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15.03.2011

06:21 Uhr

Die Situation um die beschädigten Atomkraftwerke in Japan wird immer undurchsichtiger, die Stromversorgung muss weiter rationiert werden. Die wichtigsten Ereignisse und Reaktionen im Überblick:

+++19.08 Uhr +++ Der Wiederaufbau in Japan nach dem Erdbeben und Tsunami wird nach Einschätzung von Experten mindestens fünf Jahre dauern. Das liege vor allem daran, dass sich die Behörden als Folge der Katastrophe noch sorgfältiger mit Städteplanung und Schutzmaßnahmen beschäftigen müssten, sagte David Alexander von der Universität Florenz gegenüber Reuters.

+++19.03 Uhr +++ Geringe Mengen der radioaktiven Substanzen Jod und Cäsium in sind in Tokio entdeckt worden, berichtete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo unter Berufung auf die Stadtverwaltung. In der Präfektur Chiba östlich der Hauptstadt seien zwei- bis viermal so hohe Werte wie normal gemessen worden. In der Stadt Utsunomiya nördlich von Tokio seien die Werte 33-mal höher als normal.

+++19.01 Uhr +++ Die japanische Regierung verhängte im Umkreis von 30 Kilometern um das beschädigte Atomkraftwerk ein Flugverbot. Damit solle verhindert werden, dass Flugzeuge Radioaktivität von austretenden Partikeln aufnehmen und weiterverbreiten.

+++18.39 Uhr +++ Die Atom-Industrie hat nach Auffassung des Tschernobyl-Experten Iouli Andreev aus der damaligen Katastrophe nichts gelernt. Die Profitgier der Unternehmen und die Nachlässigkeit der Aufsicht seien daran schuld, sagte er gegenüber Reuters „Die Erfahrungen von Tschernobyl wurden nicht ausreichend studiert. Denn wer hat das Geld für Studien? Nur die Industrie, aber die Industrie wollte das nicht“, sagte Andreev.

+++18.34 Uhr +++ EU-Energiekommissar Günther Oettinger zur Situation in Japan: "Wenn manche von einer Apokalypse sprechen, ist das glaube ich durchaus ein angebrachter Begriff. Nach allem was wir hören und wissen, ist in diesem großen Kernkraftwerk mit sechs Einheiten nahezu alles außer Kontrolle.“

+++18.14 Uhr +++ Siemens bietet Japan Gaskraftwerke zur Überbrückung eines mittelfristigen Strom-Engpasses an. „Wir könnten 2.000 bis 3.000 Megawatt mit Open-Cycle-Gaskraftwerken innerhalb von zwölf Monaten bereitstellen“, sagte Konzernspartenchef Michael Süß am Rande einer Veranstaltung in München.

+++18.14 Uhr +++ Die Situation im japanischen Atomkraftwerk Fukushima ist nun auch für die Internationale Atomenergiebehörde IAEA „beunruhigend“. Zugleich forderte die UN-Behörde von den japanischen Behörden mehr Informationen.

+++18.02 Uhr +++ Japan hat die Europäische Union um Hilfe für die Opfer des Erdbebens und des Tsunamis gebeten. Japan habe um eine „koordinierte europäische Antwort“ in Form von Sachleistungen gebeten, sagte EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso in Brüssel. Die Kommission hatte erst gestern mitgeteilt, dass Japan zunächst keine weiteren Hilfeleistungen mehr wolle, weil es schwer sei, Hilfsgüter und Helfer in das Katastrophengebiet zu bringen.

+++17.50 Uhr +++ Die Behörden rechnen jetzt mit mehr als 10.000 Toten, die tatsächliche Zahl dürfte jedoch weit höher liegen. Allein in Iwate, der Partnerregion von Rheinland-Pfalz, wird laut Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) mit 18.500 Toten gerechnet. Demnach hätte nur ein Drittel der Einwohner überlebt. Die Zeitung „Japan Times“ berichtete, die Behörden hätten offiziell 3.373 Tote registriert, rund 6.700 Menschen würden vermisst.

+++17.42 Uhr +++ Die US-Marine hat am Dienstag leichte Strahlung auf ihren Stützpunkten in Yokosuka und Atsugi gemessen, rund 300 Kilometer nördlich vom beschädigten Atomkraftwerk Fukushima. Das berichteten US-Fernsehsender unter Berufung auf Militärangaben. Nach diesen Berichten bestehen aber keine Gesundheitsrisiken.

+++17.31 Uhr +++ Japanische Nutzer des Internetdienstes Facebook finden derzeit oben auf ihrer Seite die Bitte der Regierung, nicht alle Läden im Großraum Tokio leerzukaufen. Nach der Erdbebenkatastrophe vom Freitag nutzt die Regierung das populäre soziale Netzwerk zur Bürgerinformation. Facebook informiert auch über die nächsten geplanten Stromabschaltungen und über Einschränkungen im regionalen Zugverkehr. Die Regierung bietet Informationen über die neuesten Entwicklungen in den Sprachen Japanisch, Englisch und Koreanisch.

