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09.06.2013

19:26 Uhr

Kampf gegen die Flut

Erstmals leicht sinkende Pegel in Magdeburg

Hoffnungsschimmer für die Stadt Magdeburg: Der Pegel ist am Sonntagnachmittag erstmals leicht gesunken. Doch die Lage bleibt angespannt, die Deiche können immer noch brechen.

Lange Verspätungen

Hochwasser legt die Deutsche Bahn lahm

Lange Verspätungen: Hochwasser legt die Deutsche Bahn lahm

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Magdeburg/BerlinDer Höhepunkt der Elbeflut hat Magdeburg möglicherweise passiert. Am späten Sonntagnachmittag sank der Pegel um rund zwei Zentimeter, wie das Landesamt für Hochwasserschutz mitteilte. Für Prognosen sei es aber noch zu früh. Der Leiter des Katastrophenstabes der Stadt, Holger Platz, sagte der Nachrichtenagentur dpa: „Ich denke, es spricht auch einiges dafür, dass wir jetzt den Scheitel erreicht haben.“ Dies sei aber noch kein Befreiungsschlag. Deiche könnten auch bei sinkenden Pegelständen noch brechen. „Man kann keine Entwarnung geben, noch nicht.“

Die Stadt hatte zuvor entschieden, Stadtteile östlich der Elbe und angrenzende Vororte mit 23.000 Bewohnern räumen zu lassen. Es müsse noch tagelange mit einem hohen Druck auf die aufgeweichten Deiche gerechnet werden, hieß es zur Begründung.

Die Lage in den Hochwassergebieten im Osten Deutschlands hatte sich in der Nacht zum Sonntag weiter zugespitzt. Vor allem in Magdeburg und Wittenberge sehen viele Menschen den kommenden Stunden mit Anspannung entgegen - eine ungewisse Zeit zwischen Hoffen und Bangen. Zusätzliche Verunsicherung bringt eine Drohung mit Anschlägen auf durchgeweichte Dämme mit sich. Die Behörden in Sachsen-Anhalt verstärken daher ihre Kontrollen im Hochwassergebiet.

„Wir nehmen das in der jetzigen Situation ernst“, sagte Landesinnenminister Holger Stahlknecht am Sonntag im MDR. Die Deiche würden aus der Luft und am Boden stärker überwacht. Die Drohung stammt demnach von einer Gruppe, die sich „Germanophobe Flutbrigade“ nennt. Ein entsprechendes Schreiben sei auch im Internet veröffentlicht worden.

Bundespräsident Joachim Gauck hat die Deutschen währenddessen zu noch mehr Solidarität mit den Opfern der Flutkatastrophe aufgerufen. Bei einem Besuch in der vom Hochwasser schwer geschädigten Stadt Halle in Sachsen-Anhalt zeigte er sich am Sonntag zugleich zuversichtlich für den Wiederaufbau. „Dass wir es wieder packen, das haben wir auch bei der Flut 2002 bewiesen“, sagte Gauck. Auch jetzt werden sich seiner Ansicht nach erneut viele Menschen in Deutschland von der Hilfsbereitschaft anstecken lassen und ihren Geldbeutel öffnen. „Deutschland ist ein solidarisches Land“, sagte der Bundespräsident.

Ein umkämpfter Damm am Zusammenfluss von Saale und Elbe war am Morgen gebrochen. Rund 150 verbliebene Menschen im Raum Groß Rosenburg, Breitenhagen, Lödderitz und Sachsendorf auf, sollten sofort in höhere Gebiete zu flüchten. Betroffen von der Räumung ist ein Gebiet von mehreren Quadratkilometern an der Mündung der Saale in die Elbe südlich von Magdeburg. Dort waren am Wochenende die Hochwasser-Scheitel beider Flüsse zusammengeprallt.

Nach einer neuen Prognose könnte in Magdeburg ein Spitzenstand des Pegels an der Strombrücke von 7,50 Metern erreicht werden, teilte der Krisenstab der Landesregierung mit. Ursprünglich war mit einem Wert von 7,20 Meter gerechnet worden. Beim Hochwasser 2002 waren es dort 6,72 Meter. Am Morgen sperrte die Deutsche Bahn eine Elbbrücke, wovon die Strecke zwischen Hannover-Leipzig und auch der Regionalverkehr betroffen sind. Intercity-Züge von und nach Hannover beginnen und enden in Magdeburg.

Kommentare (33)

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esspi

09.06.2013, 10:58 Uhr

Unvorbereitete Hilflosigkeit wie in einem Dritte-Welt Land: Ohne ausgewiesene Überschwemmungsgebiete tritt der Fluß halt irgendwo über die Ufer.

OLDENDORP

09.06.2013, 11:36 Uhr

...............................
BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN
MITSCHULDIG AM HOCHWASSER
...............................
..
seit jahren verhindert die partei
zusammen mit dem BUND den ausbau
des hochwasserschutzes ..
..
ständig werden mit eingaben die bau-
vorhaben - deichausbau usw. - behin-
dert, weil ihnen der -"borkenkäfer"-
wichtiger ist, als das hab und gut
von millionen von menschen..!!
..
diese schändliche politik der grünen
hat sehr viele menschen ihre existenz
gekostet..!!
..
das sollte jeder wissen, wenn das näch-
ste mal gewählt wird..
..
die grünen fundis haben indirekt die schä-
den der jetzigen flut mitzuverantworten.!
..
..

Ratloser

09.06.2013, 11:44 Uhr

Sehr richtig.

Was helfen den Kindern die Betreuungsplätze, wenn zu Hause das Kinderzimmer unter Wasser steht.

Man sollte sich fragen, ob unsere DDR light nicht doch etwas mehr von der alten Bundesrepublik übernehmen sollte. Sozialtümelei auf Kosten der Infrastruktur ging schon einmal 40 Jahre schief.

Abgesehen davon:
Während an der Donau die ersten Keller vollliefen wurden die Sicherheitskräfte für die FC Bayern Parade in München gebraucht.

Während an der Elbe die Deiche verstärkt wurden, wurden in Frankfurt die Sicherheitskräfte zur Bewachung einer Wohlstandsdemo gebraucht.

Während die Bundeswehr mit Katastrophenschutz beschäftigt ist, wird der Minister zur Wahlkampfdemontage gebraucht.

Wo ist eigentlich Ramsauer? Wo ist Friedrich?

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