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21.03.2017

14:50 Uhr

Jérôme Jarre

Mal was Gutes tun mit Social Media

VonCorinna Nohn

In Afrika drohen Millionen Menschen zu verhungern. Snapchat-Star Jérôme Jarre kämpft gegen das Wegsehen – und organisiert via Twitter ein Flugzeug von Turkish Airlines, das voller Lebensmittel nach Somalia aufbricht.

Auf seinem Instagram-Profil zeigt sich Social-Media-Star von allen Seiten. Instagram

Jérôme Jarre

Auf seinem Instagram-Profil zeigt sich Social-Media-Star von allen Seiten.

DüsseldorfWas ist das für eine Welt, die zusieht, wie den Menschen in Ostafrika erst die Tiere und jetzt die Kinder in den Armen sterben? Und: Was könnte das für eine Welt sein? Was könnte man tun?

Diese Fragen ließen den französischen Internetstar Jérôme Jarre nicht los, als ihm am Telefon ein Freund erzählte, wie gerade ein sechsjähriges Mädchen vor dessen Augen verdurstet war. Das Kind war 90 Meilen mit seiner Mutter gelaufen. „Verdurstet!“, sagt Jarre fassungslos und wütend in die Kamera. Jeder kann das im Netz sehen, denn der 26-jährige Snapchat-Promi hält sich die Kamera selbst vors Gesicht und nutzt seine Popularität im Netz, um zu helfen.

Sein Appell: Nicht einfach zusehen, sondern machen! Immerhin stehen in Ostafrika 20 Millionen Menschen vor dem Hungertod. Was ist mit den Mainstream-Medien, den Lebensmittelherstellern, den Wasserproduzenten? Man müsse doch was tun, es zumindest versuchen, gerade mit Hilfe der sozialen Medien. „Denn wir ALLE sind auf Social Media“, ruft Jarre, der ja selbst auf den verschiedenen Kanälen Millionen Follower hat, mit Verve in die Kamera.

Der Franzose kennt Social Media wie wenige: Aufgewachsen bei seiner Mutter, brach er mit 19 Jahren eine Business School ab, gründete in China ein paar Start-ups und lernte Chinesisch. Schließlich landete er mit zwei Koffern und fast pleite in den USA, wo er begann, ulkige Smartphone-Filmchen zu drehen. Mit dem Siegeszug des damaligen Videoportals Vine, das später von Twitter gekauft wurde, stieg er zum Internet-Start auf. Schon 2014 soll er laut dem Branchenportal Adweek für einen Werbe-Snap 35.000 Dollar verlangt haben.

Das klingt alles so einfach. Einfach klingt auch seine Idee für Ostafrika, auch wenn die Vereinten Nationen von der größten humanitären Katastrophe seit Ende des Zweiten Weltkriegs sprechen. Aber Jarre sagt: Lasst uns doch im reichen Teil der Welt ein Flugzeug mit Nahrung füllen und auf die Reise nach Somalia schicken. Er habe mal gegoogelt – es gebe genau eine Fluggesellschaft, die nach Somalia fliege, und zwar Turkish Airlines.

Gespickt mit dem Hashtag #TurkishAirlinesHelpSomalia sendete Jarre seinen gut zwei Minuten langen Video- Aufruf per Twitter in die Welt. Der Tweet ging im Nu viral, wurde über 80.000 Mal retweetet, gestützt auch von anderen Internetstars oder Jarre-Bekannten wie US-Schauspieler Ben Stiller, der sich mit seiner Stiftung einbrachte. Nach nur einem Tag im Netz sagte die Airline, via Twitter, zu.

Die Kampagne wechselte auf den Hashtag #LoveArmyForSomalia, warb unter #NominatedForSomalia um weitere Spenden und sammelte allein bis Dienstagmittag fast zwei Millionen US-Dollar für Lebensmittel, die das Flugzeug füllen sollen. Es wird am 27. März aufbrechen – zwölf Tage nach Jarres erster Videobotschaft. Man kann es so sehen wie Jarres Mitstreiter, Youtube-Star Casey Neistat: „Solche Geschichten passieren, wenn die Kraft von Social Media für etwas Gutes genutzt wird.“

Für Jarre ist das Ziel aber noch nicht erreicht. Er twitterte prompt, in Großbuchstaben: „Internet Du hast es geschafft! Wir haben jetzt ein Flugzeug, und wir haben Essen!!! Was, wenn wir alles verändern könnten?“

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

22.03.2017, 10:21 Uhr

"Herr Alfred E. Neumann - 09.03.2017, 12:35 Uhr

Liebe Kommentatoren, leider werden wir noch viereinhalb Jahre mit der psychopatologischen Zonenpfaffentochter oder dem Kriminellen Alkoholiker leben müssen.
Handlungsunfähig werden wir gezwungen zuzuschauen wie dieses großartige Land zugrunde gerichtet wird!"

@HBO
das ist sogar unter meinem Niveau.
Ich bin zwar ein glühender Anhänger von Trump und Putin,und verzweifel an der Grünsozialistischen Merkelregierung, und sehe für unser Reich nur die AFD als Rettung, aber das geht wirklich zu weit.
Bitte Neumann entfernen, der ist ja wohl MAD! Danke

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