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18.11.2014

13:20 Uhr

Jukebox wird 125

Eine Musik-Revolution für fünf Cent

„Music on demand“: Die Vorgänger von Youtube und Spotify sind 125 Jahre alt. Die ersten Musikboxen ermöglichten zu hören, was man wollte und wann man wollte. Schnell wurde die Jukebox Alltagskultur.

New YorkStumm hingen die Menschen da, dicht gedrängt, aber trotzdem gruß- und sprachlos mit den weißen Kopfhörern in den Ohren. Die Rede ist nicht von einer U-Bahn in diesen Tagen, sondern einer Vorführung im November 1889. Was da aus den Stethoskop ähnlichen Kopfhörern kam, war tatsächlich Musik. Rauschend, krächzend, kurz, aber Musik!

Es war eine Revolution für fünf Cent, aus der ein Milliardengeschäft und ein Stück Kultur wurde: Vor 125 Jahren wurde die Musikbox erfunden. Musik aus der Konserve gab es nur vom automatischen Klavier, in dem eine Walze immer das gleiche Musikstück abspielte. Wer ansonsten Musik hören wollte, musste Musikern lauschen – oder sie selbst machen.

Gleich mehrere Erfinder entwickelten in den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts Möglichkeiten, Musik haltbar zu machen. Thomas Edison war mit seinem Phonographen besonders erfolgreich. Der Musikgenuss war kurz und kratzig, aber eine Sensation.

Revolutionäre Technologien

Gestern revolutionär, heute museumsreif

Ob Röhrenfernseher oder Diaprojektor – so manche ehemals revolutionäre Technologie hat heute aber allenfalls noch nostalgischen Wert. Fünf Beispiele. (Quelle: dpa)

Audio- und Videokassetten

Audio- und Videokassetten durften früher in keinem Haushalt fehlen – bis sie von digitalen Speichermedien mit höherer Kapazität verdrängt wurden. Inzwischen sind auch CD, DVD und Blu-ray Disc auf dem Rückzug. Filme und Musik kommen zunehmend aus dem Internet.

Faxgeräte

Faxgeräte galten für den raschen Versand von Dokumenten jahrelang als unverzichtbar – bis vor rund 30 Jahren der Siegeszug der E-Mail begann. Elektronische Signaturen können mittlerweile die eigenhändige Unterschrift des Absenders ersetzen.

Disketten

Disketten, auch „floppy disks“ genannt, waren als Speichermedium aus den Anfängen des Computerzeitalters nicht wegzudenken. Klein, unempfindlich und flexibel wurde seit Ende der 1990er Jahre neben CD und DVD vor allem der USB-Stick zum vorherrschenden Speichermedium.

Telefone mit Wählscheibe

Telefone mit Wählscheibe sind im Handy-Zeitalter Geräte aus grauer Vorzeit. Die in den 1980er-Jahren ausgemusterten Klassiker sind heute Sammlerobjekt.

Schreibmaschinen

Schreibmaschinen sind weitgehend von Computern verdrängt worden. Doch es gibt Menschen, die ihre Texte lieber mit den Tasten eines herkömmlichen Geräts auf Papier hauen. So schreibt US-Regisseur Woody Allen seine Drehbücher auf einer uralten deutschen Schreibmaschine.

Einer seiner Angestellten, Louis T. Glass, kam auf die Idee, den Phonographen in eine Kiste zu packen und zehn Kopfhörer anzuschließen. Jetzt konnten mehrere gleichzeitig die leise Musik mit dem lauten Knistern hören – wenn sie denn dafür zahlten. Fünf Cent kostete der kurze Genuss, nach heutigem Geldwert etwa ein Euro. Weil das Fünf-Cent-Stück in den USA Nickel heißt, nannte man die Kästen „Nickel-in-den-Schlitz-Spieler“.

Nicht ganz überraschend haben sich griffigere Namen durchgesetzt, in Deutschland Musikbox. In Amerika ist das eine Spieldose – die große Kiste mit den Schallplatten nennt man Jukebox und keiner weiß so genau warum. Vermutlich kommt der Begriff aus dem Slang der Schwarzen und bedeutet „verrucht“, weil die Geräte nicht immer in den am besten beleumdeten Lokalen standen. Aber eigentlich standen sie überall.

Denn bald wurde aus der Walze eine Platte und aus der Platte wurden Platten. Man konnte selbst wählen, was man hörte. Und der elektrische Verstärker war in den Zwanzigern dann die Revolution, je lauter, desto besser. Mitte letzten Jahrhunderts war die Jukebox so populär, dass in den USA drei Viertel aller gepressten Single-Schallplatten in solch einem Gerät landeten, nur ein Viertel wurde für den Plattenspieler zu Hause gekauft.

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