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11.11.2013

09:52 Uhr

Katastrophe auf Philippinen

Taifun „Haiyan“ erwischt auch China

Nachdem der Sturm „Haiyan“ schon auf den Philippinen viele Opfer gefordert hat, hat er nun auch in China ein Chaos angerichtet. Mindestens drei Menschen starben. Auf den Philippinen wartet man unterdessen auf Hilfe.

Hilfe für Philippinen

Westerwelle: „Es trifft die Ärmsten der Armen“

Hilfe für  Philippinen: Westerwelle: „Es trifft die Ärmsten der Armen“

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Peking/Tacloban/BerlinTaifun „Haiyan“ hat nach seinem verheerenden Weg durch die Philippinen auch in der südchinesischen Provinz Hainan Tod und Zerstörung verursacht. Mindestens drei Menschen starben, als heftiger Sturm und sintflutartige Regenfälle am Montag auf die östlich von Nordvietnam gelegene Inselprovinz niedergingen, wie das Büro für Zivile Angelegenheiten der Region mitteilte. 39 000 Bewohner mussten in Sicherheit gebracht werden.

Eine siebenköpfige Crew eines Frachtschiffs galt nach Angaben der staatlichen chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua am Montag vor der Küste Hainans als vermisst. Auch die nahe gelegenen südchinesischen Provinzen Guangxi und Guangdong wurden laut der Agentur von den Ausläufern „Haiyans“ getroffen.

Nach Einschätzung eines Forschers war der Taifun wahrscheinlich der stärkste, der jemals auf Land getroffen ist. Das sagte Stefan Rahmstorf, Ozeanologe am Potsdamer-Institut für Klimafolgenforschung, im ZDF-„Morgenmagazin“. Tropenstürme hätten in den vergangenen Jahrzehnten insgesamt an Intensität zugenommen, erläuterte der Experte. Sie ziehen ihre Energie aus den warmen Meerestemperaturen: „Die Tatsache, dass die Meerestemperaturen durch die globale Erwärmung – eben durch unsere Treibhausgase – immer wärmer werden, begünstigt die Wirbelstürme“, erklärt Rahmstorf.

„Haiyan“ war am Wochenende über die Philippinen hinweggezogen und hatte mit seiner Wucht ganze Städte in Trümmerwüsten verwandelt. Auf seinem Weg Richtung Vietnam hatte sich der Taifun etwas abgeschwächt. Trotzdem zerstörte oder beschädigte er auch auf Hainan noch Hunderte Häuser.

Die Überlebenden auf den Philippinen warten nun auf Hilfe. Mehr als eine halbe Million Menschen im ganzen Land verloren ihre Häuser oder mussten fliehen, wie die Vereinten Nationen (UN) bekanntgaben. Viele davon hatten auch am dritten Tag nach dem Taifun „Haiyan“ keinen Zugang zu Lebensmitteln, Trinkwasser oder Medikamenten. Von dem Sturm insgesamt betroffen sind nach UN-Angaben etwa 9,5 Millionen Menschen.

In der Küstenstadt Tacloban, die der Taifun besonders hart traf, verwesten am Montag bei Temperaturen von mehr als 30 Grad die herumliegenden Leichen in den Straßen. Etwa 300 Soldaten waren im Einsatz, um Plünderungen zu unterbinden. Den wegen des schweren Erdbebens im Oktober ohnehin strapazierten Rettungskräften droht zunehmend die Überforderung. Nur drei Transportflugzeuge des Militärs waren vom nahe gelegenen Flughafen in Cebu aus im Einsatz, um das Katastrophengebiet mit dem Nötigsten zu versorgen. Auch aus Deutschland schickten Hilfsorganisationen Tausende Decken und Planen für Notunterkünfte. Hilfszusagen kamen zudem aus den USA.

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