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11.01.2018

18:49 Uhr

Kalifornien

Suche nach weiteren Opfern in Schlammwüste

Dass die Unwetter im Nobelort Montecito solche zerstörerischen Folgen haben, hängt auch mit dem Waldbrand vom Dezember zusammen. Die Helfer wollen die Hoffnung auf Überlebende noch nicht aufgeben.

Kalifornien

Kein Entkommen: Schlammlawine reißt Auto mit sich

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MontecitoNach den verheerenden Unwettern in Kalifornien sind bisher 17 Leichen aus den Schlammmassen geborgen worden. Weitere 16 Personen wurden am Donnerstag noch vermisst, wie die Behörden mitteilten. Hunderte Feuerwehrleute und Polizisten wühlten sich in dem noblen Küstenort Montecito durch knietiefen Matsch und schafften Geröll zur Seite, um mögliche weitere Opfer zu bergen.

Vor allem das Warten und die Unwissenheit mache ihr zu schaffen, sagte Kelly Weimer, deren Elternhaus komplett zerstört wurde. Sie suche in Krankenhäusern und Notunterkünften nach ihren Eltern, die einer Aufforderung zur freiwilligen Evakuierung der Gegend nicht gefolgt waren, um am Montagabend den 89. Geburtstag ihres Vaters zu feiern.

In Montecito, nordwestlich von Los Angeles, leben rund 9000 Menschen, unter ihnen auch Stars wie Oprah Winfrey. Doch nach den Sturzfluten am Dienstag und den dadurch ausgelösten Schlammlawinen war das einst idyllische Örtchen ein Katastrophengebiet. Der Sheriff des Bezirks Santa Barbara County, Bill Brown, verglich Montecito mit einem Kriegsschauplatz. Schlamm und Geröll hatten 59 Häuser komplett zerstört und mehr als 400 beschädigt, viele Autos waren nur noch Wracks und die Straßen nicht mehr passierbar. „Wir müssen alles zu Fuß machen“, sagte Dan Page, der ein Team aus Helfern aus Los Angeles leitet.

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Die Bilder von in Flammen stehenden Wäldern in Kalifornien haben viele noch vor Augen. Nun folgen Wolkenbrüche auf das Feuer: Sie lösen auf der verbrannten Erde Schlammlawinen aus – mit tödlichen Folgen.

Suchhunde wühlten sich durch ein Gewirr aus Holzbalken, die Feuerwehrleute stocherten mit langen Stäben in den Schlamm, um so möglicherweise auf Leichen zu stoßen. Bis das komplette Suchgebiet abgegrast sei, könnte es noch mehrere Tage dauern, sagte Page. Man wolle aber nicht die Hoffnung aufgeben, irgendwo noch jemanden lebend zu finden. „Man weiß es nie. Man weiß nicht genau, wozu der menschliche Körper in der Lage ist“, sagte Page.

Neben den 17 Toten gab es auch 28 Verletzte. Zwölf von ihnen waren auch am Donnerstag noch im Krankenhaus, vier von ihnen in kritischem Zustand.

Die Region war im Dezember bereits vom größten Waldbrand in Kaliforniens Geschichte heimgesucht worden. Montecito selbst wurde verschont, aber das Feuer fraß sich durch die Vegetation in der Umgebung. Dadurch wurden nach Meinung von Experten auch einige Hänge so freigelegt, dass es zu der Schlammlawine kommen konnte.

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ap

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