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20.01.2006

16:51 Uhr

Kältester Winter seit Jahrzehnten

Moskaus Energieversorger mobilisieren Reserven

Fahrstühle werden abgestellt, Leuchtreklamen bleiben dunkel, stattdessen werden in Moskau Heizöfen und Herde angeschmissen, um sich gegen die eisigen Temperaturen zu wappnen. Noch halten die Kraftwerke der großen Energiebelastung stand.

HB MOSKAU. In Russland sind in der Nacht zum Freitag mindestens sieben weitere Menschen erfroren. Im kältesten Winter seit Jahrzehnten sanken die Temperaturen in der Hauptstadt Moskau bis auf 30 Grad unter den Gefrierpunkt. Zudem wehte ein eisiger Wind. Der in Folge der Kälte gestiegene Energieverbrauch belastet Experten zufolge die Versorgungsunternehmen und deren Infrastruktur.

Nach der eisigen Nacht würden weitere 22 Menschen in Krankenhäusern behandelt, meldete die russische Agentur Interfax unter Berufung auf Rettungskräfte. Die meisten Kälteopfer sind Obdachlose. Seit Oktober sind Agenturberichten zufolge bereits 123 Menschen an Folgen der Kälte gestorben.

Meteorologen gehen davon aus, dass die Temperaturen noch mindestens fünf Tage lang bei rund minus 20 Grad liegen werden. Es ist der kälteste Winter in der Stadt seit 1979. Damals sanken die Temperaturen bis auf minus 38 Grad.

Die extreme Kälte belastet auch den Verkehr in der Hauptstadt. Viele Straßenbahnen sind nicht mehr in Betrieb, weil ihre Oberleitungen eingefroren sind. Zahlreiche Autos springen nicht mehr an und die U-Bahnen sind überfüllt.

Durch die Kälte ist der Bedarf an Heizenergie stark gestiegen. Die Gas- und Elektrizitätsexporte wurden zurückgefahren, um den eigenen Bedarf zu sichern. „Die Energieversorgung von Moskau hat nie so viel aushalten müssen“, sagte Anatoli Tschubais, Chef des staatlichen Strom-Monopolisten Unified Energy System.

Es werde jeden Tag mehr Strom verbraucht, sagte eine Sprecherin des Unternehmens. „Gestern wurde der Rekord in Moskau und auch landesweit gebrochen.“ Noch hielten die Kraftwerke den Belastungen aber Stand. Um Strom zu sparen, wurden in Moskau großflächige Leuchtreklamen sowie Geldautomaten abgestellt.

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