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15.01.2005

21:25 Uhr

Junger Mann in Begleitung Mooshammers

Erste Spur im Fall Moshammer

Im Fall des ermordeten Modemachers Moshammer hat die Polizei eine erste Spur. Insgesamt seien 160 Hinweise eingegangen, sagte ein Polizeisprecher.

HB BERLIN. Im Mordfall Rudolph Moshammer verfolgt die Polizei eine erste Spur. Der 64-jährige Modemacher sei wenige Stunden vor seinem Tod von mehreren Zeugen in Begleitung eines jungen Mannes gesehen worden, sagte ein Polizeisprecher am Samstag in München. Bislang seien rund 160 Hinweise zu dem Mordfall bei der Münchner Polizei eingegangen, hieß es. «Wir konzentrieren uns nun auf die Augenzeugen, die Herrn Moshammer am Donnerstag nach 21 Uhr gesehen haben», so der Sprecher.

Zuvor hat die «Süddeutsche Zeitung» berichtet, Moshammer sei wenige Stunden vor seinem Tod in Begleitung eines jungen Mannes gesehen worden. Demnach sah ein Zeuge Moshammer und den Unbekannten gegen 23.30 Uhr am Donnerstagabend zusammen im Rolls Royce des Modemachers. Neben dem Modeschöpfer habe ein «junger, schlanker Mann» gesessen, schreibt das Blatt.

Dieser trug eine randlose Wollmütze, die er tief ins Gesicht gezogen hatte. Der Zeuge, ein Familienvater, will dies in der Nähe des Mittleren Rings am Rande der Innenstadt beobachtet haben. Polizeisprecher Peter Reichl bestätigte den Bericht der Zeitung: «Wir haben einen Hinweis, der beschreibt, dass ein junger Mann im Fahrzeug gesehen wurde.» Reichl betonte, die Spur sei aber eine von vielen. «Den Wahrheitsgehalt konnten wir noch nicht festlegen.» Demnach ermittelt die Polizei auch in der Homosexuellen- und Stricherszene.

Es gingen immer mehr Hinweise ein, sagte Reichl. Bei den Ermittlern stehe das Telefon nicht still. Allerdings widersprechen sich nach Angaben Reichls die Hinweise teilweise und müssen daher von der Polizei genau geprüft werden. «Demnach soll Herr Moshammer des öfteren zur Nachtzeit alleine mit seinem Fahrzeug durch die Stadt gefahren sein und vorwiegend junge Männer angesprochen haben», heißt es bei der Polizei. Unklar ist allerdings, ob Moshammer dies auch in der Nacht tat, in der er ermordet wurde.

Im Moment überprüft die Polizei, warum der Rolls-Royce des Modeschöpfers direkt vor der Haustür seiner Villa und nicht in der Garage geparkt worden ist. Unklar ist auch, ob Moshammer an dem Abend alleine nach Hause kam. Möglicherweise hat er seinen Mörder selbst in sein Haus gelassen. Reichl sagte: «Wir gehen davon aus, dass der Täter jemand aus seinem Umfeld ist, jemand, den er kannte.» Die Polizei habe keine Einbruchsspuren gefunden, es gebe kein Hinweise darauf, ob aus der Wohnung etwas entwendet worden sei.

Moshammers Hund Daisy wurde ebenfalls auf Hinweise untersucht. Die Polizei hatte gehofft, an dem Tier DNS-Spuren des Täters zu finden. Wahrscheinlich wird Moshammers langjähriger Chauffeur den Hund übernehmen. Vor Moshammers Laden in der Münchner Innenstadt legten Passanten Blumen nieder und zündeten Kerzen an. Auf einer Trauerkarte hieß es: «Wir vermissen Dich».

Moshammer war am Freitagmorgen tot in seiner Villa im Grünwald gefunden worden. Laut Obduktionsbericht wurde der 64-Jährige mit einem Telefonkabel erdrosselt. Eine Sonderkommisssion mit 20 Mitarbeitern untersucht den Mord.

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