+++17.31 Uhr +++ Den Bundesbürgern droht nach Ansicht des Bundesverbraucherministeriums derzeit keine Gefahr durch radioaktiv belastete Lebensmittel aus Japan. Deutschland bezieht aus Japan nach Angaben des Ministeriums einen eher kleinen Teil seiner Lebensmittelimporte. Dazu zählen vor allem Sojasaucen. Der in Deutschland gekaufte Speisefisch komme überwiegend aus dem Nordatlantik.

+++17.05 Uhr +++ Die EU-Staaten unterziehen europaweit Atomkraftwerke einer Sicherheitsprüfung. Das kündigte EU-Energiekommissar Günther Oettinger am Dienstag nach einem Treffen mit EU-Energieministern in Brüssel an. Bei dem „Stresstest“ werde es um die Neubewertung aller Risiken bei Naturkatastrophen wie Erdbeben und Hochwasser gehen.

+++16.58 Uhr +++ Das Auswärtige Amt verstärkt seine Hilfe für deutsche Bürger in Japan, die vor den Auswirkungen der Reaktorkatastrophe fliehen. Mitarbeiter der Botschaft seien an die Bahnhöfe in Tokio und Osaka entsandt worden, sagte ein Sprecher des Ministeriums am Dienstag in Berlin. Sie sollten Deutsche unterstützen, die von Tokio aus in den Süden des Landes ausweichen oder ausreisen wollten. Nach Schätzungen des Auswärtigen Amtes lebten bisher etwa 5.000 Deutsche in Japan, die meisten von ihnen in den Ballungsräumen Tokio, Osaka, Kobe und Yokohama. Etwa 100 Deutsche lebten im Erdbebengebiet im Nordosten.

+++16.52 Uhr +++ Der Sicherheitsbehälter eines der Reaktoren im japanischen Atomkraftwerk Fukushima Eins ist auch nach Informationen der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA möglicherweise beschädigt. Die Wasserstoffexplosion im zweiten Reaktorblock am Dienstag könnte den Schaden hervorgerufen haben, teilte die UN-Organisation am Dienstag in Wien mit. Die sogenannte innere Schutzhülle, die den Reaktormantel umschließt, soll den Austritt von gefährlicher Strahlung an die Umwelt verhindern. Unter Berufung auf die Betreibergesellschaft Tepco hatte die Nachrichtenagentur Kyodo in der Nacht zum Dienstag berichtet, dass bei einer Explosion im japanischen Atomkraftwerk Fukushima auch der Reaktorbehälter beschädigt worden sei.

+++16.44Uhr +++ Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat in einer ersten Stellungnahme zur Erdbebenkatastrophe in Japan keine Einschätzung zu möglichen Folgen für die Konjunktur abgegeben. Die Zerstörungen durch das Beben und den verheerenden Tsunami seien so groß, dass eine Einschätzung der Auswirkungen auf die Wirtschaft derzeit noch nicht möglich sei, hieß es in einer am Dienstag veröffentlichten Erklärung. Allerdings verringerten Katastrophen von einem solchen Ausmaß in der Regel das potenzielle Wirtschaftswachstum eines Landes, hieß es in der OECD-Stellungnahme.

+++16.23 Uhr +++ Zum Zeitpunkt des Erdbebens und der Flutwelle waren die Reaktoren 4, 5 und 6 wegen Wartungsarbeiten nicht in Betrieb. Zunächst kam es daher trotz automatischer Abschaltung nur in den ersten drei Reaktoren zu massiven Problemen, weil die Stromversorgung für die Kühlsysteme und die Notfallgeneratoren ganz oder teilweise ausfiel.

+++16.23 Uhr +++ In den USA werden die Vorräte an Jodtabletten knapp: Zahlreiche besorgte Amerikaner kaufen die Pillen, um sich vor befürchteten Folgen der Reaktorunfälle in Japan zu schützen. Wie das „Wall Street Journal“ am Dienstag berichtete, ist die Nachfrage zurzeit so groß, dass einige Präparate bereits ausverkauft sind. Die Produkte des leitenden Herstellers Anbex Inc. sind nach Angaben des „Wall Street Journal“ mittlerweile vergriffen, nachdem am Samstag mehr als 10.000 Tablettenpakete verkauft wurden.

+++16.23 Uhr +++ Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) hat seinen 105 Stipendiaten im Großraum Tokio/Yokohama nachdrücklich empfohlen, aus Japan auszureisen. Die Kosten für die Heimreise werden vom DAAD übernommen, wie der Dienst am Dienstag auf dapd-Anfrage mitteilte. Eine Ausreise werde sich „selbstverständlich nicht nachteilig auf den Stipendienvertrag auswirken“. Viele der Stipendiaten seien der Empfehlung bereits gefolgt.

