Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

29.03.2017

16:50 Uhr

Keine heiße Spur

Mehr als 20 Hinweise zur 100-Kilo-Goldmünze

Die Diebe der Zwei-Zentner-Münze in Berlin sind weiter verschwunden. In einem Stück lässt sich das Gold nicht verkaufen. Die Polizei fragt nun die Bevölkerung: Wurde irgendjemandem ein Haufen Gold angeboten?

Die „Big Maple Leaf“ bleibt weiterhin spurlos verschwunden. dpa

Riesige Goldmünze

Die „Big Maple Leaf“ bleibt weiterhin spurlos verschwunden.

BerlinDie bei einem Millionencoup gestohlene 100-Kilo-Goldmünze aus Berlin bleibt weiter spurlos verschwunden. Die Polizei fragt jetzt in einem Zeugenaufruf, ob irgendjemandem „größere Goldmengen gegebenenfalls in ungewöhnlicher Form“ angeboten wurden. Zum spektakulären Diebstahl waren bis Mittwoch mehr als 20 Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen. „Wir gehen allen Anhaltspunkten gründlich nach. Bisher sieht es aber nicht so aus, als wäre eine heiße Spur dabei“, sagte eine Polizeisprecherin auf Anfrage.

Unbekannte hatten in der Nacht zum Montag die kanadische Goldmünze „Big Maple Leaf“ aus dem Bode-Museum entwendet. Sie hat einen geschätzten Materialwert von 3,8 Millionen Euro. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Diebe über eine Leiter in das Museum gelangten und die Münze mit einer Schubkarre abtransportierten, um schließlich mit einem Auto zu fliehen.

Boris Fuchsmann: Der Eigentümer der 100-Kilo-Goldmünze

Boris Fuchsmann

Premium Der Eigentümer der 100-Kilo-Goldmünze

Ein filmreifer Diebstahl im Berliner Bode-Museum hat den Düsseldorfer Immobilien-Unternehmer Boris Fuchsmann einen Schatz gekostet. Doch wer ist der Unternehmer, dem eine 100-Kilo-Goldmünze gehört?

Zerschlagen hat sich die Hoffnung, das mögliche Fluchtauto gefunden zu haben. Bei dem ausgebrannten Wagen, der später in einer Tiefgarage im Stadtteil Steglitz stand, habe sich kein Zusammenhang mit dem Münz-Diebstahl im Stadtteil Mitte ergeben, sagte die Sprecherin.

Experten sind sicher, dass sich die außergewöhnliche Münze wegen ihrer Bekanntheit nicht verkaufen lässt. Stattdessen werden die Täter vermutlich versuchen, das massive Stück zu zerkleinern und einzuschmelzen. Deshalb fragt die Polizei, wem „größere Goldmengen gegebenenfalls in ungewöhnlicher Form“ angeboten wurden.

Wenn Münzen aus Museen verschwinden

August 2016

Aus dem Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig verschwinden mehr als 570 wertvolle Münzen. Als ein Exemplar, das eigentlich im Depot hätte liegen müssen, in der Öffentlichkeit angeboten wird, überprüft das Haus den gesamten Depotbestand der rund 25.000 Münzen sowie weiterer Gegenstände. Bis heute ist lediglich ein kleiner Teil der Münzen wieder aufgetaucht. Tatverdächtig ist ein ehemaliger Beschäftigter des Museums. Im Dezember 2016 wird der Verlust auf knapp 350.000 Euro geschätzt.

Juni 2012

Aus dem Städtischen Museum in Göttingen werden mittelalterliche Goldmünzen geklaut. Das Haus gibt den Gesamtwert der historischen Stücke, die großteils aus dem 15. und 16. Jahrhundert stammen, mit rund 65.000 Euro an. Insgesamt seien 18 unterschiedlich große Goldstücke verschwunden.

April 2012

Aus einer mit mehr als 100 Millionen Euro versicherten Gold-Ausstellung in Münster stehlen Diebe rund 50 Münzen. 30.000 Euro sind sie laut dem Museum wert.

November 2010

Aus dem Museum der Universität Tübingen werden 44 historische Münzen aus dem Zeitraum vom 5. Jahrhundert vor Christus bis zum 3. Jahrhundert nach Christus gestohlen - ihr Wert: zwischen 150.000 und 200.000 Euro. Der Täter habe nur solche Gold- und Silbermünzen entwendet, die einen hohen Wiederverkaufswert hätten, heißt es. Münzen mit hohem Seltenheitswert waren nicht darunter.

Im Bode-Museum, das zum Weltkulturerbe Museumsinsel gehört, geht derweil der Betrieb wie gewohnt weiter. Über mögliche zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen wollten die Staatlichen Museen zu Berlin keine Auskunft geben. „Wir stehen mit dem Landeskriminalamt und der Berliner Polizei in ständigem Kontakt“, sagt Pressesprecher Markus Farr. „Wir tun alles, um die Ermittlungen zu unterstützen. Zu Sicherheitsfragen haben wir Stillschweigen vereinbart.“

Auf der Homepage der Museen äußert Generaldirektor Michael Eissenhauer weiter die Hoffnung, dass die Münze noch unbeschadet ins Haus zurückkehrt. „Wir sind schockiert, dass die Einbrecher unsere Sicherheitssysteme überwunden haben, mit denen wir seit vielen Jahren unsere Objekte erfolgreich schützen“, schreibt er. „Die Täter sind mit großer Gewalt vorgegangen und wir sind froh, dass kein Personenschaden entstanden ist.“

Von

dpa

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Thomas Behrends

30.03.2017, 10:38 Uhr

@ Marc Hofmann

Ich weiß zwar nicht in welchem Zusammenhang Ihr hinein kopierter Kommentar zum Berliner Goldrausch stehen soll, aber Sie werden uns schon darüber aufklären, oder?

Auf jeden Fall scheint die Mega-Goldmünze nicht ausreichend gesichert gewesen zu sein. Wäre sie das nämlich gewesen, so hätte doch sofort die Alarmanlage auslösen müssen. Insbesondere wenn brachiale Gewalt angewandt wurde. Irgend etwas stimmt bei diesem Fall nicht! Es müssen Eingeweihte gewesen sein. Die Ermittlungen müssten sich demnach zuerst gegen Mitarbeiter des Bode-Museums richten. 
Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×