ und mehrere „Goldene Hennen“.

Chartspitze

Mit ihrem fünften Studioalbum „Für einen Tag“, das am 14. Oktober 2011 veröffentlicht wurde, erreichte sie zum ersten Mal den ersten Platz der Charts in Deutschland. Das Album wurde nach zwei Wochen in Deutschland mit Gold ausgezeichnet, später erhielt es Platinstatus.

Reality-TV

Ebenfalls 2012 entstand die Fernsehdokumentation „Allein im Licht“, die den Tourneealltag Fischers dokumentierte. Im gleichen Jahr stand Fischer erstmals als Schauspielerin vor der Kamera. Im ZDF übernahm sie in der Fernsehreihe „Das Traumschiff“ die Rolle der Reiseleiterin Franziska Stein.

Moderatorin

Am 27. März 2014 moderierte Fischer die Echoverleihung und gewann in den Kategorien „Deutschsprachiger Schlager“ und „Album des Jahres“. Beim Eurovision Song Contest 2014 verkündete sie das Ergebnis der deutschen Abstimmung.

Atemlos durch die Nacht

Der Song „Atemlos durch die Nacht“ von Fischers sechsten Studioalbum „Farbenspiel“ erreichte Platz drei der Singlecharts. Nach dem Gewinn der Weltmeisterschaft sang Fischer den Song bei der offiziellen Begrüßung der deutschen Fußballnationalmannschaft am Brandenburger Tor in Berlin.

Das Jahr 2014

Das Fachmagazin "musikmarkt" stellt fest: "Das ist zuvor noch niemandem gelungen: Helene Fischers "Farbenspiel" ist das erste Album, das zwei Mal Platz eins der deutschen Jahrescharts erobert. Auch in den Single-Jahrescharts 2014 setzt sich Helene Fischer gegen die Konkurrenz durch und lässt mit "Atemlos durch die Nacht" Pharrell Williams' "Happy" links liegen."

Nach seinen Sendungen freue er sich aber, so schnell wie möglich, nach Hause zu kommen, sich aufs Sofa zu legen, und sich an seiner „eigenen Spießigkeit zu erfreuen“. Ab 6. Februar rückt Böhmermanns Personality-Show „Neo Magazin“ (bisher ZDFneo) ins Hauptprogramm des ZDF - als „Neo Magazin Royale“. Dafür bekommt er vom Sender ein neues Studio und eine Live-Band, deren Kopf der Rapper Dendemann (40) sein soll.

Der Schlagersängerin kann die Kritik egal sein. Ihre Fans lieben sie und kaufen wie verrückt ihre Musik. Helene Fischer (30) hat sowohl den Hit als auch das Album des Jahres 2014 vorgelegt. „Atemlos durch die Nacht“ sei die erfolgreichste Single, „Farbenspiel“ das erfolgreichste Album der vergangenen zwölf Monate, teilte GfK Entertainment bei Veröffentlichung seiner offiziellen deutschen Jahrescharts mit.

Erstmals in der Geschichte der deutschen Charts seit 1977 schaffe es ein Album zum zweiten Mal hintereinander an die Spitze der Jahresauswertung. „Farbenspiel“ war bereits 2013 ganz vorn. Bei den Alben kommt AC/DC („Rock Or Bust“) auf Platz zwei, gefolgt von Pink Floyd („The Endless River“), Xavier Naidoo mit befreundeten Musikern („Sing meinen Song - Das Tauschkonzert“) sowie Herbert Grönemeyer („Dauernd jetzt“).

Kommentare (5)

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Herr Michael Müller

08.01.2015, 12:46 Uhr

Missgunst & Neid muß man sich erarbeiten!

Lästern kann jeder.     (...)                       
Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

Herr Detlef Jäger

08.01.2015, 15:31 Uhr

Wie heißt dieser Armgeist ? Böhmermann ? Habe ich noch nie gehört. 
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Herr Reinhard Köb

08.01.2015, 19:15 Uhr

Würde mir wünschen, dass ihm Jemand dieses Sagrotan einflösst, damit seine verbalen Attacken an Sauberkeit gewinnen. Bin aber nachwievor und in diesem Falle ganz speziell der Meinung, dass "Austeilen" der Intelligenz bedarf . . . nur dumme Menschen sind unfair!

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