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18.06.2012

16:38 Uhr

Kapitän weiter unter Hausarrest

Bergung der „Costa Concordia“ beginnt

Mehr als fünf Monate nach dem Unglück mit 30 Toten hat die schwierige Bergung der „Costa Concordia“ begonnen. Zuerst soll der Mast des Wracks zerlegt werden. Noch immer werden zwei Opfer vermisst.

Bei der Havarie waren am 13. Januar 30 Menschen gestorben. Reuters

Bei der Havarie waren am 13. Januar 30 Menschen gestorben.

Rom/GiglioMehr als fünf Monate nach der Havarie des Kreuzfahrtschiffs „Costa Concordia“ beginnt nun die langwierige Bergung des Schiffswracks. Vor der toskanischen Insel Giglio bereiteten Arbeiter zunächst die Abtrennung des Mastes vor.

Auch die Rutschbahn des Schwimmbads, der Schornstein und das große Logo „C“ der Kreuzfahrtgesellschaft Costa Crociere sollen danach entfernt werden, wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa am Montag berichtete. Die Bergung des Schiffswracks soll ein Jahr dauern. Der 290 Meter lange Schiffskörper wird nach seiner Sicherung im Ganzen geborgen, abtransportiert und dann zerlegt.

Etwa 100 Arbeiter werden eingesetzt, um die gekenterte „Costa“ am Meeresgrund zu sichern und dann mit Hilfe von Containern und Kränen aufzurichten. Die Container werden je nach Bedarf mit Wasser oder mit Luft gefüllt und ermöglichen es, das Wrack ins Gleichgewicht zu bringen.

Die US-Firma Titan Salvage und das italienische Unternehmen Micoperi hatten den Zuschlag für die aufwendige Bergung erhalten, die nach ersten Schätzungen mehr als 235 Millionen Euro kosten wird. Das Schiff sollte spätestens Anfang kommenden Jahres aufgerichtet werden.

Bei der Havarie des Kreuzfahrtschiffes der Genueser Reederei waren am 13. Januar 30 Menschen ums Leben gekommen, darunter zwölf Deutsche. Zwei Menschen werden immer noch vermisst.

Die „Costa Concordia“ war in der Unglücksnacht zu nahe an die Insel herangefahren, hatte einen Felsen gerammt und war mit mehr als 4200 Menschen an Bord gekentert. Kapitän Francesco Schettino steht weiter unter Hausarrest bei Neapel. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm unter anderem mehrfache fahrlässige Tötung, Havarie und Verlassen seines Schiffes während der nächtlichen Evakuierung vor.

Von

dpa

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