+++16.21 Uhr +++ Das katastrophale Erdbeben in Japan hat mit seiner Wucht große Landmassen verschoben. Die Hauptinsel sei um etwa drei Meter verrückt worden, sagte Jörn Lauterjung vom Deutschen Geoforschungszentrum (GFZ) in Potsdam am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa. Dies sei anhand von Messungen in Japan an Stationen des Satellitennavigationssystems GPS erkennbar.

+++16.17 Uhr +++ Am Dienstagmorgen (Ortszeit) waren noch mehr als 800 Arbeiter und Techniker im japanischen Kernkraftwerk Fukushima Eins. Sie arbeiteten fieberhaft daran, die sechs Reaktoren zu kühlen und damit eine gefährliche Kernschmelze zu vermeiden. Doch als eine Explosion die Hülle von Reaktor 2 beschädigte, stiegen die Strahlungswerte dramatisch und der Betreiber Tepco war gezwungen, alle bis auf 50 Arbeiter aus dem Kernkraftwerk abzuziehen. Die 50 Arbeiter versuchten weiterhin Meerwasser in die überhitzenden Reaktoren zu pumpen, um die Brennstäbe abzukühlen.

+++16.10 Uhr +++ Die Deutsche Lufthansa AG wird ihre Linienflüge aus Deutschland in die japanische Hauptstadt Tokio ab sofort in die weiter südlich gelegenen Metropolen Nagoya und Osaka umleiten. Das berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg. Alle Flüge nach Japan legten zudem einen Zwischenstopp in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul ein, wo die Kabinenbesatzung ausgetauscht werde, wie Lufthansa-Sprecher Thomas Jachnow am Dienstag in Frankfurt auf Nachfrage erklärte. Es solle vermieden werden, dass die Besatzungen in Japan übernachten müssten.

+++16.10 Uhr +++ Frankreich hat mit einer ersten Maschine besonders gefährdete eigene Bürger aus Japan ausgeflogen. Die etwa 280 Passagiere kämen in dem Flugzeug zurück, das französische Helfer in das von einer Atomkatastrophe bedrohte Land gebracht hatte, sagte der französische Botschafter in Tokio dem Sender France-Info am Dienstag. Es handele sich unter anderem um Franzosen, die sich in der Gegend der Millionenstadt Sendai aufgehalten hatten, die am Freitag vom Tsunami besonders hart getroffen worden
war.

+++16.05 Uhr +++ Der Industriekonzern Thyssen-Krupp hat seine ausländischen Fachkräfte aus Japan abgezogen. Insgesamt beschäftigte das Unternehmen 200 Menschen in dem von dem Land, wie ein Sprecher sagte. Den japanischen Beschäftigten sei nahe gelegt worden, sich in den Süden des Landes zu begeben.

+++15.51 Uhr +++ Radioaktivität aus den japanischen Atomkraftwerken kann nach Angaben eines Experten nur im Extremfall auch eine Gefahr für Deutschland werden. „Wenn in einer der Reaktoren der innere Reaktorbehälter wirklich explodiert und dadurch radioaktive Stoffe hinausgeschleudert werden, können die weit transportiert werden“, sagte Professor Christoph Hoeschen vom Helmholtz Zentrum München am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa. In Japan habe es aber noch keine große Explosion dieser Art gegeben. Außerdem müssten in einem solchen Fall bestimmte Wetterbedingungen herrschen, damit die radioaktiven Stoffe Tausende von Kilometern weit transportiert werden könnten, erläuterte der Leiter der Abteilung Medizinische Strahlenphysik und Diagnostik.

+++15.51 Uhr +++ Der Pharma- und Chemiekonzern Bayer hat Vorkehrungen für seine rund 700 Mitarbeiter im Großraum Tokio getroffen. Die Mitarbeiter und deren direkte Angehörige könnten sich nach Osaka begeben, teilte der Konzern am Dienstag auf Anfrage von dpa-AFX mit.

+++15.43 Uhr +++ Die Betreiberfirma von Fukushima I erwägt nach eigenen Angaben, per Hubschrauber Wasser auf das Abklingbecken von Reaktor Vier abzuwerfen, berichtet Reuters.

+++ 15.41 +++ Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters bestätigt die IAEA Berichte über eine Flugverbotszone von 30 Kilometern um das AKW Fukushima.

+++ 15.41 +++ Laut der Pressesprecherin des Potsdam-Instituts für Klimaforschung hat Radioaktivität keine Auswirkungen auf Klima, Erderwärmung und Ozonschicht. Das Wetter nehme nur Einfluss auf die kurzfristigen Verteilung der radioaktiven Partikel. Wichtige Faktoren seien dabei Windstille in Kombination mit Regen. Träfen diese zusammen, würden sich die Partikel auf die unmittelbare Umgebung des Reaktors verteilen. Kämen Wind und Trockenheit zusammen, könnte ein weitaus größerer Radius betroffen sein.

