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04.07.2012

09:48 Uhr

Japan spart innovativ Strom

Kalte Cola ohne Kühlung

VonMartin Kölling

Ungekühlt gekühlt genießen - in Japan debütiert ein Getränkeautomat, der tagsüber auch bei extremer Sommerhitze ohne elektrische Kühlung kalte Erfrischungen ausspuckt - ein Beitrag gegen Japans drohende Stromnot.

Die Energiekrise eiskalt genutzt: Coca-Cola testet in Japan stromsparende Getränkeautomaten dpa/picture alliance

Die Energiekrise eiskalt genutzt: Coca-Cola testet in Japan stromsparende Getränkeautomaten

TokioJapan ist das Land der Getränkeautomaten. Mehrere Millionen Automaten schwitzen landesweit in der Sonne, um den Japanern überall und bequem Zugang zu rund 20 bis 30 gekühlten Softdrinks und heißem Dosenkaffee zu gewähren. Rechnerisch ist ungefähr ein Atomkraftwerk allein damit beschäftigt, den Stromdurst der Mega-Kühlschränke zu stillen.

Auch die Atomkatastrophe vom März 2011 hat Japan diesen verschwenderischen Luxus nicht abgewöhnt. Statt die Automaten genauso wie fast alle der einst 54 Atomreaktoren abzuschalten, investieren die Getränkefirmen lieber in innovative Stromspartechniken. Nun hat Japans Marktführer im Getränkeautomatenmarkt, Coca-Cola Japan, sogar ein Modell entwickelt, das tagsüber die Getränke auch ohne Kühlung bis zu 16 Stunden kalt stellen kann.

Mit diesem Gerät will der Brausehersteller ihren Beitrag zur Vermeidung von Stromausfällen leisten. Denn fast ohne Atomkraftwerke droht vielen Landesteilen in den heißen Sommermonaten am frühen Nachmittag massiver Strommangel, möglicherweise sogar Stromsperren. Denn in Mittagshitze laufen die Klimaanlagen auf Hochtouren, um das innere der Gebäude auf erträgliche Werte herunterzukühlen.

Die Regierung hat daher der Nation das Ziel vorgegeben, besonders in der Mittagszeit den Stromverbrauch einzuschränken. In den Fluren sind in der Regel zwei Drittel aller Leuchtstoffröhren ausgeknipst. Der Rest der Lampen wird gerne durch stromsparende LEDs ersetzt. In den Büros wurde sogar der Krawattenzwang aufgegeben, damit die Raumtemperatur der Klimaanlagen höher eingestellt werden kann. Bei so viel Spareifer kann natürlich auch einer der größten Stromfresser nicht untätig bleiben.

Kommentare (1)

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vandale

04.07.2012, 13:29 Uhr

Die Radioaktivität liegt in der Evakuierungszone um Fukushima auf dem Niveau des Schwarzwalds (Präsident des Deutsch-Schweizerischen Fachverbands für Strahlenschutz). Durch die ausgetretene Radioaktivität wird vorraussichtlich niemand zu Schaden kommen (UNSCEAR, IAEA).

Meines Erachtens sind kalte Getränke ein höheres Gut als ein fiktiver Strahlenglaube.

Mal schauen wann die Japaner genug von dem Oekospuk haben und die linke DPJ Regierung zum Teufel jagen.

Vandale

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