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05.06.2015

15:15 Uhr

Jangtse-Unglück

Opferzahl auf 103 gestiegen

Mittlerweile ist das auf dem Jangtse havarierte Boot aufgerichtet. Das Schicksal von mehr als 340 Menschen ist weiter ungeklärt. Die Überlebenschancen der Opfer sind nach Einschätzung der Helfer sehr gering.

Schiffskatastrophe in China

Angehörige drängen zur Unglücksstelle am Jangtse

Schiffskatastrophe in China: Angehörige drängen zur Unglücksstelle am Jangtse

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JianliVier Tage nach dem Schiffsunglück auf dem Jangtse ist die Zahl der Opfer auf 103 gestiegen. Fast 340 Passagiere werden noch vermisst, wie die chinesischen Behörden am Freitag berichteten. Die Überlebenschancen der Opfer sind nach Einschätzung der Helfer sehr gering. Gerettet wurden bislang 14 Menschen.

Das Schiff war am Montag mit 456 Menschen an Bord nahe Damazhou in der Provinz Hubei in einen Zyklon geraten und gekentert. Mittlerweile konnten Einsatzkräfte laut Staatsmedien das havarierte Schiff aufrichten und schrittweise aus dem Wasser heben, sodass das Wasser aus den Kabinen lief. Das Schiff hatte zuvor mit dem Kiel nach oben am Ufer des mächtigen Jangtse-Stroms gelegen.

Fährunglücke

August 2013

Eine Fähre mit etwa 870 Passagieren an Bord stößt in der philippinischen Provinz Cebu mit einem Frachter zusammen und sinkt. Mindestens 55 Menschen kommen ums Leben, 65 werden vermisst.

Oktober 2012

Bei einer Schiffskollision in Hongkong sterben mindestens 37 Menschen. Von einem Ausflugsboot aus wollten Firmenmitarbeiter und deren Familien das Feuerwerk zum chinesischen Nationalfeiertag im Hafen ansehen. Aus unbekannter Ursache stößt das Boot mit gut 120 Menschen an Bord mit einer Fähre zusammen.

Februar 2012

Eine überladene Fähre reißt in Bangladesch auf dem Fluss Meghna viele Passagiere nach einer Kollision mit einem Frachter in die Tiefe. Von den etwa 250 Menschen an Bord können sich nur rund 40 ans Ufer retten. Erst im April 2011 waren auf dem Fluss Dutzende Menschen ertrunken, als eine Fähre auf ein Wrack auffuhr und sank. Ende 2010 waren bei drei Fährunglücken in Bangladesch binnen eines Monats mehr als 160 Menschen gestorben.

Juni 2008

Vor der philippinischen Insel Sibuyan läuft eine Fähre mit mehr als 800 Menschen an Bord während eines Taifuns nach einem Maschinenschaden auf Grund und sinkt. In den folgenden Tagen werden etwa 250 Leichen an umliegende Strände geschwemmt, mehr als 550 Menschen gelten als vermisst.

Dezember 2006

Bei stürmischem Wetter sinkt eine Fähre zwischen den indonesischen Inseln Java und Kalimantan. Mehr als 380 der 628 registrierten Menschen an Bord werden vermisst. Helfer bergen etwa 230 Überlebende aus der Javasee.

Februar 2006

Im Roten Meer sinkt eine Fähre zwischen Saudi-Arabien und Ägypten. Mindestens 1027 der 1400 Menschen an Bord sterben. Bei einem Brand des Schiffes hatte die Mannschaft vermutlich Meerwasser zum Löschen an Bord geholt und es so zum Kentern gebracht.

Am Donnerstag hatten die Einsatzkräfte begonnen, das Boot mit Hilfe eines Krans zu stabilisieren, so dass es nicht auf den Grund des Jangtse sinken konnte. Mehr als 200 Taucher arbeiteten im Dreischichtsystem und suchten eine Kabine nach der anderen ab. Nach der Aufrichtung des Schiffs hatten Taucher Stahlstangen angebracht. Dann wurde das Schiff von zwei 500-Tonnen-Kränen gehoben.

Bei dem Unglück dürfte es sich um die folgenschwerste maritime Katastrophe in China seit sieben Jahrzehnten handeln. An Bord des Schiffes waren überwiegend Chinesen im Alter zwischen 50 und 80 Jahren. Sie waren auf dem Jangtse von der Stadt Nanjing in die Millionenmetropole Chongqing unterwegs. Der Kapitän und der erste Maschinist, die beide überlebten, waren in Polizeigewahrsam genommen worden.

Verwandte von Passagieren hatten die Frage aufgeworfen, ob das Schiff trotz Wetterwarnung hätte weiterfahren dürfen. Unterlagen der Seefahrtsbehörde von Nanjing zeigen zudem, dass vor zwei Jahren Sicherheitsmängel an dem Unglücksschiff festgestellt worden waren.

Von

ap

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