+++15.26 +++ Nach ihrem Einsatz im japanischen Katastrophengebiet befindet sich ein Team des Technischen Hilfswerks (THW) auf dem Weg zur US-Airbase in Misawa in Nordjapan. Von dort wollen sie den Heimweg nach Deutschland antreten. „Der Gefahr einer radioaktive Verstrahlung war das Team zu keinem Zeitpunkt ausgesetzt“, sagte Teamleiter Ulf Langemeier der Nachrichtenagentur dpa.

+++15.15 +++ In Fujinomiya - südlich von Tokio - sind Feuer ausgebrochen, berichtet die Nachrichtenagentur Kyodo.

+++15.10 +++ Das Aufbewahrungsbecken für die verbrauchten Brennstäbe im Reaktor 4 des japanischen Kernkraftwerks Fukushima Eins kann nicht mehr mit Wasser gefüllt werden. Das habe die Betreiberfirmer Tepco mitgeteilt, meldete die Nachrichtenagentur Kyodo. Eine weitere Eskalation der Situation drohe.

+++15.05 +++ Deutsche Firmen holen Mitarbeiter aus Tokio: SAP und Infineon bringen Mitarbeiter in den Süden Japans. BMW und VW fliegen Beschäftigte aus. Die Deutsche Bank bleibt vorerst vor Ort.

+++15.00 +++ Südkorea sieht bisher keine unmittelbare Gefahr durch die schwerbeschädigten Reaktoren des Atomkraftwerks Fukushima im Nachbarland Japan. Bisher seien in Südkorea keine erhöhten Strahlenwerte durch den Austritt von Radioaktivität in Fukushima festgestellt worden, sagte der Leiter der Abteilung für nukleare Sicherheit im Ministerium für Wissenschaft und Technologie, Baek Min, der Deutschen Presse-Agentur in Seoul am Dienstag. Allerdings gebe es keine ausreichenden Informationen über die Situation in der Krisenregion in Japan.

+++14.51 +++ Die japanische Polizei berichtet, dass die Zahl der Menschen, die bei der Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe ums Leben gekommenen sind, auf mehr als 3.000 gestiegen ist.

+++14.50 +++ Österreich verlegt Botschaft von Tokio nach Osaka. Die logistische Unterstützung bleibe aber in der bisherigen Form erhalten, sagte der Sprecher des Außenministeriums, Peter Launsky-Tieffenthal, am Dienstag der österreichischen Nachrichtenagentur apa. Auch die Botschaft Bangladeschs soll aus Tokio verlegt werden.

+++14.47 +++ Die Nachrichtenagentur Kyodo berichtet, nach dem Nachbeben gebe es keine Hinweise auf einen drohenden Tsunami.

+++ 14.38 Uhr +++ Die Nachrichtenagentur Kyodo berichtet von einem Beben der Stärke 6 in der Region Kanto.

+++ 14.33 Uhr +++ Der japanische Außenminister Takeaki Matsumoto hat die internationale Gemeinschaft angesichts der Katastrophe in seinem Land zur Besonnenheit aufgerufen. „Wir bitten die Länder, ruhig Blut zu bewahren“, sagte Matsumoto am Dienstag in Paris. Er versicherte, dass seine Regierung alles tue, um die Lage unter Kontrolle zu bringen. „Wir erstatten der Internationale Atomenergie-Behörde (IAEA) regelmäßig Bericht, und wir informieren die Medien und die Diplomaten vor Ort“, betonte er.

+++ 14.31 Uhr +++ Deutsche Medien ziehen Reporter aus Tokio ab. Viele deutsche Medien haben bereits Korrespondenten aus der von radioaktiver Strahlung bedrohten Hauptstadt Tokio abgezogen, andere bereiten Evakuierungsszenarien vor, wie eine dpa-Umfrage am Dienstag ergab. Die Hörfunkkorrespondenten der ARD sind bereits von Tokio ins etwa 500 Kilometer südlich gelegene Osaka gereist, wie der verantwortliche NDR am Dienstag mitteilte.

+++ 14.17 Uhr +++Der Fernsehsender NHK riet seinen Zuschauern in gefährdeten Gebieten am Dienstag, möglichst in geschlossenen Räumen zu bleiben. Wer raus müsse, solle seine Haut bedecken und durch einen feuchten Lappen atmen. Fachleute warnten davor, Wasser aus der Leitung zu trinken, da ein hohes Strahlungsrisiko bestehe. Gegen verstrahlte Partikel könne Schutzkleidung helfen, wie etwa wasserdichte Regensachen. Damit ließen sich die Strahlen zwar nicht abwehren, aber so werde zumindest verhindert, dass sich verseuchte Partikel auf der Haut absetzen. Auch häufiges Händewaschen helfe, hieß es bei NHK.

