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17.03.2011

04:42 Uhr

Das Atomkraftwerk Fukushima 1. Quelle: dpa

Das Atomkraftwerk Fukushima 1.

TokioDer Kampf gegen die Katastrophe im AKW Fukushima 1 wird nun aus der Luft geführt.

Zwei Armee-Hubschrauber warfen für ein Kühlmanöver Tonnen von Wasser über dem Reaktor 3 ab, wie der Fernsehsender NHK am Donnerstagmorgen kurz vor 10.00 Uhr (Ortszeit) live zeigte. Zusätzlich gingen Wasserwerfer in Stellung. Zudem soll die Stromversorgung wiederhergestellt werden.

Jeder der Hubschrauber kann Angaben des Fernsehsenders zufolge 7,5 Tonnen Wasser fassen. Die Helikopter durften demnach nach nicht über dem Kraftwerk kreisen, sondern mussten im Vorbeifliegen Wasser ablassen. Viermal ergoss sich ein riesiger Schwall über den Block 3, dessen Dach bei einer Explosion abgerissen worden war. Wie viele Tonnen Wasser die Hubschrauber des Typs CH-47 Chinook abwarfen und ob ihre Tanks voll gefüllt waren, blieb zunächst unklar. Fraglich blieb auch, wie zielgenau sie während des etwa halbstündigen Einsatzes trafen.

Die Helikopter sind nach Senderangaben mit einer Bleiplatte am Boden verstärkt, mit der die Besatzung vor radioaktiver Strahlung geschützt werden soll. Von einem Hubschrauber in mehr als 30 Kilometern Entfernung - also außerhalb der erweiterten Sicherheitszone um das AKW - aus hatte NHK das Manöver gefilmt.

Anders als noch am Mittwoch hätten die gemessenen Strahlenwerte am Donnerstag einen Lufteinsatz zugelassen, erklärte Verteidigungsminister Toshimi Kitazawa nach dem Manöver. Zuletzt sei eine Strahlung von 4,13 Millisievert pro Stunde gemessen worden.

Das Wasser soll die Temperatur im Kraftwerksinneren senken. Die Brennelemente in Reaktor 3 enthalten hochgiftiges Plutonium und liegen teilweise frei. Die wichtige innere Reaktorhülle des Blocks 3 sei möglicherweise beschädigt, hatte Regierungssprecher Yukio Edano am Mittwoch berichtet. Später hieß es, die Hülle sei intakt. Die Angaben der Behörden sind seit Tagen oft widersprüchlich.

Am Nachmittag will die Polizei damit beginnen, die beschädigten Reaktoren im Kernkraftwerk Fukushima Eins mit Wasserwerfern abzukühlen. Bei Reaktor 4 etwa ist das Dach noch teilweise intakt, das erschwert den Einsatz aus der Luft. Elf Spezialfahrzeuge würden eingesetzt, sagte Kitazawa. Regierungssprecher Yukio Edano sagte am Donnerstag, die Kühlversuche in den Reaktoren 5 und 6 hätten noch nicht begonnen. Wie die japanische Nachrichtenagentur Kyodo weiter mitteilte, sank der Wasserstand in Block 5, der Druck stieg.

Kommentare (5)

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non_modo

16.03.2011, 22:29 Uhr

Es gibt keinen "Super-GAU", der Begriff ist Hyper-Mega-Gaga. GAU reicht völlig, alles andere ist peinliche Boulevard-Übertreibung. Oder wollen Sie wirklich vom supergrößten anzunehmenden Unfall berichten? Das ist blöder als Blitzeis.

Account gelöscht!

16.03.2011, 23:48 Uhr

So was kann man auch nur einem Laien als Hoffnung verkaufen.

Trotzdem, ich wünsche den betroffenen Menschen alles Erdenkliche an Geschick, Mut und Glück um aus dieser Situation so unbeschadet wie möglich raus zu kommen.
So weit das noch möglich ist.

Account gelöscht!

17.03.2011, 07:53 Uhr

Die erste nacht ohne Explosionen und Brände. Wenn sie die Kühlung der Anlage wieder teilweise zum Laufen bringen, vielleicht noch mit Wasserwerfern Wasser doch recht genau und kontinuierlich zum Kühlen an die reaktoren bringen könnte es doch gelingen.

Tiefer Respekt vor denen die dort arbeiten!!!

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