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12.09.2011

15:55 Uhr

Kenia

Mindestens 120 Tote nach Pipeline-Explosion

Feuerkatastrophe in Nairobi: Ein Slum der kenianischen Hauptstadt ist Schauplatz einer verheerenden Explosion geworden. Einwohner haben offenbar versucht, eine Öl-Pipeline anzuzapfen - von über 100 Opfern ist die Rede.

Mehr als 100 Tote bei Benzin-Brand in Kenia

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NairobiBei einer Pipeline-Explosion in Kenia sind nach Behördenangaben mindestens 120 Menschen getötet worden. Die Leitung explodierte am Montag in einem Armenviertel der Hauptstadt Nairobi und geriet anschließend in Brand. Die Opfer hatten offenbar versucht, die lecke Treibstoffleitung anzuzapfen.

Die tatsächliche Opferzahl sei vermutlich noch höher, da weitere Leichen in einem Fluss nahe der Unglücksstelle vermutet würden, sagte ein Sprecher der Stadtverwaltung von Nairobi. Die Explosion ereignete sich am frühen Morgen im Industriegebiet Lunga Lunga, das in einem dichtbesiedelten Slum liegt. Ein Augenzeuge berichtete, die Pipeline habe ein Leck gehabt und Slumbewohner seien herbeigeströmt, um den austretenden Treibstoff aufzufangen. Plötzlich habe es einen lauten Knall gegeben, und Rauch und  Flammen seien hoch in den Himmel geschossen.

Er habe Frauen und Kinder gesehen, die „wie Feuerholz brannten“, sagte Anwohner Francis Muendo der Nachrichtenagentur AFP. „Das Allerschlimmste war eine Frau, die mit ihrem auf den Rücken gebundenen Baby verbrannte.“ Einige Opfer sprangen in einen  nahegelegenen Fluss, nachdem ihre Kleidung und Haare Feuer fingen. Viele von ihnen erlagen dann im Wasser ihren schweren Verbrennungen. Die Polizei spannte ein Netz quer über den Fluss, damit die Leichen nicht davongetrieben werden. Auch viele der  Elendshütten in der Nähe der Pipeline gerieten in Brand, ihre Blechdächer verbogen sich in der Hitze der Flammen.

Ein AFP-Reporter vor Ort sah dutzende verkohlte Leichen. Feuerwehrleute versuchten, den Brand mit Schaum unter Kontrolle zu bringen, Polizei und Soldaten sperrten die Unglücksstelle ab. Nach Fernsehberichten wurden zahlreiche Verletzte in Krankenhäuser gebracht. An der Unglücksstelle irrten Kinder, viele in Schuluniformen, auf der Suche nach ihren Eltern umher.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) sprach der kenanischen Regierung sein „tief empfundenes Beileid“ aus. Mit großer Betroffenheit habe er von dem schrecklichen Unglück gehört, erklärte er.

Pipeline-Lecks und Tankerunglücke in Afrika locken häufig große Mengen von Armen an, die Treibstoff stehlen wollen. Dabei kommt es häufig zu durch Funken ausgelösten Großbränden mit zahlreichen Opfern. 2009 kamen 122 Menschen durch ein Feuer ums Leben, als sie Treibstoff aus einem gekenterten Tanker in Westkenia abzapften.

Von

afp

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