+++ 14.14 Uhr +++ Eine Evakuierung von Tokio zum Schutz vor einer radioaktiven Verstrahlung ist nach Einschätzung eines deutschen Experten völlig unmöglich. „Wenn es jemand schaffen könnten, dann der japanische Katastrophenschutz, der zu den besten weltweit gehört. Aber in so kurzer Zeit so viele Menschen aus Tokio rauszuholen, ist undenkbar“, sagte der Vorsitzende des Deutschen Komitees Katastrophenvorsorge (DKKV), Gerold Reichenbach, in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa am Dienstag.

+++ 14.08 Uhr +++ Angesichts der Atomkatastrophe in Japan hat das Auswärtige Amt eine „Teilreisewarnung“ für den Nordosten des Landes erlassen. Es riet außerdem von nicht erforderlichen Reisen nach Japan generell ab. „Das Auswärtige Amt empfiehlt allen Deutschen in der Region um die Atomkraftwerke Fukushima und im Großraum Tokyo/Yokohama zu prüfen, ob ein Aufenthalt in Japan weiterhin erforderlich ist“, hieß es in der im Internet veröffentlichten Teilreisewarnung. Falls dies nicht gegeben sei, sollte eine Ausreise außer Landes in Erwägung gezogen werden, insbesondere von Familien mit Kindern.


+++ 14.05 Uhr +++ In der japanischen Partnerregion des Landes Rheinland-Pfalz, der Präfektur Iwate, wird nach Angaben von Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) derzeit mit 18 500 Toten gerechnet. Das berichtete Beck am Dienstag in Mainz mit Bezug auf die örtliche Präfektur. „Das sind alles noch Annahmen“, betonte er. Bisher ist in Japan selbst von vermutlich mehr als 10.000 Toten die Rede nach dem Erdbeben mit Tsunami vom Freitag. Ministerpräsident Beck sagte, die japanischen Behörden gingen davon aus, dass allein in einem bestimmten Küstenort 5.000 Tote zu verzeichnen seien.


+++ 13.43 Uhr +++ Als Reaktion auf die massiven Reaktorausfälle weiten Japans Energieversorger die Stromsperren auf den Nordosten des Landes aus. Ab Mittwoch werde in der Region die Versorgung mit Elektrizität eingeschränkt, teilte das Unternehmen Tepco nach Angaben der Agentur Kyodo mit. Zuvor waren bereits Einschränkungen für den Großraum Tokio angeordnet worden. Die Rationierungen sollen im Osten Japans mindestens bis Ende April andauern

+++ 13.33 Uhr +++ Die Fische vor Japans Küste sind vermutlich nach den Havarien im Kernkraftwerk Fukushima kontaminiert. „Größe und Strömungen des Pazifiks machen eine Belastung im gesundheitsgefährdenden Bereich zum jetzigen Zeitpunkt aber eher unwahrscheinlich“, sagte Ulrich Rieth, zuständig für Fischereiökologie beim staatlichen Johann Heinrich von Thünen-Institut.

+++ 13.10 Uhr +++ Entgegen der Informationen von japanischen Medien teilt die UN-Atomenergiebehörde IAEA mit, die Daten aus Japan deuten darauf hin, dass die Radioaktivität rund um das AKW wieder sinkt. 150 Menschen sind unter Beobachtung, bei 23 Menschen wurden Maßnahmen zur Dekontaminierung eingeleitet.

+++ 12.55 Uhr +++ Die Strahlung im Kraftwerk Fukushima ist so stark gestiegen, dass alle Tepco-Arbeiter aus dem Kontroll-Zentrum des Kraftwerks evakuiert werden mussten, berichtet die japanische Nachrichtenagentur Kyodo.

+++ 12.12 Uhr +++ Überblick zur Situation im Atomkraftwerk Fukushima: In Block 2 ließ der gewaltige Druck den Reaktorblock stellenweise bersten, erstmals wurde die innere Schutzhülle eines Reaktors beschädigt. In Block 4 brach zwischenzeitlich ein Feuer aus. Es wurde gelöscht. In der Außenwand des Reaktorgebäudes klaffen zwei acht Quadratmeter große Löcher. Ein Sprecher des AKW-Betreibers teilte mit, es könne nicht ausgeschlossen werden, dass es im Atomkomplex Fukushima 1 zu einer Kernschmelze komme.

+++ 12.02 Uhr +++ Die Internationale Energieagentur IEA befürchtet nicht, dass Japan wegen der Störfälle in seinen Atomkraftwerken ein langfristiger Strom-Engpass droht. Japan habe genügend Kapazitäten zur Stromerzeugung aus Öl, um die Ausfälle bei der Kernenergie zu ersetzen, teilte die IEA mit.

