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21.01.2015

08:37 Uhr

„Karnickel“-Äußerung

Kaninchenzüchter kritisiert den Papst

Katholiken müssten sich nicht wie „Karnickel“ vermehren, findet Papst Franziskus. Die Kritik daran ist groß. Nicht nur Deutschlands höchster Kaninchenzüchter wehrt sich gegen Äußerungen über sexuelle Ausschweifungen.

Klare Worte des Papstes

„Gute Katholiken müssen nicht sein wie Karnickel“

Klare Worte des Papstes: „Gute Katholiken müssen nicht sein wie Karnickel“

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BerlinKaninchenzüchter haben Papst Franziskus für seine „Karnickel“-Äußerung kritisiert. Man dürfe nicht allen Kaninchen pauschal ein erhöhtes Sexualverhalten unterstellen, sagte Erwin Leowsky, der Präsident des Zentralverbandes Deutscher Rasse-Kaninchenzüchter, am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur.

Die sexuellen Ausschweifungen träfen nur auf die freilebenden Tiere zu. Die Fortpflanzung bei Zuchtkaninchen verlaufe hingegen in geordneten Bahnen.

„Er sollte vielleicht mal darüber nachdenken, solche Redensarten gehen zu lassen und dafür die Verhütung freigeben. Das wäre meiner Meinung nach eher angebracht, als solche dummen Sprüche loszulassen“, sagte Leowsky. Franziskus hatte mit Bezug auf das Verbot von Verhütungsmitteln in der katholischen Kirche am Montag betont, dass Katholiken sich nicht wie „Karnickel“ vermehren müssten.

Die besten Zitate des Papstes

Zur Familienplanung

„Manche Menschen glauben - entschuldigen Sie den Ausdruck -, dass sich gute Katholiken wie Karnickel vermehren müssen.“

Zum Amt

„Nein, ich wollte nicht Papst werden. Ein Mensch, der Papst werden will, liebt sich nicht selbst.“

Zur Meinungsfreiheit

„Wenn Dr. Gasbarri (der Reiseorganisator des Papstes), mein lieber Freund, meine Mama beleidigt, erwartet ihn ein Faustschlag.“

Zur Kurie

„Die Krankheit der Rivalität und der Eitelkeit. Wenn das Auftreten, die Farbe der Kleidung und die Insignien der Orden das erste Ziel im Leben werden.“

Über Tratsch

„Es ist die Krankheit der feigen Menschen, die nicht den Mut haben, direkt mit jemandem zu sprechen und hinter dem Rücken reden. (...) Brüder, schauen wir auf den Terrorismus des Geschwätzes!“

Über Homosexuelle

„Wenn jemand schwul ist, und er den Herren sucht und guten Willen zeigt, wer bin ich, das zu verurteilen.“

Über das moderne Leben

„Und so vergeuden wir unsere gottgegebenen Geschenke, indem wir uns mit Schnickschnack beschäftigen; wir verschwenden unser Geld für Spiel und Getränke und drehen uns um uns selbst.“

Die Kritik am Papst kommt nicht nur von Kaninchenzüchtern. Mit Äußerungen über Familie und Geschlechtsverkehr beträten an das Zölibat gebundene katholische Geistliche häufig dünnes Eis, kommentierte die „Ludwigsburger Kreiszeitung“.

Selbst wenn er sich im selben Satz für den Ausdruck entschuldigt habe - zu beklagen, manche Menschen glaubten, gute Katholiken müssten sich „wie die Karnickel vermehren“, sei sicher nicht seine weiseste Formulierung gewesen, schrieb die Zeitung. Die „Rhein-Neckar-Zeitung“ stellte fest, bei genauerem Nachdenken beharre der Papst auf der katholischen Sexualmoral - und die wirke sich angesichts von Aids wirklich verheerend aus.

Dem Papst geht es um verantwortungsbewusste Eltern. „Wäre es nicht an der Zeit, wenn Rom dieses Verantwortungsbewusstsein auch Paaren zugestehen würde, die Pille und Kondom benutzen?“, fragt die „Passauer Neue Presse“.

Kommentare (2)

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Frau Ursula Neumann

20.01.2015, 16:17 Uhr

Jeder sollte mindestens ein mal pro Tag herzhaft lachen - danke Handelsblatt, mit dem Kaninchenzuchtverein und seiner Kritik am Papst habt ihr meinen Tag gerettet.

Frau Ich Kritisch

20.01.2015, 17:28 Uhr

:-)

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