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16.12.2011

08:21 Uhr

Kalte Abschaltung

Fukushima offenbar endgültig unter Kontrolle

Einsatzkräfte an der Atomruine Fukushima haben Regierungsangaben zufolge die Nuklearreaktion unter Kontrolle. Ministerpräsident Yoshihiko Nota erklärte das Gebiet für sicher - eine Kaltabschaltung sei erreicht.

Offenbar unter Kontrolle: Die Atomruine Fukushima. AFP

Offenbar unter Kontrolle: Die Atomruine Fukushima.

TokioNeun Monate nach Beginn der Natur- und Atomkatastrophe in Japan hat die Regierung das havarierte Kernkraftwerk Fukushima Daiichi für sicher erklärt. Das Ziel, die in Folge des Erdbebens und Tsunamis vom März schwer beschädigten Reaktoren bis zum Jahresende in einem sogenannten „cold shutdown“ (Kaltabschaltung) unter Kontrolle zu bringen, sei nun erreicht, verkündete die Regierung am Freitag.

Umweltschützer kritisieren das als eine Irreführung der Bevölkerung. Nach Definition der Regierung und des Atombetreibers Tepco liegt eine Kaltabschaltung vor, wenn die Temperatur am Boden der Druckbehälter unter 100 Grad gehalten wird.

Experten und Umweltschützer werfen der Regierung einen falschen Gebrauch des technischen Begriffs der Kaltabschaltung vor. „Hier von Kaltabschaltung zu sprechen grenzt an eine bewusste Lüge“, erklärte Reinhard Uhrig, Atomexperte von Global 2000. Die geschmolzenen Brennelemente hätten sich durch den Boden der Reaktordruckbehälter durchgebrannt und lägen nun als Klumpen auf dem Boden der Umhüllung. Dort wiesen sie weiter Temperaturen von schätzungsweise 3000 Grad auf. Von einem sicheren Zustand seien die Reaktoren noch weit entfernt.

In dem Akw war am 11. März durch ein Erdbeben der Stärke 9,0 und einem anschließenden Tsunami das Kühlsystem so schwer beschädigt worden, dass die Brennstäbe in den Reaktoren 1 bis drei vollständig schmolzen. Um die Reaktorkammern zu kühlen, besprühen die Reparaturtrupps sie weiter mit Wasser. Dazu errichtete der Betreiber Tepco ein Zirkulationssystem, mit dessen Hilfe inzwischen eine stabile Kühlung der Reaktoren gewährleistet sei. Die Entsorgung des verseuchten Wassers stellt weiter eines der größten Probleme dar.

Von

dpa

Kommentare (11)

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mimama

16.12.2011, 08:39 Uhr

Ganz große Leistung der Japaner. Das spricht eindeutig für die außergwöhnliche Leistungskraft Japans. Natürlich müssen Deutsche gleich wieder kritisieren. Lächerlich.
Japan ist mal wieder dabei es der Welt zu zeigen. Sogar nach einer Katastrophe dieser Dimension. Hoch lebe Japan !!!

schmurf

16.12.2011, 09:19 Uhr

Ganz große Leistung, 4-fache Kernschmelze durch vernachlässigte Sicherheitseinrichtung und Unterschätzung von Naturgewalten. Und das im perfekten Japan. Sollte eher zum Nachdenken anregen statt zuM Jubeln. Die Probleme mit der Dekontamination fangen erst an, und die Kettenreaktion läuft noch (aber laut Definition hat man erstmal ne Kaltabschaltung). Der genaue Zustand der Reaktoren und Reaktorgehäuse ist bis heute nicht bekannt. Hauptsache alles unter Kontrolle.

Horst_Trummler

16.12.2011, 09:25 Uhr

Die Kernschmelze wurde mit dem Fluten der Reaktoren mit Meerwasser Mitte März beendet. Seitdem kühlt man die Reaktoren über provisorische Pumpen. Ein wichtiger Meilenstein ist die Wiederinbetriebnahme der regulären Speisewasserpumpen. Allerdings wird dies noch mehr Zeit erfordern als diese nach der Flutwelle tagelang unter Meerwasser standen.

Schön ist es dass das Handelsblatt den ökoreligiösen Unsinn der Deutschen "Atomexperten" nur in Klammern übernommen hat. Mit dem Restverstand sollte sich auch ein Journalist erschliessen dass der Reaktorkern keine 3000°C mehr hat.

Vandale

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