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23.02.2017

11:11 Uhr

Karneval ohne Kater

Wie Brause und Tabletten den Alkohol verjagen

VonBenjamin Gerolsteiner

Der Rausch gehört für viele zum Karneval wie das Kostüm. Doch was ist am Tag danach? Neue Nahrungsergänzungsmittel versprechen einen katerfreien Aschermittwoch. Wir haben fünf Produkte ausprobiert.

Ein Fastnachter verschüttet beim Feiern am 11.11.2016 in Mainz (Rheinland-Pfalz) sein Bier. Im Karneval herrscht Narrenfreiheit - oft auch beim Alkohol. dpa

Fastnacht

Ein Fastnachter verschüttet beim Feiern am 11.11.2016 in Mainz (Rheinland-Pfalz) sein Bier. Im Karneval herrscht Narrenfreiheit - oft auch beim Alkohol.

KölnSelbst Warnungen von Karnevalsbands wie den Bläck Föss, dass der Suff langsam Überhand nimmt, verhallen ungehört: Allein die Jecken in Köln sollen während des Straßenkarnevals 30 Millionen Liter Kölsch zu sich nehmen. Umgerechnet sind das 150 Millionen Gläser. Und wie wusste schon Oscar Wilde: „Alkohol in ausreichender Menge genossen, bewirkt alle Symptome der Trunkenheit“.

Das beliebteste Kostüm am frühen Morgen ist für Karnevalisten darum der Kater. Was tun, wenn nun alte Hausrezepte wie der Rollmops und das Konterbier versagen? Neue Anti-Katermittel, die man meist über das Internet bestellen kann, versprechen Abhilfe. Handelsblatt Online hat fünf davon getestet.

Es sind keine Medikamente, sondern Nahrungsergänzungsmittel. Sie machen nicht fahrtüchtig und ersetzen – darauf müssen sie hinweisen – „keine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung“. Aber die ist an Karneval ja eh selten. Dafür versprechen sie, dem Kater mit einer Mischung aus natürlichen Wirkstoffen, Mineralstoffen und Vitaminen entgegen zu wirken und den dehydrierten Körper wieder aufzurichten.

Karneval ohne Kater? Fünf Mittel im Handelsblatt-Test

Anti-Kater-Mittel

Es sind keine Medikamente, sondern Nahrungsergänzungsmittel. Sie machen nicht fahrtüchtig und ersetzen „keine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung“. Ein Test von Personen, die älter als 30 Jahre sind, mit Kölsch. Die Ergebnisse in Kürze.

One:47

Über die Homepage für 20 Euro plus Versand zu bestellen, bei Amazon sind sie mit 24 Euro etwas teurer. Für einen katerfreien Tag gehen etwa vier Euro drauf.

Testergebnis

Kopfschmerzen und Übelkeit kann das Mittel wirksam bekämpfen. Eine leichte Müdigkeit bleibt zurück.

After Alc

Mit 3,90 Euro für zwei Tabletten ist man preislich eher im Einstiegssegment angesiedelt. Mit zwei Euro pro Anwendung landet After Alc im Mittelfeld. Ein Fünfer-Pack (also zehn Tabletten) gibt es für 16,25 Euro.

Testergebnis

Offenbar ist die Wirkung von After Alc eine Typfrage. Tatsächlich sorgt schon das Koffein wie erwartet dafür, dass man wacher wird.

Konterbrause

Sechs Flaschen kosten rund 10 Euro. Man landet bei einem Flaschenpreis von 1,33 bis 1,66 Euro plus Pfand (8 Cent) und Versand (3,50 Euro pro Bestellung).

Testergebnis

Kein Wunder über Nacht: Der Mund ist trocken, der Schädel brummt vor sich hin. Nach einer weiteren Konterbrause zum Kater-Frühstück wird es besser.

Nu3 Katerschreck

Zehn Beutel kosten 15 Euro. Mit 1,50 Euro pro Anwendung ist der Kater-Schreck vergleichsweise günstig.

Testergebnis

Eingenommen wird das Mittel vor dem Schlafen oder nach dem Aufstehen. Wir haben uns für vorher entschieden. Morgens wacht man zwar leicht ermattet auf. Aber ein ausgewachsener Kater ist das nicht. Es wirkt.

Hang & Over

10 Sticks kosten 18 Euro auf der Homepage, zwei Euro mehr auf Amazon. Da zwei Sticks pro Anwendung gebraucht werden, gehört das Mittel eher zu den teuren Anti-Kater-Mitteln.

Testergebnis

Hang & Over wird zweimal eingenommen: Vor dem Schlafengehen und am nächsten Morgen. Das Ergebnis ist überzeugend. Der Kater ist kaum spürbar. Was bleibt, ist die Müdigkeit.

Unter Experten ist die versprochene Wirkung umstritten. Wir haben das Experiment trotzdem gewagt. Alle Probanden sind über 30 Jahre alt – und damit schon medizinisch nachweislich anfälliger für einen schlimmen Kater. Alle sind männlich.

Medikamente gegen das böse Erwachen: Im Kampf gegen den Kater

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Im Kampf gegen den Kater

Das Allheilmittel, um die Nachwirkungen einer durchzechten Nacht abzufedern, ist noch immer nicht gefunden. Kater-Geschädigte werden auf der Suche deshalb erfinderisch, Hersteller versuchen diese Nische zu besetzen.

Und alle haben – damit eine Vergleichbarkeit gegeben ist – genau gleich viel Alkohol zu sich genommen. Damit der Test karnevalstauglich ist, wurde Kölsch getrunken (Verzeihung, liebe Düsseldorfer). Dieser Test ist nicht wissenschaftlich und nicht repräsentativ.

Wir bitten darum, ihn am besten in alter karnevalistischer Tradition nicht bierernst zu nehmen. Und immer daran denken: Das beste Mittel gegen Kater ist, gar keinen Alkohol zu trinken. Aber, so sang einst der Düsseldorfer Punksänger Campino, das ist ja auch keine Lösung.

Kommentare (2)

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Frau Annette Bollmohr

23.02.2017, 12:54 Uhr

"... wurde Kölsch getrunken (...). Dieser Test ist nicht wissenschaftlich und nicht repräsentativ."

Allerdings. Das Zeug heißt bei uns APFELSCHORLE.

Herr Peter Koch

24.02.2017, 11:30 Uhr

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