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02.11.2015

16:55 Uhr

Katastrophe im Nachtklub

Disko-Besitzer in Bukarest wegen möglicher Mitschuld verhört

Rumänien ist geschockt von der Tragödie im Nachtklub „Colectiv“, die mindestens 30 Menschen das Leben gekostet hat. Nach der Brandkatastrophe wird gegen die Besitzer wegen einer möglichen Mitschuld ermittelt.

Am Montag legten Dutzende Menschen Blumen vor dem ausgebrannten Lokal ab und entzündeten Kerzen für die Opfer. dpa

Trauer in Bukarest

Am Montag legten Dutzende Menschen Blumen vor dem ausgebrannten Lokal ab und entzündeten Kerzen für die Opfer.

BukarestNach der Brandkatastrophe in einer Diskothek in Bukarest wird gegen die Besitzer wegen einer möglichen Mitschuld ermittelt. Sie würden der fahrlässigen Tötung und Körperverletzung verdächtigt, teilte die Staatsanwaltschaft am Montag mit. Die drei Eigentümer seien befragt worden.

Das Feuer und eine Massenpanik im Kellerclub „Colectiv“ im Zentrum der rumänischen Hauptstadt am Freitagabend kostete jüngsten Angaben zufolge mindestens 30 Menschen das Leben. Zeugen berichteten, Funken der Feuerwerksshow der auftretenden Band hätten Styropor entflammt und das Inferno ausgelöst. Der Club hatte nur einen Notausgang. Nach ersten Obduktionsergebnissen erstickten viele Opfer an giftigen Dämpfen, wie die Agentur Mediafax meldete.

Am Montag wurden noch rund 90 Menschen mit schweren oder sogar lebensgefährlichen Verletzungen in Krankenhäusern behandelt. Die Behörden gehen davon aus, dass die Zahl der Todesopfer noch steigen könnte. Die behandelnden Ärzte werden von eigens angereisten Spezialisten aus Frankreich und Israel unterstützt.

Selbst wenn Patienten mit Verbrennungen ihre Verletzungen überleben, könnten sie noch lange danach medizinische Probleme haben, sagte Notfallmanager Raed Arafat. In einigen Fällen seien mehrfache Operationen notwendig. Die rumänische Regierung kündigte an, die Behandlungskosten zu übernehmen.

Das Land ist von dem Unglück geschockt. Am Montag legten Dutzende Menschen Blumen vor dem ausgebrannten Lokal ab und entzündeten Kerzen für die Opfer. Die Regierung hatte drei Tage Staatstrauer angeordnet. Schüler in Bukarest sollten in Schwarz zum Unterricht kommen.

Als Konsequenz aus dem Unglück entschuldigten sich am Montag die Besitzer dreier anderer Nachtklubs dafür, dass sie ihre Gäste Risiken ausgesetzt hätten. Der Klub „Expirat“ will schließen, weil er ebenfalls nur einen Notausgang hat. Der Klub „Rockstadt“ in Brasov will zehn Tage zumachen und den Brandschutz verbessern. Auch das Lokal „La Baza“ in Iasi bat um Verzeihung, weil Sicherheitsstandards nicht eingehalten worden seien.

Von

ap

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