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23.12.2014

12:11 Uhr

Kein Wrack gefunden

Verschwörungstheorie zu Flug MH370 kursiert

Die Suche nach MH370 ist für die Angehörigen der Insassen eine Tortur. Nach wie vor gibt es keine Anzeichen eines Wracks, die Suche aber geht weiter. Indes sorgt ein Franzose mit einer Verschwörungstheorie für Aufsehen.

Die Suche nach dem verschollenen Flugzeug soll auch über Weihnachten weitergehen. dpa

Die Suche nach dem verschollenen Flugzeug soll auch über Weihnachten weitergehen.

CanberraDie frustrierende Suche nach dem seit März verschollenen Flugzeug MH370 geht auch über Weihnachten weiter. Das versicherte die Koordinationsstelle für die Suche des Wracks im Indischen Ozean am Dienstag in Canberra.

Drei Schiffe mit Hochtechnologie und Unterwasserfahrzeugen suchen in einer unwirtlichen Region mehr als 1000 Kilometer westlich von Perth (Australien) eine riesige Zone Meter für Meter ab. Dort soll die Maschine nach Berechnungen wahrscheinlich abgestürzt sein. Die Teams hatten bis Dienstag keinerlei Anzeichen von Wrackteilen entdeckt.

Die Boeing der Malaysia Airlines war mit 239 Menschen an Bord am 8. März auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking vom Radar verschwunden. Die Piloten signalisierten nie Probleme.

Auswertungen automatischer Satellitenkontakte legen nach Analysen von Experten nahe, dass die Maschine fast sieben Stunden in Richtung Süden flog und abstürzte, als das Benzin ausging.

Die australische Transportbehörde geht davon aus, dass die Maschine vor dem Absturz stundenlang auf Autopilot flog, also vom Bordcomputer gesteuert wurde.

Flug MH370 – Was ist geklärt, was nicht?

Vom Radar verschwunden

Flug MH370 von Kuala Lumpur nach Peking mit 239 Menschen an Bord verschwindet zwei Stunden nach dem Start von den Radarschirmen. Ein Überblick über die geklärten und ungeklärten Fragen.

Was ist geklärt? (1)

Die Boeing 777-200 verschwand bei gutem Wetter. Zwei Stunden nach dem Start war die Maschine eigentlich in der sichersten Phase eines Flugs, auf der Reisehöhe von rund 10.000 Metern. Es gab keinen Notruf, und die Bordcomputer sendeten keinen automatischen Alarm an die Bodenkontrolle, wie bei technischen Problemen eigentlich üblich. Im Cockpit saß ein erfahrener Pilot. Die Fluggesellschaft gilt als sehr zuverlässig, die Boeing ebenfalls.
Der Funkkontakt brach vor der vietnamesischen Küste ab. 154 der 239 Insassen waren chinesische Staatsbürger. Malaysia Airlines bot den Flug gemeinsam mit China Southern an.

Was ist geklärt? (2)

An Bord waren zwei Passagiere mit gestohlenen Pässen. Diese waren ihren Besitzern, einem Italiener und einem Österreicher, 2012 und 2013 in Thailand gestohlen worden. Die Reisedokumente wurden bei der Passkontrolle nicht mit der Datenbank von Interpol abgeglichen.
Vier Reisende checkten ein, gingen aber nicht an Bord. Ihr Gepäck wurde vor dem Abflug wieder ausgeladen. Mittlerweile ist wahrscheinlich, dass sie illegal nach Europa einreisen wollten, sie also vermutlich nichts mit dem Absturz der Maschine zu tun hatten.

Was ist ungeklärt? (1)

Wo ist die 70 Meter lange Maschine mit 60 Metern Spannweite geblieben? Obwohl Dutzende Schiffe und Flugzeuge das Meer zwischen Malaysia und Vietnam absuchen, sind bislang weder Wrackteile noch der Flugschreiber gefunden worden.

Was ist ungeklärt? (2)

Warum drehte die Maschine ab? Wie konnte sie so lang von den Radars verschwinden. Aufschluss darüber könnte die Blackbox geben. Die Suchteams suchen fieberhaft danach, denn lange können die Akkus in der Regel nicht mehr halten.

Ein französischer Autor, selbst früher im Fluggeschäft, macht jetzt mit Verschwörungstheorien Schlagzeilen. Die Maschine sei wohl in der Nähe des US-Stützpunkts Diego Garcia auf den Malediven abgestürzt, schrieb Marc Dugain unlängst in der Zeitschrift „Paris Match“. Der Stützpunkt war auch früher schon mal bei Spekulationen im Zusammenhang mit dem Verschwinden von Flug MH370 erwähnt worden.

Hacker könnten die Bordcomputer manipuliert und die Maschine umgeleitet haben, so vermutet Autor Marc Dugain. Sie sei entweder in Brand geraten und abgestürzt oder US-Kampfflieger hätten sie aus Sorge vor einer Attacke auf den Stützpunkt abgeschossen, meint er.

Fischer hätten damals ein Flugzeug bei Diego Garcia gesehen. Die Ermittler in Malaysia und Australien nehmen zu solchen Theorien, von denen verschiedene seit längerem kursieren, keine Stellung.

Das Suchgebiet westlich von Perth ist ein 93 Kilometer breiter und 650 Kilometer langer Korridor. Von den 60 000 Quadratkilometern sei etwa ein Fünftel abgesucht, berichtete die Koordinationsstelle. Sie geht davon aus, dass die gesamte Zone bis Mai 2015 abgesucht ist.

Von

dpa

Kommentare (4)

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Herr Thomas Melber

23.12.2014, 12:43 Uhr

Diese Theorie ist genauso gut oder schlecht wie eine andere, da man bis heute überhaupt keinen Ansatz zur Klärung der Ursache hat.

Herr Fred Meisenkaiser

23.12.2014, 13:36 Uhr

Aber mit Verschwörungstheorie kann man diese Überlegung am schnellsten ad absurdum führen!

Herr Dr. Michael Klein

23.12.2014, 15:15 Uhr

Wurde Malaysia von der Untersuchung des MH17-Absturzes ausgeschlossen, weil es sich weigerte, mit dem Finger auf Russland zu zeigen?

Wie malaysische Medien berichten, wurde gerade das Land, unter dessen Flagge das abgeschossene Passagierflugzeug MH17 flog, in dem sich zahlreiche malaysische Bürger befanden und das von einer malaysischen Crew geflogen wurde, aufgrund seiner politischen Neutralität von den Ermittlungen ausgeschlossen.

Obwohl der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte während eines Besuches in Malaysia im November betonte, wie wichtig es sei, dass Malaysia in die Ermittlungen einbezogen werde, ist das Land nun nicht Mitglied des Joint Investigation Teams (JIT, der »Gemeinsamen Ermittlungsgruppe«), die damit beauftragt wurde, genauere Einzelheiten zum tragischen Absturz der Passagiermaschine über der Ukraine im Juli dieses Jahres zu ermitteln. Der JIT gehören, die Niederlande, Belgien, die Ukraine und Australien an.

Niederländische Regierung verweigert Auskunft zu »Geheimabsprache« bei MH17-Untersuchung

Die niederländische Regierung weigert sich, Einzelheiten des Geheimpakts der Ermittler offenzulegen, die den Absturz von Flug MH17 untersuchen. Solange die Teilnehmer, zu denen auch die Ukraine gehört, eine Veröffentlichung der Informationen ablehnen, bleiben die Informationen geheim, hieß es zur Begründung.

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