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11.01.2013

12:03 Uhr

Kalifornien

16-Jähriger schießt an High School auf Mitschüler

Mitten in der Debatte um schärfere Waffengesetze hat es in den USA eine weitere Schießerei an einer High School gegeben. In Kalifornien verletzte ein 16-Jähriger zwei Mitschüler mit einer Schrotflinte.

Sanitäter kümmern sich um einen Schüler, der bei einer Schießerei in einer High School in Taft, Kalifornien, USA, verletzt wurde. dapd

Sanitäter kümmern sich um einen Schüler, der bei einer Schießerei in einer High School in Taft, Kalifornien, USA, verletzt wurde.

Taft/USAIn einer Schule in Kalifornien hat ein 16-Jähriger auf einen Gleichaltrigen geschossen und ihn schwer verletzt. Ein Lehrer und ein Aufseher der Union High School in Taft hätten Schlimmeres verhindern können, indem sie den Schützen in ein Gespräch verwickelt hätten, so dass die restliche Klasse den Raum habe verlassen können, sagte Sheriff Donny Youngblood am Donnerstag. Der mutmaßliche Täter wurde festgenommen.

Der Angreifer war mit einem Gewehr in einen Klassenraum der Schule gekommen und hatte auf einen Schüler geschossen, der schwer verletzt wurde. Einen zweiten Schüler verfehlte er, wie Youngblood, Sheriff des Bezirks Kern, sagte.

Daraufhin seien der Lehrer und ein Aufseher des Campus gekommen und hätten begonnen, mit dem Schützen zu sprechen, der wenig später festgenommen wurde. Währenddessen habe der Rest der 28 Schüler der Klasse unversehrt hinausgehen können. „Der Schüler war immer noch mit seinem Gewehr bewaffnet", sagte Youngblood bei einer Pressekonferenz.

Die USA und die Waffen

Undurchsichtige Rechtslage

Im Zweiten Zusatzartikel zur Verfassung ist das Recht auf privaten Waffenbesitz verbrieft. Dort heißt es: "Weil eine gut organisierte Miliz für die Sicherheit eines freien Staates erforderlich ist, darf das Recht des Volkes, Waffen zu besitzen und zu tragen, nicht beeinträchtigt werden." Die Frage, wie weit dieses Recht reicht und welchen Beschränkungen es unterworfen werden darf, ist Gegenstand kontroverser Debatten.

Seit 1993 steht etwa eine Überprüfung von Waffenkäufern im Bundesrecht. Verurteilte Kriminelle, Menschen mit psychischen Störungen oder Drogenabhängige dürfen demnach keine Schusswaffen erwerben. Ein im Folgejahr erlassenes Verbot halbautomatischer Gewehre wurde dagegen 2004 nicht verlängert. Dazu kommt ein Dschungel an Gesetzen und Verordnungen auf Ebene der Bundesstaaten und Kommunen. Immer wieder landeten regionale Beschränkungen für Waffenerwerb und -besitz dabei vor dem Obersten Gerichtshof, der in Grundsatzurteilen 2008 und 2010 ein Recht auf private Waffen anerkannte.

Zahl der Schusswaffen

Mehreren Studien zufolge sind in den USA bis zu 300 Millionen Schusswaffen im Privatbesitz - das entspricht fast einer Waffe pro Einwohner. In einer Erhebung des Gallup-Instituts aus dem vergangenen Jahr gaben 47 Prozent der Befragten an, in einem Haushalt mit mindestens einer Schusswaffe zu leben. Jeder dritte US-Bürger ist demnach selbst Waffenbesitzer.

Die Waffenschmieden des Landes produzierten im Jahr 2011 knapp 2,5 Millionen Pistolen, 573.000 Revolver sowie mehr als drei Millionen Gewehre, wie die Statistiken der Behörde für Alkohol, Tabak und Feuerwaffen (ATF) zeigen. In den USA gibt es fast 130.000 lizensierte Waffenhändler.

Opfer durch Waffengewalt

Mehr als 30.000 Menschen sterben in den USA jedes Jahr durch Schusswaffen - darunter sind mehr als 12.000 Morde. Die Anti-Waffen-Lobbyisten der Brady Campaign geben in ihrer Berechnung aus dem Jahr 2011 an, dass 270 Menschen täglich durch Schusswaffen verletzt oder getötet werden. Darunter seien auch 38 verletzte und acht getötete Minderjährige. Nach Angaben der Bundespolizei FBI wurden im vergangenen Jahr 68 Prozent aller Morde mit Schusswaffen verübt.

Er lobte die „Heldenhaftigkeit" der beiden Männer, die eingegriffen hatten. „Sich hinzustellen vor jemanden, der eine Waffe trägt, die er bereits abgefeuert hat, und der bereits einen Schüler angeschossen hat, das spricht Bände über diese beiden jungen Männer und was sie verhindert haben", sagte der Sheriff. "Wir sind sehr stolz auf sie."

Nach Berichten der „Los Angeles Times" und des Senders 23ABC News ereignete sich der Vorfall vormittags gegen 9 Uhr (Ortszeit, 18 Uhr MEZ) an der Union High School in Taft, rund 160 Kilometer nordwestlich von Los Angeles. Demnach wurde der Schütze nach 20 Minuten gefasst.

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