+++ 11.44 Uhr +++ Vor der japanischen Ostküste auf Höhe der Präfektur Fukushima hat sich ein weiteres schweres Nachbeben der Stärke 6,3 ereignet. Das teilte Japans Meteorologischer Dienst mit. In Fukushima steht der Atomkomplex, in dessen Reaktorblöcken es während der vergangenen Tage Explosionen gab.

+++ 11.40 Uhr +++ Die Lufthansa fliegt Tokio wegen der möglichen radioaktiven Strahlung vorerst nicht mehr an. Die zwei Flüge, die am Dienstag planmäßig aus München und Frankfurt starten, würden stattdessen die japanischen Städte Osaka und Nagoya südwestlich von Tokio ansteuern, sagte ein Lufthansa-Sprecher. Zudem gebe es zwei weitere planmäßig Flüge nach Osaka und Nagoya.

+++ 11.37 Uhr +++ Wegen der verstärkten Atomgefahr ziehen deutsche TV-Sender ihrer Korrespondenten aus der japanische Hauptstadt Tokio ab. Die ZDF-Reporter Johannes Hano und Jörg Brase arbeiteten jetzt bereits von Osaka aus, sagte ein Sendersprecher. Auch die Mediengruppe RTL Deutschland zieht die beiden sich noch in Japan befindenden Reporter aus Tokio ab.

+++ 11.27 Uhr +++ Das schwere Erdbeben und die atomare Katastrophe in Japan zeigen erste Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft. Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsförderung (ZEW) in Mannheim verzeichnete bei seiner monatlichen Konjunkturumfrage ein Minus um 1,6 Punkte auf 14,1 Punkte.

+++ 11.20 Uhr +++ Die Tokioter Bevölkerung bleibt vorerst ruhig, berichtet Handelsblatt-Korrespondent Finn Mayer-Kuckuk aus der japanischen Hauptstadt. Die Züge in Richtung Süden sind zu einem Drittel gefüllt, das ist weniger als die normale Auslastung. Dagegen wächst die Nervosität im Gebiet um das Kraftwerk Fukushima. Dort sind die Bürger aufgerufen, im Haus zu bleiben.

+++ 11.16 Uhr +++ Fünf Tage nach dem Erdbeben sind mehr als 6.400 Menschen tot oder offiziell als vermisst gemeldet, berichtet die japanische Nachrichtenagentur Kyodo.

+++ 11.10 Uhr +++ Der Chip-Hersteller Infineon zieht Konsequenzen aus der Atomkrise in Japan. Den rund 95 Mitarbeitern in Tokio sei Hilfe angeboten worden, sie könnten in einem der anderen beiden Standorte im Süden des Landes unterkommen, sagte ein Sprecher. Nur 20 Beschäftigte seien allerdings bisher darauf eingegangen. Insgesamt hat Infineon rund 100 Mitarbeiter in Japan, primär Vertriebs- und Marketingspezialisten.

+++ 11.05 Uhr +++ Ein deutscher Ingenieur, der am Bau des japanischen Atomkraftwerks Fukushima beteiligt war, hält eine Art zweites Tschernobyl für unwahrscheinlich. Im Gegensatz zu dem Sowjet-Kraftwerk gebe es in Japan „eine Schutzhülle aus Stahl direkt um den Kern und darum eine weitere aus Beton“, sagte er dem "Flensburger Tageblatt." Darunter befinde sich „eine riesige Betonplatte, die das Durchsickern eines geschmolzenen Kerns in das Erdreich und damit den Austritt von radioaktiver Strahlung verhindern würde“.

+++ 10.50 Uhr +++ Der Softwarehersteller SAP räumt aus Furcht vor möglicher radioaktiver Strahlung seine Büros in mehreren japanischen Großstädten. Den knapp 1.100 Mitarbeitern in Tokio, Osaka und Nagoya sei angeboten worden, sich mit ihren Familien und Angehörigen im Süden des Landes in Sicherheit zu bringen, sagte eine Sprecherin.

+++ 10.38 Uhr +++ Die Außenwand von Reaktor Vier des japanischen Atomkraftwerkes Fukushima 1 ist nach einem Brand und einer Explosion stark beschädigt. Die Atomaufsicht des Landes teilte mit, in der Wand klafften zwei Löcher mit einer Größe von jeweils acht Quadratmetern.

+++ 10.36 Uhr +++ Ein Mitarbeiter des Kraftwerkbetreibers Tepco musst wegen einer überhöhten Strahlenbelastung im Krankenhaus behandelt werden, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg.

Liveticker

Der Handelsblatt-Liveticker zu den aktuellen Ereignissen.

