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17.06.2015

13:06 Uhr

Joachim Gauck

Kein Bundesverdienstkreuz für Tugce

Mehr als 300.000 Menschen haben eine Online-Petition unterzeichnet, um Tugce posthum mit dem Bundesverdienstkreuz zu ehren. Die Studentin soll zwei Mädchen vor einem Angreifer verteidigt haben, bevor er sie niederschlug.

Der tragische Tod der jungen Frau hatte über Deutschland hinaus für Aufsehen gesorgt. dpa

Kerzen und Fotos erinnern an Tugce A.

Der tragische Tod der jungen Frau hatte über Deutschland hinaus für Aufsehen gesorgt.

BerlinDie nach einem verhängnisvollen Schlag ins Gesicht gestorbene Studentin Tugce wird nicht posthum mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt. Diese Entscheidung teilte das Bundespräsidialamt am Mittwoch in Berlin mit. Der Tod der 22-Jährigen habe Bundespräsident Joachim Gauck sehr berührt, doch eine ausführliche Prüfung und die Würdigung aller Umstände habe ergeben, „dass die sehr engen Voraussetzungen für eine posthume Verleihung nicht im erforderlichen Maße erfüllt sind“.

Tugce war im vergangenen November in Offenbach niedergeschlagen worden und erlitt beim Sturz so schwere Verletzungen, dass sie wenige Tage später starb. Der Täter wurde am Dienstag zu drei Jahren Jugendhaft verurteilt. Die Verteidigung kündigte Revision an.

Weil Tugce vor der Tat zwei Mädchen vor dem Angreifer beschützt haben soll, wurde sie für das Bundesverdienstkreuz vorgeschlagen. Mehr als 300.000 Menschen unterzeichneten eine entsprechende Internet-Petition. Auch die Bundesregierung hatte Sympathie für den Vorschlag geäußert.

Tod der Studentin Tugce: Drei Jahre Jugendhaft für Sanel M.

Tod der Studentin Tugce

Drei Jahre Jugendhaft für Sanel M.

Im Prozess um den gewaltsamen Tod der Studentin Tugce hat das Landgericht Darmstadt ein Urteil gesprochen. Der Angeklagte Sanel M. wurde wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu drei Jahren Haft verurteilt.

Eine posthume Verleihung des Bundesverdienstordens gibt es allerdings nur in seltenen Sonderfällen. Zu den wenigen Ausnahmen zählen der Flugkapitän Jürgen Schumann, der 1977 bei der Entführung der „Landshut“ erschossen wurde, und der Geschäftsmann Dominik Brunner, der seinen Einsatz als Streitschlichter in München vor einigen Jahren mit dem Leben bezahlte.

Von

dpa

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