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24.08.2014

22:40 Uhr

Kalifornien

Erdbeben fordert 90 Verletzte

In San Francisco lief das Beben noch einmal glimpflich ab, im kalifornischen Umland gab es hingegen nach den Erdstößen auch Schwerstverletzte. Vor allem die beliebte Weinanbauregion Napa ist betroffen.

Sinnbild für die Erschütterungen, die in der Weinregion Napa Valley auch viele Verletzte forderten: Zerborstene Weinflaschen. Reuters

Sinnbild für die Erschütterungen, die in der Weinregion Napa Valley auch viele Verletzte forderten: Zerborstene Weinflaschen.

San FranciscoBeim schwersten Erdbeben im Norden Kaliforniens seit 25 Jahren sind am Sonntag mehr als 90 Menschen verletzt worden. Unter ihnen seien auch drei Schwerstverletzte, teilten die Rettungskräfte der Stadt Napa mit. Der Erdstoß der Stärke 6,0 ereignete sich am frühen Morgen nordöstlich von San Francisco. Gouverneur Edmund Brown rief für die Region den Notstand aus.

Das Zentrum des Bebens um 03.20 Uhr (Ortszeit, 12.20 Uhr MESZ) lag nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS 10,8 Kilometer unter der Erdoberfläche nordwestlich von American Canyon im für seine Weine berühmten Napa Valley. Im Laufe der folgenden Stunden gab es mehrere Nachbeben, darunter eines der Stärke 3,6.

Die Erschütterungen waren bis in die mehr als 60 Kilometer entfernte Metropole San Francisco zu spüren, wo ebenfalls Menschen durch die Erschütterung aus dem Schlaf gerissen wurden. Auf dem Kurznachrichtendienst Twitter berichteten sie von heftigen Schwankungen, Stromausfällen und zerbrochenem Glas. Der Erdstoß sei zudem recht lang gewesen.

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Nach vorläufigen Angaben der Rettungskräfte von Napa Valley gab es keine Todesopfer. In der wichtigsten Stadt der Region, Napa, seien aber drei Schwerstverletzte geborgen worden. Zu ihnen zählt demnach auch ein Kind, das von herabstürzenden Kamin-Teilen am Kopfe getroffen wurde. Zudem wurden nach Angaben des Krankenhauses der Stadt 89 Menschen wegen leichter Verletzungen behandelt, sie trugen vor allem Quetschungen und offene Wunden davon.

Mehrere Autobahnzufahrten sowie mindestens zwei Straßen in Napa Valley wurden wegen Beschädigungen gesperrt. Die Verkehrspolizei in der Bucht von San Francisco kündigte an, sie überprüfe alle Brücken auf mögliche Schäden. Eine Brücke wurde vorsorglich gesperrt.

In der Bucht von San Francisco fiel in mehr als 30.000 Haushalten der Strom aus, in Napa saßen die Menschen in 28.000 Wohnungen im Dunkeln. Im historischen Zentrum der bei Touristen beliebten Stadt wurden zudem viele Fassaden beschädigt, unzählige Fenster gingen zu Bruch. Auch die Weingüter der Region wurden hart getroffen. „Es ist, als ob jemand mit einem Baseballschläger in die Reben gegangen ist und alles zerschmettert hat“, berichtete ein Weinbauer, der anonym bleiben wollte.

USGS-Expertin Jessica Turner warnte derweil im Radiosender KCBS davor, dass Nachbeben einer Stärke von bis zu 5,0 innerhalb einer Woche wahrscheinlich seien.

Von

afp

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