+++ 10.24 Uhr +++ Die japanische Regierung stellt in einem ersten Schritt rund 265 Millionen Euro als Notfallhilfe für die Bürger in Katastrophengebieten bereit. Das Geld sei für Essen, Wasser, Decken und Medizin, wie der Regierungssprecher Noriyuki Shikata über Twitter bekannt gab.

+++ 10.22 Uhr +++ Der Autobauer BMW hat 50 deutsche Mitarbeiter aus Japan evakuiert. Das Unternehmen habe den aus Deutschland stammenden Beschäftigten angeboten, sie zurückzubringen, sagte Firmenchef Norbert Reithofer. Etwa 50 Mitarbeiter hätten das Angebot angenommen

+++ 10.15 Uhr +++ Japans Wirtschaftsminister Kaoru Yosano hat den direkten Ankauf von Aktien durch die Regierung ins Spiel gebracht. Es sei zwar noch zu früh, um dies jetzt zu erwägen, sagte der Minister. Man müsse sich aber an frühere Krisenreaktion erinnern, als die Regierung Aktien direkt am Markt aufgekauft habe.

+++ 10.12 Uhr +++ Die radioaktive Belastung in der Nähe von Tokio stieg nach Angaben der Präfektur von Chiba mehr als zehn Mal so hoch wie üblich, wie die Agentur Kyodo berichtet.

+++ 10.06 Uhr +++ In Japan dreht der Wind vorübergehend auf Nord und droht, radioaktive Partikel aus den havarierten Reaktoren Richtung Tokio zu wehen. Einige Stunden lang wehe der Wind in Bodennähe aus Norden, sagte Meteorologin Johanna Anger vom
Deutschen Wetterdienst (DWD). In Höhen von über 1.000 Metern bleibe es bei der kräftigen Westströmung von der japanische Küste auf den Pazifik. Am Dienstagabend soll auch in tieferen Lagen der Wind wieder auf West drehen. Schadstoffe würden dann wieder auf das offene Meer geweht.

+++ 09.56 Uhr +++ Aus Angst vor dem atomaren Gau reagiert die japanische Bevölkerung mit Panikkäufen. Dosennahrung und Batterien, Brot und Mineralwasser sind bereits aus vielen Supermärkten verschwunden, vor den Tankstellen bilden sich lange Schlangen. Die Behörden befürchten bereits, dass diese nicht notwendigen Hamsterkäufe die Lebensmittellieferungen an die wirklich Bedürftigen beeinträchtigen.

+++ 09.39 Uhr +++ Nach Meldung der Nachrichtenagentur Kyodo könnte das Wasser im Abklingbecken des Reaktors Vier im AKW Fukushima kochen. Der Pegelstand des Wassers geht demnach zurück. In einem Abklingbecken werden die abgebrannten Brennstäbe aufbewahrt.

+++ 09.28 Uhr +++ Bei der weiteren Explosion am Dienstagmorgen (Ortszeit) sind nach Angaben des Senders "NHK" elf Menschen verletzt worden.

+++ 09.14 Uhr +++ Unterdessen berichtete auch Russland von erhöhten Strahlenwerten in östlichen Teilen des Landes. In Wladiwostock rund 800 Kilometer nordwestlich von Fukushima wurden erhöhte Werte gemessen, wie die örtlichen Behörden mitteilten..

+++ 09.02 Uhr +++ Die Kühlung in den Reaktoren 1 und 3 des havarierten Atomkraftwerks Fukushima 1 ist nach Angaben der japanischen Regierung stabil. Ob auch Kühlwasser in Reaktor 2 eingeleitet werden könne, bleibe abzuwarten, sagte Regierungssprecher Yukio Edano. Im Reaktor 2 war es am Morgen (Ortszeit) zu einer neuen Explosion gekommen, wobei laut Regierung erstmals eine innere Reaktorhülle beschädigt wurde.

+++09.00 Uhr +++ Weitere Schäden im japanischen Atomkraftwerk Fukushima 1: Auch die Kühlung der Reaktoren 5 und 6 funktioniere offenbar nicht mehr einwandfrei, sagte Regierungssprecher Yukio Edano am Dienstag.

+++ 08:46 Uhr +++ Die erhöhte radioaktive Belastung rund um das japanische Atomkraftwerk Fukushima wird nach Angaben der Regierung nicht von Dauer sein. Es sei unwahrscheinlich, dass die hohen Werte anhalten würden, sagte Regierungssprecher Yukio Edano am Dienstag. Die Strahlenbelastung sei bereits am Morgen drastisch gesunken. Mit 596,4 Mikrosievert sei sie 700-fach geringer gewesen als noch am Morgen nach zwei Explosionen in der Anlage.

