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09.01.2010

10:07 Uhr

Kein Chaos in Deutschland

Rund 400 Lkw-Fahrer verbringen eiskalte Nacht

Tief "Daisy" hat Deutschland erreicht, das befürchtete deutschlandweite Verkehrschaos ist bis zum Samstagmorgen aber ausgeblieben. Die meisten wetterbedingten Verkehrsunfälle gab es im süddeutschen Raum. Auf dem Düsseldorfer Flughafen kam es am Freitagabend zu einem offenbar wetterbedingten Zwischenfall, in Frankfurt wurden Flüge gestrichen. Für 300 bis 400 Lkw-Fahrer wurde die Nacht auf Samstag zur Qual.

Ein Polizist sperrt am Samstag auf der A5 bei Neuenburg den Übergang zur franzözischen Grenze ab. dpa

Ein Polizist sperrt am Samstag auf der A5 bei Neuenburg den Übergang zur franzözischen Grenze ab.

HB BERLIN/NÜRNBURG/FRANKFURT. Tief "Daisy" hat an der deutsch-französischen Grenze in Neuenburg etwa 300 bis 400 Lastwagen- und einige Autofahrer in einen Stau und zur Übernachtung in Eiseskälte gezwungen. Die französischen Behörden ließen die 300 bis 400 auf der Autobahn 5 gestauten Fahrzeuge am Samstagvormittag in Blöcken auf die zuvor gesperrte Autobahn 35. Seit Freitagabend hatten die Lastwagenfahrer bei Minus-Temperaturen auf der Autobahn 5 ausgeharrt. Sie waren von deutschen Rettungskräften mit Decken und Tee versorgt worden. Von deutscher Seite hatte es noch am Samstagmorgen geheißen, der Stau könnte das ganze Wochenende dauern und noch größer werden. Weil viele ausländische Lastwagenfahrer den deutschen Verkehrsfunk nicht verstünden, würden immer mehr von ihnen in den Stau fahren.

Am Freitagnachmittag hatte die elsässische Präfektur die Autobahn 35 für den Lkw-Verkehr gesperrt, weil es auf den französischen Autobahnen rund um Lyon große Verkehrsprobleme gegeben hatte. In der Folge staute sich der Verkehr an der Grenze. Umkehrmöglichkeiten hatten die im Stau stehenden Auto- und Lastwagenfahrer nicht.

Hunderte Unfälle

In Baden- Württemberg und Bayern gab es zudem durch den starken Schneefall Hunderte Verkehrsunfälle. In den meisten Teilen Deutschlands blieb das große Schneechaos durch Tief "Daisy" bis zum Samstagmorgen jedoch aus. Ob der Unfall einer Maschine auf dem Flughafen in Nürnberg am Freitagabend auf das Wetter zurückzuführen war, ist noch unklar. Nach Schneefällen in Frankreich hatte die elsässische Präfektur am Freitagnachmittag die Autobahn 35 für den Lkw-Verkehr gesperrt, teilte ein Sprecher der Polizei in Freiburg mit. In der Folge stauten sich Lastwagen auf der A 5 im baden-württembergischen Neuenburg. In den frühen Morgenstunden waren die Autobahnabfahrten in Richtung Frankreich auch für Autos gesperrt worden. Auf deutscher Seite waren Rettungskräfte im Einsatz und versorgten die Lkw-Fahrer mit heißen Getränken und Decken.

Der süddeutsche Raum war auch Schwerpunktregion von wetterbedingten Verkehrsunfällen. In der Landespolizeidirektion Stuttgart wurden von Freitagmittag bis Mitternacht 170 Unfälle registriert. Nach Angaben eines Sprechers wurden sieben Menschen leicht und einer schwer verletzt. Der Schaden betrug rund 640 000 Euro. Am Samstagvormittag will das Innenministerium Zahlen für das gesamte Land Baden-Württemberg veröffentlichen. Durch Schneefälle kam es auch in Bayern zu zahlreichen Verkehrsunfällen.

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