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14.02.2017

08:49 Uhr

Kaufhäuser listen Modelabel aus

Der Marke Trump droht der Image-Kollaps

Geht es um die Geschäfte der Trumps, dreht sich die Diskussion vor allem darum, ob der US-Präsident seine unternehmerischen Interessen ausreichend von der Politik trennt. Doch vielleicht schadet er sich eher selbst.

Diverse Kaufhäuser streichen Produkte aus der Modelinie der Tochter von Donald Trump. Der neue US-Präsident ist sauer. AFP; Files; Francois Guillot

Ivanka Trump

Diverse Kaufhäuser streichen Produkte aus der Modelinie der Tochter von Donald Trump. Der neue US-Präsident ist sauer.

New YorkSeit Donald Trumps Wahl zum US-Präsidenten tobt eine öffentliche Debatte um Interessenskonflikte, die sich aus einer Doppelrolle als Regierungschef und Geschäftsmann ergeben könnten. Kritiker sehen Ethikstandards bedroht, weil der Immobilien-Mogul und sein Familien-Clan bislang wenig Anstalten machen, ihr Firmenreich klar von politischen Belangen abzugrenzen. Doch nun scheint es, als könnten sich die Trumps ins eigene Fleisch schneiden - denn offenbar färben die Kontroversen um sie zunehmend negativ auf ihre Marke ab.

Jüngstes Beispiel: Diverse Kaufhäuser in den USA streichen derzeit Modeartikel aus der Kollektion der Präsidententochter Ivanka Trump aus ihren Sortimenten. Es begann mit Nordstrom, mittlerweile haben laut Shannon Coulter von der Initiative #GrabYourWallet, die zum Boykott von Trump-Produkten aufruft, neun US-Ketten den Verkauf der Marke ganz oder teilweise eingestellt. Zuletzt kamen die Branchengrößen Sears und Burlington hinzu. Der Präsident ist erbost.

Das sind Trumps Kommunikatoren

Komplexer Kommunikationsapparat

US-Präsident Donald Trump hat im Weißen Haus einen komplexen Kommunikationsapparat zur Verfügung. Nach der Amtsübernahme ist eine genaue Struktur noch nicht klar, aber einige Figuren ragen heraus.

Sean Spicer (45)

Sprecher des Weißen Hauses, früher Sprecher der Republikaner. Er gehört zu denen, die den unmittelbarsten Kontakt zu Medienvertretern haben, fast täglich. Versuchte nach einem Auftritt mit mehreren nachgewiesenen Lügen die Wogen zu glätten. Soll die Politik des Präsidenten erklären. Sein Verhältnis zu Medien und seine Auffassung der Rollen sind noch nicht klar definiert.

Kellyanne Conway (50)

Ursprünglich Meinungsforscherin, jetzt als offizielle Beraterin des Präsidenten gewiefte Vertreterin der Abteilung Attacke. Deutet und verteidigt Trump mit fast maschineller Beharrlichkeit. Schwer zu greifen. Sehr präsent in Talkshows. Gibt den Tagen oft durch morgendliche Auftritte einen Spin mit. War eine der entscheidenden Figuren für Trumps Wahlsieg.

Stephen Bannon (63)

Der Mann für die langen Linien. Ehemaliger Banker, Chef der stramm konservativen Webseite Breitbart, firmiert als Chefstratege. Wird als blitzgescheiter Mann ohne viele Skrupel beschrieben. Kritiker sagen, er solle Trump weiter ein rechtskonservatives Spektrum erschließen. Ist sichtbar, aber meist eher im Hintergrund. Soll Mitautor von Trumps Antrittsrede sein.

Hope Hicks (28)

Offizieller Titel „Direktorin für strategische Kommunikation“. In Trumps innerstem Kreis die einzige Frau, die nicht zur Familie gehört. Wirkt fast ausschließlich hinter den Kulissen, ist Trump angeblich in gusseiserner Treue verbunden. Arbeitete vorher für seine Firma und seine Tochter Ivanka. Hat angeblich das Ohr des Präsidenten, Journalisten sehen in ihr einen möglichen Zugang zu ihm.

Dan Scavino (geb. 1976)

Verantwortet im Weißen Haus den Bereich Social Media – für Trump von besonderer Bedeutung. Hat auch den präsidialen Twitter-Account @POTUS unter sich. Managte einen von Trumps Golfclubs, verantwortete 2016 die sozialen Medien Trumps im Wahlkampf.

Stephen Miller (31 oder 32)

Politikberater im Weißen Haus. Bevor er in Trumps Wahlkampfteam kam, arbeitete er für den US-Justizminister Jeff Sessions. Jüdischen Glaubens. Wird als ultrakonservativ beschrieben, ist angeblich mit Richard Spencer befreundet, dem Anführer der so genannten „Alt Right“-Bewegung, einer Gruppierung von Rechtsextremen. Soll mit Bannon die Antrittsrede Trumps geschrieben haben.

Quelle: dpa

Es sei „schrecklich!“, beschwerte sich Trump über Twitter. „Meine Tochter Ivanka wurde von Nordstrom so unfair behandelt.“ Es war der Auftakt einer bizarren Posse, die Präsidentenberaterin Kellyanne Conway dann auf die Spitze trieb. „Geht und kauft Ivankas Sachen, alle!“, forderte sie im Sender Fox. Um Missverständnissen vorzubeugen, stellte sie klar: „Ich mache hier Gratiswerbung“.

Es folgte ein Sturm der Entrüstung von Ethikwächtern, die einen Missbrauch des öffentlichen Amts zum privaten Vorteil anprangerten. Während Trump die Kritik abperlen ließ und seine Vorwürfe zuletzt sogar noch einmal bei Twitter ausweitete, kann sich Beraterin Conway nicht so leicht aus der Affäre ziehen. Sie sei nach dem Vorfall belehrt worden, sagte Regierungssprecher Sean Spicer vor der Hauptstadtpresse. Was genau das bedeuten soll, blieb jedoch offen.

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Ob Conways Auftritt - wie von der Opposition gefordert - ernsthafte Konsequenzen haben wird, bleibt abzuwarten. Laut US-Medien hat es hinter den Kulissen aber auch innerhalb von Trumps Team zu Verstimmungen geführt, dass dessen Top-Beraterin eine Liveschalte aus dem Weißen Haus kurzerhand zum Homeshopping-Kanal umfunktionierte. Doch neben solchen internen Querelen dürften vor allem die Gründe von Nordstrom und Co., die Marke zu streichen, den Trumps nicht gefallen.

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