Video: Hamsterkäufe in Tokio

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+++08:17 Uhr +++ Der japanische Ministerpräsident Naoto Kan kritisiert den Betreiber des Atomkraftwerks Fukushima scharf. „Das Fernsehen berichtet von einer Explosion. Aber dem Büro des Premiers wird eine Stunde lang nichts gesagt“, zitierte ihn die Nachrichtenagentur Kyodo. Die Regierung und die Öffentlichkeit seien unzufrieden mit der Informationspolitik. Kan verlangte von Tepco zugleich, seine Mitarbeiter nicht aus der Anlage abzuziehen.

+++ 07.30 Uhr +++ Nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) beziffern japanische Behörden die Strahlenbelastung beim Atomkraftwerk Fukushima auf bis zu 400 Millisievert pro Stunde. Laut der deutschen Strahlenschutzverordnung von 2001 liegt der Dosisgrenzwert für die Bevölkerung bei ein Millisievert im Kalenderjahr.

Kommentare (6)

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Buerger

15.03.2011, 12:47 Uhr

Der Betreiber der Atomkraftwerke in Fukushima hat den Profit auf Kosten der Sicherheit erhöht.Wie kann es sein das alle anderen Kraftwerke in Japan das Erdbeben und die Flutwelle ohne solche Probleme überstanden haben ? Vielleicht ist die in Fukudhima installierte Technik nicht auf den Stand einer großen Industrienation, was die Vorgänge erklären könnte. Jetzt kann man verstehen, warum Inspektionen vom Ausland nicht zugelassen wurden. Ich hoffe das in Europa die Staaten Ihre Automkraftwerke besser abgesichert haben, denn auch bei uns wird nur das notwendigste getan um wettbewerbsfähig zu sein.
Vermeiden kann man in Europa solche Probleme nur durch ein gültiges EU Gesetz oder Stillegung aller Atomkraftwerke in Europa , was aber in vielen Ländern in den Nächsten Jahrzent nicht machbar ist

hamburgwolfgang

15.03.2011, 14:01 Uhr

Unsere Kraftwerke würden so etwas auch nicht überstehen. Was aber bei uns viel schlimmer ist, ist das 7 Kraftwerke die jetzt abgeschaltet werden sollen, eigentlich schon längst vom Netz gehören, weil sie absolut unsicher sind, wie ein österreichisches Gutachten beweist. Dieses Gutachten ist der Bundesrgierung bekannt. Sie hat es aber ignoriert und für Unsinn erklärt. Allerdings heute,wo Wahlen anstehen sieht sie es anders. Das neneich Heuchelei und Wahltaktik.

sandner

15.03.2011, 14:54 Uhr

"Atomenergie ist Öko-Energie."

Es ist unfassbar, dass ohne Gesetzesgrundlage der Ausstieg aus dem Ausstieg dekretiert wird. Frau Merkel regiert mit einer Art Notstandsgesetz, um die Wahlen noch zu retten.

Durch Japan hat sich hier KEINE neue Sicherheitslage ergeben. Wenn Frau Merkel behaupte, durch den GAU in Japan sei ihr bewusst geworden, dass die deutschen AKW vielleicht doch gefährlich sein könnten, dann kann ich nicht umhin, ihr geistige Umnachtung zu attestieren.

Wenn der Monster-GAU in Japan das Abschalten alter Meiler hier zur Folge hat, würde dann vielleicht die dauerhafte Verseuchung Tokios hier zum Ausstieg führen? Vielleicht haben wir ja Glück!

Ständig gibt es irgendwo höchst riskante Zustände in AKWs, und die mangelnde Sicherung gegen Terror ist diesen Leuten doch bekannt. Jetzt plötzlich wird das "undenkbare" gedacht. Das "Undenkbare" wurde aber schon lange gedacht, man wollte nur nichts davon wissen.

Und dass die Mehrheit der Bevölkerung, dass "Volkes Wille" den Ausstieg aus dem Ausstieg abgelehnt hat, das spielte bei den undemokratischen Herrschaftshäusern Deutschlands keine Rolle. Eine bindende Volksbefragung wurde meist mit dem Argument abgelehnt, das Volk könne dann ja möglicherweise auch die Todesstrafe wieder einführen.

Man könnte annehmen, dass die Reaktionen der Merkel-Konsorten auf ein Umschwenken hindeuten und ein bis vor kurzem ebenfalls völlig undenkbares Szenario möglich wird: dass sich die Atomschergen über die Unverantwortbarkeit der Kernenergie klar werden. Man könnte annehmen, dass das bisher völlig undenkbare geschieht: dass man beginnt, moralisch zu handeln.

Ich befürchte allerdings, die alten, jetzt abzuschaltenden AKW sind Bauernopfer, damit die "neuen" zum Ausgleich sehr viel länger werden laufen dürfen, o.Ä.

O-Ton CDU 2008: "Atomenergie ist Öko-Energie."

In Japan ist demnach gerade ein Öko-Kraftwerk explodiert! Wie abgrundtief kann man eigentlich noch in politischem Elend versinken?

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