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02.04.2006

15:29 Uhr

Johannes Paul II.

Zehntausende beten für Heiligsprechung

Am Todestag von Papst Johannes Paul II. sind zehntausende Gläubige nach Rom gepilgert. Sie beten für die baldige Heiligsprechung ihres Idols. Auch die Kirchenoberen stimmten mit ein.

Ein Bild aus dem Jahr 2003. Johannes Paul II. ist von seiner Krankheit gezeichnet. Foto: dpa dpa

Ein Bild aus dem Jahr 2003. Johannes Paul II. ist von seiner Krankheit gezeichnet. Foto: dpa

HB VATIKAN-STADT. Papst Benedikt XVI. wandte sich bereits in seiner Morgenansprache an die Schar der vorwiegend aus Polen, den USA, Asien und Italien stammenden Christen auf dem Petersplatz. Benedikt sagte vor den Gläubigen, sein Vorgänger habe die Geschichte der Kirche und der Menschheit geprägt. „Johannes Paul starb so, wie er gelebt hatte, angetrieben von einem unbezwingbaren Mut des Glaubens“. Zu einer Schweigeminute zur Todeszeit von Johannes Paul II. um 21.37 Uhr werden dort mehr als 100 000 Menschen erwartet.

Nur wenige Monate nach dem Tod von Papst Johannes Paul II. hatte die Katholische Kirche das Verfahren zu dessen Seligsprechung auf den Weg gebracht. Die Seligsprechung ist eine Vorstufe der Heiligsprechung. Johannes Paul II. war am 2. April 2005 nach 26 Jahren an der Spitze der römisch-katholischen Kirche gestorben.

Bei der Beisetzung hatten viele Trauernde eine sofortige Heiligsprechung des sehr populären Papstes gefordert. Der neue Papst Benedikt XVI. setzte im Sommer die übliche Wartezeit von fünf Jahren bis zum Beginn des Verfahrens aus. Johannes Paul selbst hatte seinerseits die Wartezeit im Fall der Friedensnobelpreisträgerin Mutter Teresa verkürzt. Bis zum Beginn ihres Verfahrens vergingen dann jedoch immer noch zwei Jahre.

Auch deutsche Kardinäle würdigten am Sonntag den verstorbenen Papst. Der Kölner Kardinal Joachim Meisner bekräftigte seinen Wunsch, dass der Verstorbene bald heilig gesprochen werden möge. Im Gespräch mit dem Kölner „Sonntag-Express“ verwies er darauf, dass täglich mehr als 25 000 Menschen das Grab Johannes Pauls in der Krypta des Petersdoms besuchten. Da Heilig- und Seligsprechungen bereits in der Urkirche vom „Volk Gottes“ vorgenommen worden seien, schließe auch er sich der Forderung nach einer baldigen Heiligsprechung an. Kardinal Meisner sagte weiter, er sei selbst Zeuge im Prozess der Heiligsprechung und habe hierzu bereits 120 Seiten ausgefüllt.

Der Münchner Erzbischof Friedrich Wetter hob die „immer noch wirksame missionarische Kraft“ von Johannes Paul II. hervor. Zudem sei er als Anwalt für Freiheit, Frieden, Gerechtigkeit und Menschenwürde hervorgetreten, sagte Wetter bei einem Gedenkgottesdienst für den verstorbenen Papst. Auch für die Ökumene in Ost und West sowie für die Einheit der Menschheit habe sich der Pontifex intensiv eingesetzt.

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